Tapio Liller
über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
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Zu Oseon »Mein heutiges Servicewüstenerlebnis bei E-Plus per Kyte Video. Nice!
Ich war jetzt rund 10 Jahre E-Plus-Kunde. Ein zufriedener E-Plus-Kunde. Über diese Zeit habe ich immer das Gefühl gehabt, bei meinem Provider den besten verfügbaren Deal zu kriegen. Gute Handys (bis auf ein klappriges Nokia ca. 2000), faire Tarife, die nicht so kompliziert waren, wie die der Konkurrenz. Während T-Mobile und Vodafone lange gebraucht haben, um Inklusivminuten und -SMS-Pakete auf den Markt zu bringen, verfallen dort am Monatsende noch immer die nicht verbrauchten Minuten. Kundenunfreundlich und schon lange nicht mehr zeitgemäß. Diesen Makel hatte der grüne Provider aus Düsseldorf nicht.
Trotzdem habe ich vor ner Woche gekündigt. Weil ich vielleicht im Herbst das iPhone 2 haben möchte. Bis mein Vertrag ausläuft sollte das 3G-iPhone mit GPS undallemdrumunddran doch zu haben sein! Vielleicht, ja vielleicht, ja auch mit einem kundenfreundlicheren (sprich günstigeren) Tarif als derzeit. Wer weiß. Diese Option wollte ich mir offen halten und habe mangels iPhone bei E-Plus erstmal gekündigt.
Heute ruft mich natürlich prompt der E-Plus-Service an (mit unterdrückter Nummer). Die freundliche Dame bietet mir ein “exklusives Angebot als langjähriger E-Plus-Kunde” an. Super, denke ich, jetzt wollen sie mich halten und bieten mir den Deal des Jahrzehnts! Aber nix. Die Frau schlägt vor, ich könnte doch mit einem Time and More 500 All-in Tarif viel günstiger telefonieren, SMSen und das in alle Netze. Außerdem blieben mir 125 Frei-SMS aus dem derzeitigen Web-Tarif erhalten. OK, denke ich, das wollen die mir schenken? Warum nicht, telefoniere grad eh viel übers Handy! Aber nix. Die Dame: “Das alles bekommen Sie für 45 Euro im Monat.” Ist mir zuviel. Ich wollte, wenn, dann bis zum Vertragsende sparen und frage nach dem 10Cent-Tarif “Zehnsation”. Nein, den könne Sie mir leider nicht anbieten. Ich lehne dankend ab, ich wolle schließlich sparen und mein Vertrag sei ja schon gekündigt. Ich schmeiße ihr noch den folgenden saftigen Knochen hin: “Ob ich bei E-Plus bleibe oder nicht, habe ich noch nicht entschieden. Die Zehnsation würde ich aber nehmen”. Darauf sie ungerührt, das ginge leider nicht, aber sie könnte mir ein Bluetooth-Headset im Wert von 55 Euro schenken. Brauch ich nicht, also abgelehnt. Ob ich denn vielleicht einen Monat kostenlos den Mail&Surf-Dienst testen wolle. Ich: Testen gern, aber nicht, wenn er danach kostenpflichtig weiterläuft. Tut es aber. Also abgelehnt.
OK, ich bin ein harter Brocken, aber sind wir doch mal ehrlich. Bei Licht betrachtet war das ein reichlich durchschaubarer Versuch, einen langjährigen Kunden zum Abschied nochmal richtig zu verarschen. Wieso sollte ich in den verbleibenden 6 Monaten E-Plus der Firma von vornherein schonmal 20 Euro pro Monat mehr in den Rachen schmeißen? Ohne die Aussicht, dort doch mein iPhone zu bekommen. Und wenn ich sage, ich will sparen, dann meine ich das so. Gut, ich kann immernoch zu Simyo wechseln. Da habe ich die 10 Cent pro Minute, aber nicht das gute Gefühl, das ich bis dato bei E-Plus hatte. Ich bin eigentlich ein markentreuer Mensch, nicht einer dieser Tarifnomaden, die alle 20 Monate ihren Freunden eine neue Handynummer mitteilen, weil sie den Provider gewechselt haben. Aber ich hätte mir halt etwas mehr Einsatz und Flexibilität gewünscht und keine Abzocker-Mentalität. Schade, E-Minus, sehr schade!