Tag: microblogging


16Feb

Gedanken zum “Guten Morgen” bei Twitter

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Vergangene Woche beim Twestival wurde ich vom 3Sat-Redakteur, der einen Bericht über das Event bei uns in Frankfurt drehte, gefragt, ob bei Twitter denn nicht furchtbar viel Irrelevantes in die Welt hinausposaunt würde. Meine Antwort sinngemäß:

“Relevanz entsteht aus dem individuell zusammengestellten Netzwerk. Es gibt keinen objektiven Maßstab für Relevanz, sondern sie entsteht für jeden persönlich aus dem Tweet-Fluss, den man sich nach ganz subjektiven Kriterien zusammenstellt.”

Oder anders ausgedrückt: Mann muss Leuten ja nicht folgen, wenn man ihre Tweets für unwichtig/unsinnig/belanglos/etc. hält.

Heute morgen nun, las ich einen Tweet, der mich einen Moment aufhorchen ließ. Torsten Herrmann schrieb:Tweet von @thorstenherrmann

Bis vor einer Weile hatte ich meinen Twitter-Tag genau mit dieser Zeile begonnen (heute schreibe ich der Knappheit wegen eher “Moinallerseits!”) und viele Twitterer, denen ich folge, haben ihre eigenen Begrüßungsformeln. Ich empfinde es als ein kleines Ritual, die Morgengrüße der Gefolgten zu lesen. Da Twitter bei mir die meiste Zeit des Tages nebenher mitläuft, ist es eine Art Vergewisserung, dass für mich persönlich wichtigen Mit-Twitterer da sind und dass das lose Netzwerk für den Tag wieder steht.

Klar, man könnte die Morgentweets auch als überflüssiges Rauschen begreifen. Schließlich liegt die Würze in der Kürze und so weiter. Aber warum sollte man? Wenn wir das Netz als nicht nur als Informations-, sondern eben auch als Kommunikationsmedium begreifen, das Beziehungen knüpfen und sichern hilft, sind kleine Rituale nicht nur unvermeidbar, sondern notwendig. Das “Guten Morgen Twitterland!” oder @PickiHH‘s legendäres Good Morning Tweethearts, you Princes of Twitter, you Kings of the Web!!!” erfüllen eine soziale Funktion. Sie haben für angesichts der “weak ties” des Sozialen Netzes einen affirmativen Charakter. Der andere ist noch da, ich kann mich seiner Präsenz sicher sein, auch wenn sie rein twittervermittelt ist.

Ist das unbescheiden, wie Torsten meint? Im Gegenteil, es zeugt von Höflichkeit und Offenheit den anderen Netzteilnehmern gegenüber. “Passt (es) nicht zu professioneller Kommunikation”? Aber sicher! Schließlich begrüßen auch professionelle Kommunikatoren ihre Gesprächspartner mit einem “Guten Morgen!” Und wenn man morgens ins Büro kommt, tut man das hoffentlich auch.

Aber wie eingangs gesagt, Relevanz entsteht beim Microblogging sehr subjektiv aus einem individuell zusammengestellten Netzwerk an Menschen. Sogesehen kann ich keinem böse sein, der mich “entfolgt”, wenn er/sie ein “Moinallerseits!” als unbescheiden oder unnötig empfindet.

Was meint ihr dazu? Sind Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln in Microblogs des Rauschens zuviel? Ist es wirklich zu egozentrisch, ein “Guten Morgen” an die Follower zu schicken?

(Update: In der ersten Fassung hatte ich Torsten ein “h” untergejubelt. Das ist jetzt korrigiert.)

27Jan

Ein Hobel macht noch keinen Zimmermann

Kategorie Events | TAGS , , , ,

Dass die weltweit erste Microblogging Conference in Hamburg stattfand, ist toll und dem Initiator Cem Basman gebührt der Dank für zwei schöne Tage in entspannter Atmosphäre unter netten Leuten und bei leckerem Catering (was nicht selbstverständlich ist bei einem Ticketpreis von 38€!). Vielleicht ist es aber auch logisch, dass die MBC in Deutschland ihren Anfang nahm. Denn wenn es hierzulande um neue Technologien geht, steht sofort eine sehr engagierte Gemeinde von Geeks auf der Matte, die sich stundenlang über die verschiedensten Tools unterhalten will.

So auch auf der MBC. Klar, die Sponsoren sollten zu ihrem Recht kommen und Redezeit erhalten. In Hamburg waren das vor allem Anbieter von Werkzeugen für das Mikrobloggen: Desktop-Client-Macher Twhirl, Google-Handy-Applikationsmacher Twidroid, die Corporate Microblogging-Lösung Communote und andere.

Auch die besten Tools machen aus einem Zwitscherer noch keinen erfolgreichen Microblogger

Es ist aber symptomatisch für solche Konstellationen, dass dann vor allem eins getan wird – zeigen was man kann. Da wird über Features gesprochen, Knöpfchen erklärt, APIs und ihre Vor- und Nachteile diskutiert, und wieder eine neue Funktion vorgestellt und soweiter. Für Spielkinder wie mich, die ohnehin schon die allermeisten Dinge zumindest mal kurz ausprobiert haben und dann bei einer kleinen Auswahl von Tools bleiben, ist das unerquicklich. Außerdem verschenkt es die größte Chance, die eine solche Konferenz hat, nämlich sich vom Werkzeug zu lösen und den Blick zu weiten auf die Dinge, die man mit den digitalen Hobeln und Meißeln gestalten möchte.

So blitzte nur gelegentlich etwas Vision auf – etwa als die Journalistentwitterer von taz-online (Jan-Michael Ihl), derWesten (Katrin Scheib) und Welt Kompakt (Frank Schmiechen) im Panel bereitwillig Auskunft gaben was sie beim microbloggen bewegt, warum sie es tun und weshalb sich mehr Redaktionen dem Instrument öffnen sollten. (Hier kommt noch ein Link zum Video hin, sobald es da ist.)

Auch das Panel zur Zukunft des Microblogging mit Evan Prodromou, Macher der Open Source Plattform laconi.ca und der Fertiglösung identi.ca sowie Nico “Herr Direktor” Lumma und Marco Kaiser von Seesmic brachte zumindest die Erkenntnis, dass man gut beraten ist, eine alternative, offene Technologie zu unterstützen und sich nicht – wie im Falle von Twitter – einem geschlossenen System ohne klares Geschäftsmodell mit Haut, Haaren und allen Kontakten zu verschreiben. Mit dem Risiko des Scheiterns, wenn das Geld schneller alle ist als die Monetarisierung es ausgleichen kann. (Dazu ein Plädoyer von Evan beim Café Digital.)

Wunsch für Köln – Schnitzanleitungen!

Um die Sache abzukürzen: Ich fand die Idee der MBC klasse, die Rahmenbedingungen weitgehend gut (akustisch etwas anstrengend), das inhaltliche Konzept sollte aber bei der für September in Köln geplanten zweiten Auflage deutlich breiter fächern.

Mehr Anwendung, weniger Tools. Mehr warum und zu welchem Zweck microbloggen, als womit. Der von Bastian Scherbeck vorgestellte – noch sehr frische – Anwendungsfall “eBay Deutschland bei Twitter” war ein erster Schritt in die Richtung. Allein die vielen Fragen während der kurzen Session, die vor allem um die inhaltlich-redaktionellen Fragen und das Warum? des Twittereinsatzes kreisten, zeigten für mich, dass hier die wahre Spannung liegt.

Wenn es also diesmal vor allem um die Hobel ging, wünsche ich mir für’s nächste Mal eine MBC zum Thema “Was wollen wir schnitzen, und wie stellen wir’s an?”. Gerade für diese Fragestellung sollten sich doch auch Sponsoren und Referenten jenseits der Werkzeugmacher finden lassen.

PS: Übrigens, der Nachhall der MBC im Netz war so stark, dass leWeb-Zampano und Mitsponsor Loic Le Meur Cem einlud, für die diesjährige leWeb eine eigene MBC in Paris zu organisieren. Glückwunsch, Cem!

6Jul

Things I’ve tried, too

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I keep registering to new services or apps almost every week. Since I first did the “Things I’ve tried” list in April, quite a number of new things have seen my type in my email address. If you’d like to see for yourself, go here:

  1. Twhirl, a Twitter client based on Adobe AIR, acquired by Seesmic and being improved more regularly since then. Still suffers from Twitter’s API request restriction which makes all clients slow once you have exceeded a certain number of proliferous followees.
  2. TweetDeck, just came in this weekend. Another AIR-based Twitter client that organises Tweets in columns, allowing for replies to be listed separately and offering grouping. It’s pretty much a full-screen thing, so requires more attention than Twhirl.
  3. Twibble, is a mobile Twitter client. It works nicely on my SonyEricsson, again with the API restriction in place. Downside is that you can’t click on links in your timeline and read stuff on your mobile browser. But Twibble guaranteed on-the-go entertainment during the Germany-Turkey Euro 2008 semi-finals when the TV signal from Basel failed several times in all of Europe.
  4. Brightkite, is a location-based social network that allows users to inform friends on the go where they are and what they are up to. It has a web-to-mobile integration with maps on the site. Currently, the mobile app does not work with carriers outside the US, so it’s pretty useless. Unless you want to send texts to the service to check in. Plazes, recently acquired by Nokia, does a better job with automated check-in and has more European/German users too. Anyway, LB SocNets are here to stay..
  5. Identi.ca, is a Twitter clone with a sleek interface but less features than the original. Might become a fallback option if the fail whale keeps appearing for ever and ever.
  6. Sixgroups call themselves “live community” which they indeed are. You’ll find my Sixgroup community bar on the top of this blog and I invite you to join my community. Integrating Sixgroups was a breeze (copy-paste of a bit of code) and setting up all the rest is as simple as anything. The cool thing about this is that you can build your own network of people around your personal content offering (i.e. this blog) and engage in discussion live as the Sixgroups drop-down menu offers live chat functionality – apart from the unmissable Twitter integration. Oh, and this is a German startup from Hamburg, which is always worth mentioning.
  7. TypePad is the legendary hosted blog service from Six Apart (my client at Hotwire) and I’ve set up a secondary blog (German only) to play with and get aquainted with the service.
  8. Plurk is a Twitter-like microblog service, I’ve written about here. Don’t use it much anymore as the critical mass is on Twitter (still).
  9. Telewebber was great fun during the Euro 2008 matches. People getting together to chat live about the game. More detail here in my previous post.
  10. Mento takes your bookmarks, much like del.icio.us, but with a more immediate community of friends. You can share links with just one friend if you like or publish more broadly. It’s integrated with del.icio.us, Facebook, Friendfeed, Ma.gnolia and Tumblr. Plus Twitter of course. A nice feature, building on the social factor is the “Mento Mix” that gives you a selection of links your friends have saved as a recommended reading. They have Firefox and IE plugins, too. I have a few invites, so just comment here to get one.

Up next: 2 weeks offline in Finland end of July. So 0.5, but I know I’ll love it.

31Mai

Blök? Plurk!

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I’m amazed once again how fast new services can get attention in these Twittertimes. Just yesterday, as it appears, a new microblogging service called Plurk.com started to make waves among the German Twitterati, half of my “following”-list registering right away and starting to play. Judging from other blog posts, Plurk seems to have been around since January, more recently opening up from closed beta, or so.

Plurk has something of Twitter (140 character messages, followers, friends) and Friendfeed (direct comments to “plurks”) and even allows for image and video embedding. The timeline displayed in the browser moves from left to right with most recent entries on the left. Each plurk indicates if it has responses. You can keep your plurks private or create “cliques” to have closed group plurk-parties.

Whether this service will take off or not is not the big question to me, it may, it may not. But it’s definitely a proof that there are more ways to visualise social-messaging-timelines and a great example for the viral mechanisms of the social web. Take a few key Twitterers (high follower numbers) and give them a new toy to play with – others will follow. Quite simple.

UPDATE: Cool, I was faster with this post than Mashable. Which really means something (just kidding)