Tapio Liller
über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Gründer und Managing Partner von Oseon, einer Unternehmensberatung für Kommunikation in Frankfurt am Main.
Zu Oseon »über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Gründer und Managing Partner von Oseon, einer Unternehmensberatung für Kommunikation in Frankfurt am Main.
Zu Oseon »Im Vorfeld des PR 2.0 FORUM am 1.10. in Hamburg fragt Björn von Kongressmedia im Social Web World Notizblog eine ganze Reihe von Kollegen, wie sie die Zukunft der PR sehen. Ich habe da natürlich auch meine Gedanken beigesteuert. Wenn es um die Zukunft des PR-Verantwortlichen geht, lautet meine Kernthese:
Ist die klassische Definition des PR-Managers als “Perception Manager” von innen nach außen gerichtet, kommt ihm nicht erst seit gestern die Aufgabe hinzu, den Managern in Fachabteilungen und Vorstandsetagen beizubringen, wie die Welt tatsächlich ist und was den Menschen wichtig ist. Ein Unternehmen, das nur kommuniziert, was es sich hinter verschlossenen Türen ausgedacht hat, wird schmerzhaft lernen müssen, dass es verpasst hat für seine Zielgruppe relevant zu bleiben/werden.
Der PR-Manager wird zum “Public Relevance Manager”, zur Schlüsselfunktion, die sicherstellt, dass das Tun und Lassen des Unternehmens auch seinen Widerhall in der gesellschaftlich-ökonomischen Wirklichkeit findet.
Den Rest lest ihr drüben im Notizblog. Und übrigens, das PR 2.0 FORUM wird ein richtig interessanter Tag, wie ihr beim Blick auf die Agenda entdecken werdet. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich die Tagung moderiere. Echt nicht! Also schnell anmelden, wir sehen uns in Hamburg!
Zahlen, Untersuchungen, Statistiken zu Social Media ändern sich so schnell, dass einem ja fast schwindelig werden kann. Weniger schnell sind die großen Trendlinien, die letztlich wirklich wichtig sind, wenn es um strategische Entscheidungen in Unternehmen und in der Kommunikation geht.
Diese Trendlinien zeigt dieses Video sehr beeindruckend auf. Kernaussage: Social Media sind kein Hype. (Falls das noch jemand bezweifelt hat.)

Seit ein paar Monaten vergeht kein Tag, an dem meine Mit-Twitterer oder ich nicht gefragt werden, was Twitter ist. Regelmäßig verfallen wir dann in ein mehr oder weniger schlüssiges Stammeln über 140 Zeichen und Follower und Gefollowte und warum das alles spannend ist.
Die eine knackige Definition, die einem Neuling sagt, was Twitter (in der Praxis) ist und warum es diese enorme Dynamik entfaltet, scheint es nicht zu geben. Die Unterhaltung endet dann oft mit dem Satz: “Ist halt schwierig in Worte zu fassen. Am besten probierst du’s mal selbst aus.”
Das gilt genauso für andere Plattformen im “Sozialen Netz”. Man mag es als Intensivnutzer ja kaum glauben, aber es gibt da draußen immernoch eine Menge Menschen, die nicht wissen, was ein Social Network ist, was in einem Online-Forum passiert, und wie ein Wiki bedient wird.
Wir sollten über diese Leute nicht lachen, auch nicht im Verborgenen, sondern es als Aufgabe annehmen, für Klarheit und Wissen zu sorgen. Denn der Medienwandel passiert. Und wer nicht mitkommt, kommt unter die Räder. So wie die Musikindustrie- und jetzt die “Journalismusindustrie”, wie sie der Musikmanager und Online-Unternehmer Tim Renner bei CARTA nennt.
Das dort formulierte “Renner’sche Gesetz” ist sein Weckruf für jede Branche, die der Digitalisierung ins Auge sieht:
“Der Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger bringt immer auch einen Wechsel des Geschäftsmodells mit sich.”
Eine weitere These Renners hat dazu noch großen Bezug zur Frage was Twitter eigentlich ist und ausmacht. Er sagt (Paraphrase von CARTA):
“Die Manager der Medienindustrien erfassen den Medienwandel vor allem auch deshalb nicht emotional, weil sie nicht in der Technikwelt der Nutzer ihrer Inhalte leben. Genau um solch ein emotionales Verständnis geht es aber.”
Ich würde das sogar verallgemeinern und sagen:
Kommunikations- und Marketingmanager aller Branchen müssen ein emotionales Verständnis für die Medien- und Technikwelt ihrer Kunden entwickeln, um sie künftig überhaupt noch zu erreichen. In letzter Konsequenz gilt das auch für Geschäftsführer und Vorstände.
Oder an einem fiktiven, aber nicht ganz unrealistischen Beispiel erklärt: Würdet ihr einem Vorstand eines Konsumgüterherstellers, der sich E-Mails von der Sekretärin ausdrucken lässt und die Antwort per Diktat auf den Weg schickt, abnehmen, dass er am Puls der Zeit ist? Eben!
Alles Erklären, die Theorie des Social Web, die überall in Fachblogs sprießenden “10 Regeln zum erfolgreichen Umgang mit Twitter”, all das ist sicher in der derzeitigen Explorationsphase der zweinulligen Kommunikation normal und vielleicht auch nützlich. Doch am Ende zählt die ganz praktische Durchdringung, die persönliche und emotionale Erfahrung des Neuen. Die Theorie bleibt grau und neblig.
Beispiele? Bitteschön: Wer noch nie das kleine High erlebt hat, wenn der erste Kommentar auf einem neu aufgesetzten Blog eingeht; wer sich noch nie über einen Re-Tweet einer frischen Linkempfehlung gefreut hat; wer noch nie “live” dabei war, wie die Nachricht eines Flugzeugabsturzes, wie am Mittwoch in Amsterdam, in Sekunden um die Welt geht; wer all diese Dinge nicht aus eigener Anschauung nicht nur gesehen und gelesen, sondern auch gefühlt hat, dem fehlt eine ganz entscheidende Voraussetzung für das Verständnis des Medienwandels. Denn das “Social” im Social Web ist sehr stark emotional geprägt.
Ohne dieses Verständnis wird es aber nicht gehen. Nicht mehr lange. Also lasst uns die Schüchternen, die Ängstlichen, die Ignoranten und die Faulen vor die Bildschirme zerren und ihnen zeigen, was sie verpassen. Und wenn die Glut der Faszination zu glimmen beginnt, geben wir Reisige hinzu und kleine Scheite, bis das Feuer der Begeisterung lodert und unsere Schützlinge selbst hinausgehen und Fragen über Twitter beantworten müssen.
Nennt mich ruhig Brandstifter. Es macht einen Riesenspaß!

I’m proud to say that one of the most brilliantly fun social web apps I’ve seen recently is just making its first steps among the German early adopter’s crowd. Telewebber, a startup based in the middle of South-German nowhere (Bretten, for those who know), brings all those digital nomads together on a platform that makes watching TV a social, entertaining experience even when you’re alone at home or in a hotel room.
On the start screen, users can choose a (real) TV channel, they’re watching and join a chat room very similar to those Web 1.2 users might be familiar with from IRC or ICQ (does anyone use these in Twittertimes anymore?). The action happens in the chat. You’ll see a list of other watchers on the right, there are Mood-o-Meters on the left to signal applause, booing or laughter, and the center screen is dominated by a very fast and very real-time chat that serves as the central hub for communicating about the happenings on TV.
Telewebber started to grab early adopters’ attention almost exclusively via Twitter shortly after Next08 in mid May (where they presented their elevator pitch) by launching Betacamper.de, a site designed as a giant campground with a tent for every beta applicant. After signing up, users could let their Twitter followers know they had joined the campers and spread the word. Literally within hours, several hundred had registered, and today, just days after letting the first users in, the number has gone up over a thousand.
Just in time for the first Euro 2008 game of the German team, they started opening doors to users in blocks of 50 to 100. A great way to test platform scalability for traffic, individual events, database robustness etc, and still build more anticipation among those still waiting on the virtual camping ground.
What makes Telewebber such a great platform is the fact that the team has put a whole lotta love into little features that make watching TV with other, dispersed friends good fun. You can take the role of the referee, showing yellow cards, claiming offsides, and initiating La-Olas (nice thing for a ref to do). Also, quotes from TV can be added into the chat live-stream, and spontaneous mini-surveys created. All this creates a lot of interaction and engagement by the viewers/chatters as every chat item can be “digged” by everyone, collecting points that go on each chatters credit. Those items that collect the most acclamations get listed in a separate section as the highlights of the show (left on screen). Plus, commercial breaks can be bridged by competing against other in guessing which ad is on just now. So there’s a bit of creative competition in Telewebber, too. Here’s a video of how live interaction looks like.
Oh, and not to forget Twitter integration from the chat where users can inform followers about their TV show of choice and get them to join the discussion. Making friends in Telewebber is even easier than in Twitter and you can even personalise the look of your own TV community by adding background images and tweaking opacity of windows.
Telewebber has everything: a great idea, love for detail, snappy technology, ease of use, fun features and above all a communication strategy at this early stage that gets a highly engaged crowd buzzing about it and enjoying themselves while watching…football, what else these days? It’s phantastic to see such a project being launched in Germany first, and guess what, internationalisation “is somewhere on the list”, said co-founder Andreas Dittes, he just wouldn’t say when. No worries, Telewebber-Team, you’re up for something special here. Good luck!