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11Mai

Speak Beta, not Bullshit! (Ein Next09-Gedanke)

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Die Next09 vergangene Woche wirkt noch nach. Leider komme ich aufgrund anderer Verpflichtungen gerade nicht so recht dazu, die Eindrücke und Inspirationen in ein übergreifendes Resumée zu verpacken. Deshalb probiere ich’s einfach mit dem Unfertigen, der Beta – wie Jeff Jarvis sie auch in seiner Next09-Keynote (Video bei Sevenload) propagiert. Es muss ja nicht alles fertig sein, die Iteration und die Bereitschaft zu Fehlern können genauso gut zum Ziel führen.

Jeff Jarvis during his opening keynote @ Next Conference 09

Jeff Jarvis auf der Next09-Bühne (CC by-sa Tapio Liller)

Und damit bin ich schon beim ersten Grundgedanken, den ich aus Jarvis’ Buch und seinen Ausführungen auf der Next09 mitnehme. Der Wille zur Perfektion ist vielleicht etwas besonders deutsches, vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall trifft Jarvis einen wunden Punkt der deutschen Unternehmerkultur, wenn er darauf verweist, dass die Suche nach Perfektion in einer Welt der “Beta”-Versionen das Fortkommen behindert.

Der Grundsatz “guten Unternehmertums”, gute/perfekte Qualität durch Tüfteln, Schleifen, Nachbessern und Nachjustieren hinter verschlossenen Türen zu erreichen, bevor ein Produkt dem Markt übergeben wird, wird in vielen Bereichen dazu führen, dass jemand anderes die Kundschaft schon erreicht hat. Vielleicht nicht mit dem bestmöglichen Produkt, aber doch mit einem, das gut genug ist. Die Verbesserung kommt danach.

Beta=”Grüne Bananen”?

Das Gegenargument dazu wäre, dass man den Kunden zum Versuchskaninchen macht, indem man ihm “grüne Bananen” füttert, die erst reifen, wenn sie schon längst gegessen sind. Microsoft hat so seinen zweifelhaften Ruf in Punkto Softwarequalität erworben, von dem es sich heute nur noch sehr schwer wieder lösen kann.

Doch Microsoft, wie auch andere Unternehmen – ja auch Dienstleister – wollten zu viel. Sie wollten zu viel Machbares auch machen, statt sich auf das Gewünschte zu beschränken. So kamen wir zu Office-Funktionen, die nur 1% der Poweruser überhaupt nutzt, zu Handy-Features, die so tief in Menüs vergraben sind, dass sie niemand findet, zu Autocockpits, die vor lauter kleinen Lichtern wie ein Tannenbaum leuchten, aber den Fahrer vom Verkehr ablenken.

Das Jarvis’sche “Google-Prinzip” der ewigen Beta geht einen anderen Weg: Mit wenig Funktionen starten und schauen, was die Kunden noch wollen und vor allem wie sie es in der Praxis nutzen. Das beschleunigt den Marktstart enorm und lässt noch immer Luft für Neues. Ganz entscheidend für den Erfolg dieses Vorgehens sind aber auch kommunikative Tugenden und Grundhaltungen:

  1. “Beta” bedeutet, zuzuhören, was die Nutzer/Kunden wünschen. Dazu muss eine Rückkopplung am besten direkt ins Produkt eingebaut sein. Bei Internetdiensten ist das recht einfach, bei Dienstleistungen – etwa bei Banken, Versicherungen, Gastronomie, Werbung, PR – müssen separate Prozesse aufgesetzt werden.
  2. “Beta” bedeutet, Fehler eingestehen zu können. Ein Unternehmen muss bereit sein, Schwächen öffentlich zuzugeben. Der aktive und konstruktive Umgang mit der eigenen Fehlbarkeit sind der Schlüssel zum Verständnis auf Seiten der Kunden. Wer trotz “Beta”-Produkt behauptet, immer alles richtig zu machen, macht sich unglaubwürdig. Jarvis nennt dieses Prinzip “Make mistakes well”.

Beta-PR, Beta-Werbung, Beta-Marketing

Könnte man den “Mut zur Beta” auch auf Kommunikationsdienstleister übertragen? Ich denke ja. Vielleicht müssen wir das sogar. Angesichts der Tatsache, dass Kommunikationsberater und -agenturen zu gleichen Teilen Beobachter/Analysten und Teilnehmer des medialen Wandels sind, können sie auch nicht behaupten, die Weisheit von morgen schon heute mit Löffeln gefressen zu haben. Wie könnten wir dann ernsthaft Kunden eine “fertige” Lösung für die Herausforderungen dieser neuen Medien- und Mediennutzungswelt präsentieren?

Natürlich werden wir versuchen, unseren Rat so fundiert wie möglich zu geben, unsere Erfahrung einbringen und die Rahmenbedingungen analysieren. Wir werden auch weiterhin Pläne aufstellen, wie bestimmte kommunikative Ziele zu erreichen sind und welche Schritte wir auf diesem Weg nehmen möchten. Aber was tun, wenn ein Plan nicht funktioniert? Wie kommunizieren wir das unseren Kunden?

Man kann natürlich versuchen, das Erreichte in Reports und Statistiken so hinzubiegen, dass es irgendwie zu den ursprünglich formulierten Zielen passt. Wenn wir ehrlich sind: Jeder in unserer Branche hat schon mal eine Statistik so aufgehübscht, dass sie passte. Der Spielraum dafür wird jedoch dünner. Kunden erwarten immer mehr Transparenz, messbare Ergebnisse und detaillierte Rechenschaft darüber, was Dienstleister für sie tatsächlich leisten (dazu auch meine Kurzumfrage vom April). Das ist nicht zuletzt ein Resultat der totalen Messbarkeit im Internet.

Die Alternative in einer “Beta-Welt”: Transparenz der Mittel, Transparenz des Zeitaufwandes, Transparenz der Ergebnisse, und eine Kommunikationskultur, die Fehler, Fehlentwicklungen, Mängel und Verzögerungen nicht unter den Tisch kehrt, sondern offen mit dem Kunden bespricht. Die Lösung findet sich bisweilen sogar gemeinsam leichter.

Wer sich vor einer solchen Kultur der offenen Zusammenarbeit scheut, sollte sich vor Augen halten, dass Perfektion auch im Geschäftsleben ein Ideal ist. Wir streben ihr entgegen, aber erreichen werden wir sie nicht. Da ist Business ganz menschlich – und diese Menschlichkeit zuzulassen wird meines Erachtens nachhaltigere Kundenbeziehungen schaffen, die über den aktuellen Auftrag hinaus gehen. Wer möchte schon ein zweites Mal mit jemandem zusammenarbeiten, der beim ersten Mal Geld für etwas genommen hat, was er nicht geleistet hat?

Hart verkürzt lautet der Aufruf an die Kommunikationsbranche also:
“Speak Beta, not Bullshit!”

7Mai

Jeff Jarvis Next09 Keynote (mp3)

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Jeff Jarvis war der Eröffnungsredner der Next09 und gab neben einem Überblick zu den Thesen seines Buchs “What Would Google Do?”(Amazon Partner Link) einen Eindruck davon, wie mitreißend und leidenschaftlich und interaktiv solche “Keynote”-Speeches trotz oder gerade wegen furchtbar liebloser Powerpoint-Slides sein können. Die ganze Rede (28 min) ist hier als Aufnahme zu hören, durch die Akustik des großen Saals nicht von ganz toller Qualität, aber dennoch gut verständlich.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Jeff Jarvis Keynote @ Next09 (Rechtsklick “speichern unter” zum Download der MP3-Datei)

Er bezieht sich auf Auszüge seiner Präsentation.

WWGD? – The PowerPoint

View more presentations from jeffjarvis.

Ein sehr hörenswertes Interview zur Gegenwart und Zukunft der Medien gab Jeff auch Dirk Kirchberg von Café Digital.

Jeff Jarvis from Cafe Digital on Vimeo.

7Mai

Next09 Gespräche

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sind nur eine grobe Aufzählung der Twitternamen der Menschen, denen ich in anderthalb Tagen Next09 begegnet bin. Und da sind noch nicht mal die mindestens drei Hände voll dabei, die ich nur im Vorbeiflug grüßen konnte aber leider keine Zeit hatte, zumindest für 5 Minuten zu sprechen.

Guru shoes

Guru Shoes: Jeff Jarvis (links), Umair Haque (rechts), CC by-sa Tapio Liller

Aber es sagt viel über den Charakter der Next als Networking-Event aus. Es war toll organisiert und in einer tollen Location, und wieder zu Hause angekommen fühle ich mich ein wenig wie ein klatschnasser Schwamm. Vollgesogen mit Eindrücken, Gesprächen, Stimmungen, Schwingungen und Inspirationen, die erstmal verarbeitet werden müssen.

Mein Next09-Fazit lasse ich deshalb noch ein paar Tage gären. Jetzt bleibt mir erst mal nur meinen vielen Gesprächspartnern zu danken für eine schöne Next09 und dem Organisationsteam rund um SinnerSchrader-Kommunikationsboss Martin Recke und Mavens-Man Mark Pohlmann samt Obergastgeber Matthias Schrader ein Kompliment auszusprechen für eine gelungene und wichtige Veranstaltung. Wir sehen uns 2010!

5Mai

Next09 Liveblog Transkript

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Hier ist das Transkript des Next09 Liveblogs. Es ersetzt den Verweis auf den Liveblog, der hier vorher stand.

  • 1:11 PM: Moin aus Hamburg. Jeff Jarvis on stage bei der Next09
  • 1:14 PM: Jeff referiert die wichtigsten Thesen aus seinem Buch “What would Google do?”
  • 1:15 PM: Hier ist das Buch bei Amazon www.amazon.de
  • 1:15 PM: Google is about Openness: “Do what you do best & link to the rest”
  • 1:16 PM: Mark Zuckerberg Anekdote: Jemand fragte ihn, “wie kann ich so eine Community bauen, wie du sie hast?” Er dazu: “You can’t”
  • 1:17 PM: Es geht vielmehr um “Elegant Organisation”
  • 1:18 PM: Zum Beispiel: Lehre für’s lernen: Wir arbeiten zu sehr unabhängig voneinander. Kollaboration nützt allen.
  • 1:18 PM: Traditionelle Geschäftsmodelle verwalten Mangel. Google verwaltet Überfluss
  • 1:19 PM: Außerdem: der Massenmarkt ist tot. Lang lebe die “Masse der Nischen”.
  • 1:20 PM: Jeff’s präsentation ist hier online www.slideshare.net
  • 1:21 PM: Der Trick ist, die Nischen so miteinander zu vernetzten, dass sie in Summe wieder geschäftsrelevant sind.
  • 1:22 PM: Nächste Lehre: Sich selbst fragen, was wirklich das eigene Geschäft ist. Ist Papier bedrucken wirklich das GEschäft von Verlagen?
  • 1:23 PM: Neuer Ethos:
  • 1:23 PM: Fehler “gut” machen – also zugeben, dass man Fehler macht und ihre Verbesserung kommunizieren.
  • 1:24 PM: Das Leben ist “beta” – Nichts ist von anfang an perfekt. Die Iteration ist der Schlüssel zum Erfolg.
  • 1:24 PM: “Beta” ist ein Start für kollaboratives Entwickeln.
  • 1:25 PM: Wichtig: Google ist nicht perfekt, sie sind nicht transparent und offen.
  • 1:26 PM: Aber der Grundsatz “Don’t be evil” ist mehr eine Unternehmenskultur, die das Hinterfragen des eigenen Tun zulässt.
  • 1:26 PM: Hätten die Investmentbanker danach gehandelt, hätte es die Finanzkrise vielleicht nicht gegeben.
  • 1:27 PM: Auch wichtig: Get out of the way. Unternehmen sollten ihren Kunden/Nutzern nicht vorschreiben was sie mit dem Produkt wie zu tun haben. Im Hintergrund halten ist schlauer.
  • 1:28 PM: Denn so entwickeln sich anwendungen, die man selbst nicht erdacht hat.
  • 1:29 PM: Jarvis sagt: er will nicht die Autorität und Entscheidungkraft von Experten aufheben, sondern vielmehr die Community einbeziehen, um mit ihren Ideen bessere Produkte zu machen.
  • 1:30 PM: Das ginge sogar in einem Restaurant. Weil es auch dort Daten gibt, was gefällt und was nicht.
  • 1:31 PM: If you care about your audience, good things will happen
  • 1:31 PM: Einfluss des “Google-Denkens” auf andere Bereiche:
  • 1:32 PM: Freundschaften: Man bleibt für immer miteinander verbunden (oder findet sich zumindest wieder, wenn man das will)
  • 1:34 PM: Denken: Bessere Konversationen – auf Basis von Fakten – führen zu “tieferem Denken”
  • 1:34 PM: Transparenz in Behörden und Regierungen ist ohnehin sehr wünschenswert.
  • 1:34 PM: Soweit der Vortrag. Jetzt Fragen.
  • 1:35 PM: Frage: Wie würde eine Google-Kirche aussehen?
  • 1:35 PM: In Jeffs Blog gibt’s dazu ein paar linkts. www.buzzmachine.com
  • 1:36 PM: Warum nicht den Google Algorithmus veröffentlichen, wenn schon alles um Teilen geht?
  • 1:38 PM: Das wäre sehr wünschenswert und ein Punkt in dem Google sich öffnen könnte, ohne zwingend sein Geschäftsmodell zu gefährden.
  • 1:41 PM: Über PR: PR behauptet, über Beziehungen bescheid zu wissen.
  • 1:42 PM: Jeff behauptet das Gegenteil: Der Mittelsmann hat immer Probleme Googleig zu sein, weil sie immer in einem Interessenkonflikt festhängen.
  • 1:43 PM: Er sieht auf Werbeagenturen und PR in nächster Zeit Probleme zukommen, da sie die Googleigen Prinzipien nicht werden umsetzen können.
  • 1:45 PM: Jeff Jarvis ist übrigens ziemlich lustig. Und er läuft durch den Saal und sprintet zu den Fragestellern.
  • 1:47 PM: Next: Umair Haque von Havas
  • 1:47 PM: Jeff sagt eben zu Thomas Knüwer: This is a great presentation. Also hören wir weiter zu. :-)
  • 1:48 PM: Umair spricht über “Constructive Capitalism”
  • 1:50 PM: Umair benutzt prezi.com
  • 1:51 PM: “The Zombieconomy” – Unternehmen, die früher großen Wertzuwachs verzeichnen konnten. Jetzt aber große Probleme haben. Autoindustrie, Versicherungen, Banken, Börse, Einzelhändler,…
  • 1:52 PM: Insgesamt ist die Wachstumsrate der Wirtschaft verlangsamt. Zugleich gibt es immer mehr Unternehmen mit einer sehr kurzen Lebensdauer.
  • 1:53 PM: Große Veränderung: Mehr Interaktion, mehr Kommunikation (mit einem “Interaction Index” gemessen)
  • 1:55 PM: Pendants zu “toxischen Wertpapieren”: Burger, Hummer SUV, Eigenheime, 6Klingen-Rasierer
  • 1:56 PM: Wir befinden uns heute nicht (nur) in einer Rezession, und Finanzkrise, sondern tatsächlich (wie Jeff Jarvis sagt) in einer Restrukturierung der Wirtschaft
  • 1:56 PM: “The Great Compression”
  • 1:58 PM: Grundfrage: Wie können wir heute wieder Wert schaffen?
  • 2:00 PM: Statt Strategie geht es in Zukunft um Ideale
  • 2:04 PM: Renewal, democracy, peace, equity, meaning – die neuen Prinzipien der Wirtschaft
  • 2:06 PM: Die Prezi-Präsentation macht es recht schwer zu folgen oder Schlüsselbegriffe aufzuschnappen.
  • 2:09 PM: Exploit , command, war, dominate, profit – das sind die alten Prinzipien der Wirtschaft
  • 2:10 PM: Umair kontrastiert sie gegeneinander mit Beispielen.
  • 2:13 PM: Der Vortragsstil von Umair ist übrigens eher schwer zu ertragen. Er spricht zu ich selbst und tigert auf der Bühne hin und her.
  • 2:14 PM: Der Inhalt hingegen ist ziemlich spannend
  • 2:16 PM: Die Krisentypen, die aus den Alten Prinzipien entstehen sind: Depletion, Rigidity, Conflict, Stagnation, Nihilism.
  • 2:26 PM: Zu diesem Vortrag empfehle ich im Anschluss die aufnahme bei Seveload. Es ist zu Beispielreich und komplex um es sinvoll in ein Liveblog zu fassen. (Sorry!)
  • 2:28 PM: Jetzt ist erstmal Pause. Danke für’s lesen!
  • 3:17 PM: Zurück im Saal mit Andrew Keen, dem selbsternannten “Antichristen” des Web
  • 3:18 PM: Es geht gleich gut los mit Jarvis und Haque bashing. “Die beiden glauben an die Individualismus. Es ist schwierig sich zu distanzieren.”
  • 3:19 PM: Im Grunde haben schon Marx, Darwin, Spencer, etc. die Macht der formellen Institutionen in Frage gestellt und das Individuum über alles gestellt.
  • 3:20 PM: Die Konsequenzen dieser Philosophien haben aber nicht nur Gutes gebracht, wie die Geschichte zeigt.
  • 3:20 PM: Alle Befürworter der 2.0-Bewegung sagen “Weg mit der Kontrolle”
  • 3:21 PM: “Google levels the playing field” (sagt Haque) – das hat mich erstaunt, sagt Keen
  • 3:22 PM: Im Gegenteil, sagt Keen: Google kreiert mehr Monopol, schlechtere Werbung, mehr Kontrolle
  • 3:22 PM: Freie Märkte leisten Oligarchien Vorschub.
  • 3:22 PM: Das passiert heute.
  • 3:23 PM: Der “Kult der Kollaboration”
  • 3:23 PM: Gerald Hensel Keen ist so ein Schwätzer.
  • 3:24 PM: Keen macht sich über Haques Beispiele für “Cult of Innovation” lustig, Walmart, Walker’s crisps, Nike.
  • 3:24 PM: “When Walkers tells you that a packe of crisps is a meaningful experience, what the fuck is going on?” Keen
  • 3:25 PM: Die Dominanz von Google kriegt ordentlich einen mit.
  • 3:26 PM: “I’m not a Marxist, I’m not against technology. But I’m against garbage”
  • 3:26 PM: Beispiele: der Chinesische Kapitalismus wäre nicht ohne Regierung möglich gewesen.
  • 3:27 PM: Kapitalismus in Russland hat nie funktioniert, weil es keine funktionsfähige Regierung gab.
  • 3:27 PM: Jarvis und Haque sind keine Analysten, sie sind Evangelisten.
  • 3:27 PM: Wir brauchen eine “richtige Debatte”
  • 3:28 PM: Jede Form der Kapitalistischen Wirtschaft wird durch die Individualisierung in Frage gestellt.
  • 3:28 PM: Keens forderung, wir brauchen mehr Instititutionen, starke Instititutionen.
  • 3:29 PM: I’m @ajkeen on Twitter, I like Twitter. It creates a sense of Community.c
  • 3:30 PM: Das war’s schon. Schnell, hart, knackig. Noch einige Fragen.
  • 3:31 PM: Haques These, dass durch Individualisierung Wettbewerb verschwindet, sagt Keen, ist lächerlich.
  • 3:31 PM: You can’t be half-pregnant on Twitter. You’re either a follower or follow.
  • 3:31 PM: There is competition, and people are fighting to win it.
  • 3:33 PM: Wir sind alle Polemiker. Ich habe in “Cult of the Amateur” auch absichtlich Granaten geworfen.
  • 3:34 PM: Journalists are the hand-workers of the 1840s. They are being swept away.
  • 3:42 PM: pause. bis später
  • 10:41 AM: Next09. Zweiter Tag!
  • 10:42 AM: Jetzt Tim Leberecht von Frog Design über “Chief Meaning Officers”
  • 10:43 AM: In zukunft müssen Unternehmen “Bedeutung” herstellen. Neue Rolle: “Der Chief Meaning Officer”
  • 10:43 AM: Aufgabe 1: Listen & Converse
  • 10:43 AM: Soweit so offensichtlich.
  • 10:44 AM: Übergeordnete Beobachtung: Alles wird kleinteiliger. “Economy of micro scale”
  • 10:45 AM: Hyperconnectivity –> Hypertransparency–> Fragmentation–>Minaturizsation of content–> Shorter Attention spans
  • 10:45 AM: Folge: Brands müssen “schrumpfen”
  • 10:46 AM: das unvermeidliche OBama-Beispiel: Fragmentierung bis auf jeden einzelnen Supporter, dem Microtools an die Hand gegebn wurden.
  • 10:47 AM: Regel Nummer 3: Activate your customers.
  • 10:47 AM: Co-creation als Aktivierungsmethode (soweit so bekannt)
  • 10:48 AM: Mashups! Brands sollten ihren Fans/Kunden die Freiheit geben, selbst Remixe der Marke zu erstellen
  • 10:49 AM: Trend von “Marketing Hardware” zu “Marketing Software”
  • 10:49 AM: Hardware: festgelegte, geplante, produzierte Artefakte des Marketing
  • 10:50 AM: Software: Erfahrung, Meinung, Conversations, Interaktionen, Verbindungen
  • 10:50 AM: Empfehlung: shift zu 80 Software (flexibel!) und nur noch 20 Hardware (starr und verletzlich)
  • 10:52 AM: Activate existing networks! (because they exist, you can’t build them)
  • 10:53 AM: “First rule of the fight club. Don’t talk about the Fight club” – True for brands, too
  • 10:54 AM: Regel 4: Acite like a media company
  • 10:54 AM: Regel 5 Give more than you take
  • 10:54 AM: Regel 6: Be the change
  • 10:55 AM: (zugegeben, so etwas zusammenhanglos)
  • 10:56 AM: Regel 7: Be yourself.
  • 10:57 AM: “What’s intersting about you is you.”
  • 10:57 AM: Adaptive, Transparent, Open, Micro (ATOM) – das marketingprinzip bei schrumpfenden Marken
  • 10:59 AM: The Chief Meaning Office should be a sensemaker, not a rainmaker and help transform business.
  • 10:59 AM: Sehr salbungsvoll und nett. Aber wem sagt er das?
  • 1:11 PM: Jeff Jarvis und Umair Haque im moderierten Dialog
  • 1:11 PM: Jarvis: the license to fail is the basis for innovation today
  • 1:12 PM: Jarvis: the realtime web is just coming. we don’t even know what it will mean yet.
  • 1:12 PM: Jarvis vertritt die Philosophie des “shoot first, ask later”
  • 1:13 PM: Lehre für Startups: ständig anpassen und rechtzeitig herausfinden, was wirklich das eigene Geschäft ist.
  • 1:14 PM: man darf gern mit vielen Zielen anfangen, dann aber gezielt und “fluid” eingrenzen
  • 1:15 PM: Haque: stellt euch mal vor, wie es wäre, wenn ein Supermarkt den Kunden anzeigt, wie die Preise neben an sind.
  • 1:16 PM: Die Information ist ein Wert, der den Kunden Entscheidungen vereinfacht.
  • 1:16 PM: Moderator Paul Jozefak: Was ist mit dem Big Brother Aspekt von Google und dem Verkauf von Targeting-Daten
  • 1:17 PM: Jarvis: Das wird nicht passieren, weil der Aufschrei noch größer wäre als bei Facebook
  • 1:17 PM: Die Menschen kontrollieren Google, deshalb werden sie Daten der User nicht missbrauchen
  • 1:18 PM: Haque und Jarvis sind sich einig: Wenn Google das Vertrauen der Nutzer missbraucht, wird es scheitern. Und je mehr sie das tun, desto schneller wird das gehen.
  • 1:19 PM: Haque: Je mehr wir miteinander verbunden sind, desto schwieriger wird es für jeden einzelnen, “böse”/”evil” zu sein.
  • 1:21 PM: Jarvis: The definition what’s big enough has shrunken.
  • 1:23 PM: Haque: The old advertising business model of media is not working. A new model needs to be built on an inverse model. No longer “we talking to you” but “people talking to us”
  • 1:24 PM: Einwand aus dem Publikum: Google is not a social creature.
  • 1:24 PM: Twitter and Google don’t organise people like facebook does.
  • 1:27 PM: Googles way to fail is constant experimentation.
  • 1:27 PM: Paul Jozefak: So what’s next if you’re not Google.
  • 1:28 PM: Jarvis: The big question is how to add real value, we need an invisible tissue that makes the web social. Second is “live”, the realtime Web.
  • 1:29 PM: Haque: Demokratisierung des Web! Geschäftsmodelle, die den Rückkanal monetarisieren werden gefragt sein.
  • 1:30 PM: (Haque nuckelt ständig an seiner Wasserflasche)
  • 1:31 PM: Und Ende. Leider sehr kurze Sessions hier.

28Nov

Kein Aprilscherz: re:publica’09 vom 1.-3. April 2009 in Berlin

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Die re:publica08 war für mich so etwas wie ein Initiationsritus zur Aufnahme in die Blogosphäre. Ich kannte keinen Menschen dort, habe aber den einen oder anderen kennengelernt und ansonsten drei Tage gestaunt und die Laptop-schwangere Atmosphäre eingeatmet. Es war ansteckend. Es folgte die Next08, die Pl0gbar Rhein/Main, spontane Twitterer-Treffen in Frankfurt, schließlich das BarcampBerlin3 samt Web 2.0 Expo.

Und inzwischen kenne ich deutlich mehr Leute, habe ein besseres Gefühl dafür entwickelt, wie die deutsche und europäische Blogger-, Social Web- und Startup-Szene tickt und bin gefühlt ein gutes Stück geekiger geworden. Ich habe für meinen alten Arbeitgeber einen kleinen Beitrag über die re:publica08 geschrieben, der mit “Das Herz der Blogosphäre” oder so betitelt war. In diesem Jahr habe ich das Herz noch beim Schlagen beobachtet wie ein Chirurg. Nächstes Jahr bin ich schon Teil des Blutkreislaufs.

Also, wir sehn uns auf der re:publica09!