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	<title>Open Source PR - Das Oseon-Blog &#187; Wissen</title>
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	<description>Tapio Liller über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.</description>
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		<title>Alte Medien, neue Medien</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 14:27:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er hält sich enorm hartnäckig im Sprachgebrauch, der Begriff von den &#8220;Neuen Medien&#8221; (gern mit großem N, wie in &#8220;Neues Testament&#8221;). Wer diesen Terminus verwendet, meint damit alles mit Computer, oder wahlweise alles mit Internet und impliziert mit seiner Wortwahl, dass es auch &#8220;alte Medien&#8221; gibt (die meist mit kleinem a). Das sind dann so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er hält sich enorm hartnäckig im Sprachgebrauch, der Begriff von den &#8220;Neuen Medien&#8221; (gern mit großem N, wie in &#8220;Neues Testament&#8221;). Wer diesen Terminus verwendet, meint damit alles mit Computer, oder wahlweise alles mit Internet und impliziert mit seiner Wortwahl, dass es auch &#8220;alte Medien&#8221; gibt (die meist mit kleinem a). Das sind dann so Dinge wie Bücher, Zeitung, Radio und Fernsehen.</p>
<p>Wenn ich jemand &#8220;Neue Medien&#8221; sagen höre, stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Denn meine persönliche Erfahrung zeigt, dass jemand der &#8220;Neue Medien&#8221; sagt, dem Neuen nicht sonderlich aufgeschlossen gegenübersteht. Oft geht das mit <a href="http://www.konstantinklein.com/2011/07/liebe-internet-nichtversteher.html">Angst aus Unwissen</a> einher. Leute, die &#8220;Neue Medien&#8221; sagen, bestellen auch gern einen &#8220;Beauftragten für Neue Medien&#8221; &#8211; einen Internetversteher. Das ist der &#8211; meist jüngere Kollege &#8211; der einen eigenen YouTube-Account hat, oder Facebook schon von innen gesehen hat.</p>
<p>&#8220;Neue Medien&#8221;, das klingt nach immernoch nicht im Hier und Jetzt angekommensein. Nach Unsicherheit und der Suche nach Rat, ja Schutz, vor dem Unbekannten. Wenn ein &#8220;Neue Medien&#8221;-Sager fortschrittlich ist, dann fühlt er sich immerhin mit dem Schreiben von E-Mails leidlich wohl. Denn das kennt er.<span id="more-1711"></span> Auch etwas Online-Shopping hat er schon gewagt, aber immer mit dem komischen Gefühl beim Eintippen der Kredikartennummer. Deshalb bestellt er lieber auf Lastschrift oder noch besser, auf Rechnung.</p>
<p>Die Tatsache, dass es diesen Begriff heute noch gibt, dass er immer wieder in TV-Sendungen, in politischen Debatten und ja, auch in Agentur-Briefings auftaucht, lässt mich seufzen und aufmerken zugleich. Seufzen, weil ich es nicht glauben kann, dass es im Jahr 12 nach Boris &#8220;<a href="http://youtu.be/4X11JCrq1V0">Bin ich schon drin, oder was?</a>&#8221; Becker noch immer Menschen am gut gebildeten Ende der Gesellschaft gibt, für die das Internet wahlweise ein großes Mysterium ist (&#8220;Was machen die Leute da?&#8221;) oder ein Sündenpfuhl (&#8220;Da wird man doch ständig beklaut!&#8221;) ist. Und aufmerken, weil ich dann weiß, dass ich für einen erfolgreichen Fortgang des Gesprächs ein paar Stufen einfacher erklären muss.</p>
<p>Aber wenn ich einen Wunsch frei hätte, so für den Rest des Jahres, dann wäre es toll, wenn einfach alle endlich akzeptierten und verstünden, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Internets">das Internet erstens schon längst nicht mehr neu</a> ist und zweitens einfach eine Infrastruktur ist wie die Leitungen, die den Strom in die Glühbirne bringen oder die Rohre, die das Wasser zum Wasserhahn leiten. Internet bringt eben Daten zu uns. Nicht mehr, nicht weniger.</p>
<p>Entscheidend für das Fortkommen unserer Gesellschaft und des Geschäftslebens ist nicht, ob eine Infrastruktur neu oder alt ist, sondern wie man sie dafür nutzt, mit anderen zu kommunizieren, Handel zu treiben und soetwas wie Kultur zu erschaffen. Lasst uns deshalb nicht fragen: &#8220;Was ist das?&#8221;, &#8220;Wie funktioniert das?&#8221; oder &#8220;Warum ist das anders als die Dinge, die wir schon länger kennen?&#8221;</p>
<p>Lasst uns stattdessen Antworten auf die Frage finden: <strong>&#8220;Was können wir damit bewegen?&#8221;</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Lasst uns Brandstifter werden! Ein Plädoyer für ein emotionales Verständnis des Social Web</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 18:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
				<category><![CDATA[PR & Marketing]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit ein paar Monaten vergeht kein Tag, an dem meine Mit-Twitterer oder ich nicht gefragt werden, was Twitter ist. Regelmäßig verfallen wir dann in ein mehr oder weniger schlüssiges Stammeln über 140 Zeichen und Follower und Gefollowte und warum das alles spannend ist. Die eine knackige Definition, die einem Neuling sagt, was Twitter (in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ein paar Monaten vergeht kein Tag, an dem <a href="http://search.twitter.com/search?q=erkl%C3%A4re+twitter" target="_blank">meine Mit-Twitterer</a> oder ich nicht gefragt werden, was Twitter ist. Regelmäßig verfallen wir dann in ein mehr oder weniger schlüssiges Stammeln über 140 Zeichen und Follower und Gefollowte und warum das alles spannend ist.</p>
<p>Die eine knackige Definition, die einem Neuling sagt, was Twitter (in der Praxis) ist und warum es diese enorme Dynamik entfaltet, scheint es nicht zu geben. Die Unterhaltung endet dann oft mit dem Satz: &#8220;Ist halt schwierig in Worte zu fassen. Am besten probierst du&#8217;s mal selbst aus.&#8221;</p>
<p>Das gilt genauso für andere Plattformen im &#8220;Sozialen Netz&#8221;. Man mag es als Intensivnutzer ja kaum glauben, aber es gibt da draußen immernoch eine Menge Menschen, die <strong><span style="text-decoration: underline;">nicht</span></strong> wissen, was ein Social Network ist, was in einem Online-Forum passiert, und wie ein Wiki bedient wird.</p>
<p>Wir sollten über diese Leute nicht lachen, auch nicht im Verborgenen, sondern es als Aufgabe annehmen, für Klarheit und Wissen zu sorgen. Denn der Medienwandel passiert. Und wer nicht mitkommt, kommt unter die Räder. So wie die Musikindustrie- und jetzt die &#8220;Journalismusindustrie&#8221;, wie sie der Musikmanager und Online-Unternehmer <a href="http://carta.info/5738/tim-renner-journalismus-internet-musikindustrie/" target="_blank">Tim Renner bei CARTA</a> nennt.</p>
<p>Das dort formulierte &#8220;Renner&#8217;sche Gesetz&#8221; ist sein Weckruf für jede Branche, die der Digitalisierung ins Auge sieht:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Der Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger bringt immer auch einen Wechsel des Geschäftsmodells mit sich.&#8221;<br />
</em></p></blockquote>
<p>Eine weitere These Renners hat dazu noch großen Bezug zur Frage was Twitter eigentlich ist und ausmacht. Er sagt (Paraphrase von CARTA):</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Manager der Medienindustrien erfassen den Medienwandel vor allem auch deshalb nicht emotional, weil sie nicht in der Technikwelt der Nutzer ihrer Inhalte leben. Genau um solch ein emotionales Verständnis geht es aber.&#8221;<br />
</em></p></blockquote>
<p>Ich würde das sogar verallgemeinern und sagen:</p>
<blockquote><p><strong>Kommunikations- und Marketingmanager aller Branchen müssen ein emotionales Verständnis für die Medien- und Technikwelt ihrer Kunden entwickeln, um sie künftig überhaupt noch zu erreichen. In letzter Konsequenz gilt das auch </strong><strong>für Geschäftsführer und Vorstände.<br />
</strong></p></blockquote>
<p>Oder an einem fiktiven, aber nicht ganz unrealistischen Beispiel erklärt: Würdet ihr einem Vorstand eines Konsumgüterherstellers, der sich E-Mails von der Sekretärin ausdrucken lässt und die Antwort per Diktat auf den Weg schickt, abnehmen, dass er am Puls der Zeit ist? Eben!</p>
<p>Alles Erklären, die Theorie des Social Web, die überall in Fachblogs sprießenden &#8220;10 Regeln zum erfolgreichen Umgang mit Twitter&#8221;, all das ist sicher in der derzeitigen Explorationsphase der zweinulligen Kommunikation normal und vielleicht auch nützlich. Doch am Ende zählt die ganz praktische Durchdringung, die persönliche und emotionale Erfahrung des Neuen. Die Theorie bleibt grau und neblig.</p>
<p>Beispiele? Bitteschön: Wer noch nie das kleine High erlebt hat, wenn der erste Kommentar auf einem neu aufgesetzten Blog eingeht; wer sich noch nie über einen Re-Tweet einer frischen Linkempfehlung gefreut hat; wer noch nie &#8220;live&#8221; dabei war, wie die Nachricht eines Flugzeugabsturzes, wie am Mittwoch in Amsterdam, in Sekunden um die Welt geht; wer all diese Dinge nicht aus eigener Anschauung nicht nur gesehen und gelesen, sondern auch <strong>gefühlt</strong> hat, dem fehlt eine ganz entscheidende Voraussetzung für das Verständnis des Medienwandels. Denn das &#8220;Social&#8221; im Social Web ist sehr stark emotional geprägt.</p>
<p>Ohne dieses Verständnis wird es aber nicht gehen. Nicht mehr lange. Also lasst uns die Schüchternen, die Ängstlichen, die Ignoranten und die Faulen vor die Bildschirme zerren und ihnen zeigen, was sie verpassen. Und wenn die Glut der Faszination zu glimmen beginnt, geben wir Reisige hinzu und kleine Scheite, bis das Feuer der Begeisterung lodert und unsere Schützlinge selbst hinausgehen und Fragen über Twitter beantworten müssen.</p>
<p>Nennt mich ruhig Brandstifter. Es macht einen Riesenspaß!</p>
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