Tag: Transparenz


30Mai

Astroturf, pay or die – Wie gutefrage.net Transparenz verkauft

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Es gibt wohl kaum einen höheren Wert im Social Web als Transparenz. Ganz besonders, wenn ein Unternehmen in Person seiner Mitarbeiter auf Social Media Plattformen agiert. Es gehört zum guten Ton, deutlich zu machen, mit welcher Motivation und in wessen Auftrag man anderswo kommentiert, bewertet oder Fragen beantwortet. Es nicht zu tun, kann der persönlichen Glaubwürdigkeit schaden und das Vertrauen des Netzpublikums in ein Unternehmen ernsthaft schädigen.

Doch was tun, wenn der Betreiber einer Social Media Plattform seine eigenen Transparenzregeln eher “kreativ” auslegt und als Akquiseinstrument missbraucht? Soll man sich dann die nötige Transparenz teuer erkaufen oder sich zähneknirschend zum Astroturfing – zum verdeckten Kommentieren – drängen lassen?

Die Frage stellt sich nicht, meinst du? Stellt sich doch, wie der folgende Fall der Frage/Antwort-Plattform Gutefrage.net und der Asstel-Versicherung zeigt. Aber von vorn: Weiterlesen »

17Dez

PR, Events und das Social Web (Leseprobe aus “PR im Social Web”)

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In der PR sind Öffentlichkeit und Vertraulichkeit oft zwei Seiten der gleichen Medaille. Einerseits arbeiten wir PR-Leute darauf hin, unsere Unternehmen oder die unserer Kunden in die Öffentlichkeit zu bringen, andererseits braucht es für dieses Ziel auch Vertrauen. Vertrauen etwa zwischen Managern und Journalisten, wenn sie sich auf ein Hintergrundgespräch treffen, das in erster Linie der Beziehungspflege dient. Dabei setzt man Vertrauen in sein Gegenüber, dass Dinge, die vertraulich bleiben sollen auch vertraulich bleiben. Unter vier oder sechs Augen mag das funktionieren, aber je größer der Kreis der Personen wird, der Vertrauliches erfährt, desto höher ist das Risiko, dass sich einer nicht an die formelle oder unausgesprochene Abmachung hält.

Das Internet verschiebt die Grenzen von Vertraulichkeit und Öffentlichkeit

Mit der Durchdringung des Alltags und des Wirtschaftslebens durch das Internet wächst das Risiko, dass Geheimnisse den Weg in die Öffentlichkeit finden. Was die Whistleblower von Wikileaks für die internationale Politik bewirkten – nämlich das Bewusstsein dafür, dass nichts mehr vor Veröffentlichung sicher ist – wird auch für das Wirtschaftsleben zum Normalzustand. Das Social Web ist da nur die Infrastruktur mit der sich Bemerkenswertes oder Skandalöses in Windeseile verbreitet. Die dezentrale Struktur des Internet macht es grundsätzlich unmöglich, eine Information, die einmal öffentlich ist, wieder zu verbannen. Damit müssen auch Unternehmen leben.

Diese Entwicklung sollte natürlich nicht einer allgemeinen und unbegründeten Paranoia Vorschub leisten. Es ist nur für Kommunikationsprofis wichtig zu verstehen, dass sie bereits heute unter anderen Rahmenbedingungen agieren als noch vor zehn Jahren. Vertrauen und Vertraulichkeit, Transparenz und Geheimnis stehen heute unter neuen Vorzeichen. Das wirkt sich auch auf PR-relevante Ereignisse aus. Weiterlesen »

7Mai

DRPR Onlinerichtlinie – Kommentar zum Diskussionspapier

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Als ich im Januar die Motive und Vorgehensweise des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) bei der Entwicklung vermeintlich geplanter “Blogger-Regeln” hinterfragte, wurde im Kollegenkreis eine angeregte Diskussion geführt. Die Fachmagazine PR Report und PR Magazin nahmen das Thema auf. Leider kamen wir inhaltlich nicht so recht weiter, weil das vom DRPR-Mitglied Alexander Güttler angekündigte Papier in der Entwurfsfassung nicht allgemein zugänglich war. Inzwischen (seit 12. April 2010) ist das “Diskussionspapier über Standards in der Online PR” im Netz nachlesbar und der DRPR lädt für einen Zeitraum von 4 Wochen zur Kommentierung ein. Dann wollen wir mal! Weiterlesen »

18Mrz

Blogger und PRler – Transparenz, aber wie? (#bcruhr3 Session)

Kategorie Events, PR & Marketing | TAGS , , , ,

Das Barcamp Ruhr in Essen steht am Wochenende vor der Tür und ich möchte dort die Gelegenheit nutzen, das Thema “Transparenter Umgang zwischen Bloggern und PR” im Kreise derer zur Sprache zu bringen, die von möglichen Regelwerken (siehe die Diskussion zum Vorstoß des Deutschen Rats für Public Relations) unmittelbar betroffen wären – den “Bewohnern” des Social Web selbst.

Das Interesse von PR und Unternehmenskommunikation, das Social Web professionell für sich zu nutzen bringt fast zwangsläufig Interessenkonflikte mit sich. Transparenz im Miteinander ist geboten. Doch wie lässt sich ein gemeinsames Verständnis von Transparenz und sogenannter “Absenderklarheit” von Kommunikation herstellen?

Der DRPR bastelt hinter verschlossenen Türen an einem Regelwerk. Ich möchte die Diskussion lieber öffentlich anregen und lade alle Barcamper ein, mit mir Ideen für ein nachvollziehbares und praktikables Verständnis von Transparenz in der Social-Media-Kommunikation zu sammeln.

Am Ende der Session steht sicher kein fertiges Ergebnis, sondern mehr eine erste Sammlung von Ideen und Anregungen. Die werden aber – so hoffe ich – ganz nah an der Lebens- und Publikationspraxis von (Profi- und Hobby-)Bloggern, Twitterern und anderen Netzmenschen sein. Und das wäre schon mal ein schöner Anfang.

Wer am Barcamp Ruhr teilnimmt, kann auf der Mixxt-Seite schon im Vorfeld sein Interesse an der Session bekunden. Danke!

20Jan

PR-Rat will mehr “Absenderklarheit” – und stiftet Verwirrung (Update)

Kategorie PR & Marketing | TAGS , , , , ,

Ein Artikel bei der w&v heute ließ mich doch etwas verwirrt zurück. “PR-Rat will Regeln gegen Schleichwerbung im Internet” steht da. Darin wird der Präsident des Agenturverbands GPRA Alexander Güttler zitiert, der ein bislang noch im Entwurfsstadium befindliches Papier (mit-)geschrieben hat, das für mehr Transparenz im Miteinander von PR-Auftraggebern und Online-Dingen wie Foren, Blogs, Produktbewertungsseiten etc. sorgen soll. Laut Artikel fordert der Deutsche PR Rat (DRPR):

“Die Grundregel der Offline-PR, den Absender der Maßnahme offenzulegen, soll auch für das Internet gelten.”

“Absenderklarheit” nennt Alexander Güttler das. Die w&v schließt daraus:

“Konkret hieße das, dass Blogger in Zukunft offenlegen müssen, wenn sie gegen Geld positive Produktbesprechungen in Blogs und Foren veröffentlichen.”

Leider wird aus dem Artikel nicht deutlich, ob eine solche oder ähnliche Forderung in dem GPRA/DRPR-Papier selbst enthalten ist oder nicht. Leider ist das Papier auch nicht – Entwurfsstadium hin oder her – öffentlich zugänglich. Darüber soll erst Ende Februar im PR-Rat abgestimmt werden. Das ist vom formalen Prozess her natürlich OK, aber es wundert mich dann doch, dass der Entwurf in Teilen vom Verbandschef mit der Fachpresse diskutiert wird, ohne dass die Fachöffentlichkeit zeitgleich den ganzen Inhalt des Papiers lesen und beurteilen kann. Eigentlich gilt doch gerade unter PR-Leuten, dass man über ungelegte Eier nicht spricht?!

So bleiben zunächst einige Fragen ungeklärt, die aber für das Geschäftsgebaren von PR-Agenturen, die Legitimation des PR-Rats und die Kommunikation mit Bloggern durchaus relevant sind: Weiterlesen »