Tapio Liller
über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »Jeder der schonmal Bahn gefahren ist, kann Geschichten erzählen. Leider oft keine guten, denn zu oft geht irgendetwas schief, das einem den Spaß am Reisen auf Schienen vermiesen kann. Mit diesen Erlebnissen im Hinterkopf fällt es bisweilen schwer daran zu glauben, dass ein Servicekanal per Twitter daran etwas ändern kann. Entsprechend bissig ist die Häme, die gestern schon vor dem Start von @db_bahn dort aufschlug.
Die Bahn hat sich trotzdem daran gewagt und in monatelanger, akribischer Vorbereitung die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es klappen kann. Die Meldung, dass die Bahn seit heute per Twitter Fragen von Reisenden beantworten will, ist wie Olaf bei Off-the-Record schreibt, eigentlich nicht der Rede wert. Schließlich ist Twitter nur ein weiteres Instrument im Dialog-Konzert eines Großunternehmens und unterliegt den gleichen Anforderungen an Vorbereitung und professionelle Durchführung. Die Telekom hat es mit @Telekom_hilft vorgemacht, wie es geht.
Dass ein solches Projekt aber alles andere als trivial ist, klingt in meinem kurzen Interview mit dem verantwortlichen Social Media Manager der DB Vertrieb, Daniel Backhaus, nur kurz an. Aber es ist sonnenklar: Ein Konzern dieser Größenordnung kann nicht einfach mal lostwittern. Sowas muss geplant sein.
Gestern hatte ich die Gelegenheit, zum ersten Mal beim Webmontag Frankfurt (#wmfra, Facebook-Link) zu sprechen. Nachdem das mit Marie-Christine Schindler gemeinsam geschriebene Buch “PR im Social Web” (Amazon-Link) nun auf dem Markt ist, habe ich versucht ein paar Erfahrungen aus der Zeit des Konzipierens und Schreibens weiterzugeben. Die Talks beim Webmontag hatten die knackige Zeitvorgabe von maximal 10 Minuten. Daher der teils etwas eilige Sprechstil.
Hier das Video zum Vortrag.
Und hier die Slides zum parallelen Nachschauen.
Irgendwann vor Weihnachten, die formspring.me-Welle war gerade über die deutsche Twitteria geschwappt, spielte ich zu späterer Stunde mit Video-Streaming-Tools und suchte jemand zum Testen derselben. Dabei entstand die eher unernst gemeinte Aufforderung, mir doch per Chat Fragen zu stellen, die ich dann per Video gleich beantworten würde.
Was so als Spontanspielerei und Live-und-in-Farbe-Formspring-Ersatz begann, bekam mit über 10 aktiven Fragestellern und etwa doppelt so viel passiven Zuschauern doch eine ganz charmante Eigendynamik. Die Teilnehmer waren sich einig: Das wollen wir fortsetzen.
Die “Montagsrunde” war geboren. Das Format ist simpel:
Immer am zweiten Montag im Monat um 20:15 Uhr, stellt sich einer per Videostream den Fragen der Netzzuschauer. Es gibt keine Themenvorgabe, es wird geredet, was so kommt. Bei der “Pilotsendung” ging’s zum Beispiel um Formspring, das PR 2.0 Forum, um Frisuren prominenter Twitterer (nein, ausnahmsweise nicht den roten Iro) und einigen Unsinn mehr. Es war lustig und kurzweilig und ein kleiner Beitrag zum besseren gegenseitigen Kennenlernen in dieser digitalen Welt. So soll es bleiben.
Der nächste Gastgeber der Montagsrunde wurde kurzerhand per Los gezogen und die Wahl fiel auf Djure Meinen (@50hz), der auf seinem Blog heute den Startschuss für das neue Jahr gegeben hat. Also, schonmal vormerken:
Montag, 11. Januar, 20:15 Uhr nach der Tagesschau ist Montagsrunde bei Djure.
Und wer einen UStream-Account hat, kann sogar per Schalte dazugeholt werden (hoffentlich). Achja, und es gibt Grünkohl…
Als ich mit Björn Negelmann am Konzept zum PR 2.0 FORUM herumschraubte, war ein übergeordnetes Ziel der Veranstaltungsreihe auch, einen Ort für den fachlichen Austausch rund um Social Media und PR zu schaffen. Wir wollen zur breiteren Aufklärung über die Chancen und Herangehensweisen an das Thema beitragen. Denn nur wissende PR-Leute in Unternehmen und Agenturen können die Mechanismen des Social Web systematisch und strategisch für sich nutzen. Unwissenheit hingegen erzeugt Skepsis, Zurückhaltung, auch Angst.
Dass es um das Wissen über Social Media vielfach noch nicht so weit her ist, zeigen Abmahnfälle wie Jako und Jack Wolfskin. Da wird dann aus den hergebrachten (Marken-)protektionistischen Reflexen heraus um sich geschlagen, statt das Gespräch zu suchen. Aber auch in meinem Beratungsalltag sehe ich bislang noch immer viele große Fragezeichen über den Köpfen, die ich dann versuche in Ausrufezeichen und in Zuversicht umzuwandeln.
Ein Thema das bei Neueinsteigern in das Thema “PR 2.0″ besonders auf Skepsis stößt ist, dass das Social Web eine stärkere Personalisierung der Kommunikation erfordert als es bislang üblich und notwendig war. Weiterlesen »
Zahlen, Untersuchungen, Statistiken zu Social Media ändern sich so schnell, dass einem ja fast schwindelig werden kann. Weniger schnell sind die großen Trendlinien, die letztlich wirklich wichtig sind, wenn es um strategische Entscheidungen in Unternehmen und in der Kommunikation geht.
Diese Trendlinien zeigt dieses Video sehr beeindruckend auf. Kernaussage: Social Media sind kein Hype. (Falls das noch jemand bezweifelt hat.)
