Tag: Marketing


3Mrz

“Blogger für Beiträge bezahlen ist OK – unter bestimmten Voraussetzungen”

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…sagt Forrester Research Berater Sean Corcoran in seinem gestrigen Post. Wirklich?

Was Corcoran meint, sind so genannte “Sponsored Conversations”, also klar als bezahlt  gekennzeichnete Beiträge über ein Produkt oder eine Dienstleistung. Er empfiehlt sie als ein Bestandteil des Marketing-Mix vor allem Unternehmen, die noch keine große Aufmerksamkeit genießen und online von sich Reden machen wollen. Zweite Voraussetzung neben der Kennzeichnung: Der Blogger darf schreiben, was er will. Das setzt voraus, dass man von der Qualität und Stärke seines Produktes sehr überzeugt ist und das Risiko negativer Äußerungen minimal ist.

Als Vorteil einer auf diese Weise “bezahlten Unterhaltung” führt der Forrester-Berater an, dass es authentisch ist (wobei ich das skeptisch sehe, denn “wes Brot ich ess’…”), zu verhältnismäßig geringen Kosten zu machen ist und die Chance auf Online-Buzz bringt, der auf herkömmlichem Wege nicht zu Stande gekommen wäre.

Rechnung ohne den Vertrauensvertrag

Was in Corcorans Post nur am Rande als “Challenge” auftaucht ist das Problem, dass Bezahlbeiträge in Blogs (und nur in etablierten Blogs ist es überhaupt sinnvoll) den Vertrauensvertrag zwischen dem Blogautor und seinen Lesern strapazieren.

Was soll ich von einem Blogger halten, den ich seit langem für seine ausgewogenen und/oder kritischen Beiträge schätze, wenn er plötzlich anfängt für Geld zu schreiben? Wenn das Vertrauen zwischen Leser und Blogger bröckelt, schlägt das auf den Auftraggeber der Bezahlbeiträge durch.

Welches Unternehmen – welches unbekannte zumal – will schon das Risiko eingehen, gleich zu Beginn als “Bloggerverbieger” bekannt zu werden?

Vielleicht gibt es hier einen kulturellen Unterschied zwischen den USA und Deutschland/Europa. Aber mein Rat wäre: Finger weg von Bezahlbeiträgen!

27Feb

Lasst uns Brandstifter werden! Ein Plädoyer für ein emotionales Verständnis des Social Web

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Seit ein paar Monaten vergeht kein Tag, an dem meine Mit-Twitterer oder ich nicht gefragt werden, was Twitter ist. Regelmäßig verfallen wir dann in ein mehr oder weniger schlüssiges Stammeln über 140 Zeichen und Follower und Gefollowte und warum das alles spannend ist.

Die eine knackige Definition, die einem Neuling sagt, was Twitter (in der Praxis) ist und warum es diese enorme Dynamik entfaltet, scheint es nicht zu geben. Die Unterhaltung endet dann oft mit dem Satz: “Ist halt schwierig in Worte zu fassen. Am besten probierst du’s mal selbst aus.”

Das gilt genauso für andere Plattformen im “Sozialen Netz”. Man mag es als Intensivnutzer ja kaum glauben, aber es gibt da draußen immernoch eine Menge Menschen, die nicht wissen, was ein Social Network ist, was in einem Online-Forum passiert, und wie ein Wiki bedient wird.

Wir sollten über diese Leute nicht lachen, auch nicht im Verborgenen, sondern es als Aufgabe annehmen, für Klarheit und Wissen zu sorgen. Denn der Medienwandel passiert. Und wer nicht mitkommt, kommt unter die Räder. So wie die Musikindustrie- und jetzt die “Journalismusindustrie”, wie sie der Musikmanager und Online-Unternehmer Tim Renner bei CARTA nennt.

Das dort formulierte “Renner’sche Gesetz” ist sein Weckruf für jede Branche, die der Digitalisierung ins Auge sieht:

“Der Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger bringt immer auch einen Wechsel des Geschäftsmodells mit sich.”

Eine weitere These Renners hat dazu noch großen Bezug zur Frage was Twitter eigentlich ist und ausmacht. Er sagt (Paraphrase von CARTA):

“Die Manager der Medienindustrien erfassen den Medienwandel vor allem auch deshalb nicht emotional, weil sie nicht in der Technikwelt der Nutzer ihrer Inhalte leben. Genau um solch ein emotionales Verständnis geht es aber.”

Ich würde das sogar verallgemeinern und sagen:

Kommunikations- und Marketingmanager aller Branchen müssen ein emotionales Verständnis für die Medien- und Technikwelt ihrer Kunden entwickeln, um sie künftig überhaupt noch zu erreichen. In letzter Konsequenz gilt das auch für Geschäftsführer und Vorstände.

Oder an einem fiktiven, aber nicht ganz unrealistischen Beispiel erklärt: Würdet ihr einem Vorstand eines Konsumgüterherstellers, der sich E-Mails von der Sekretärin ausdrucken lässt und die Antwort per Diktat auf den Weg schickt, abnehmen, dass er am Puls der Zeit ist? Eben!

Alles Erklären, die Theorie des Social Web, die überall in Fachblogs sprießenden “10 Regeln zum erfolgreichen Umgang mit Twitter”, all das ist sicher in der derzeitigen Explorationsphase der zweinulligen Kommunikation normal und vielleicht auch nützlich. Doch am Ende zählt die ganz praktische Durchdringung, die persönliche und emotionale Erfahrung des Neuen. Die Theorie bleibt grau und neblig.

Beispiele? Bitteschön: Wer noch nie das kleine High erlebt hat, wenn der erste Kommentar auf einem neu aufgesetzten Blog eingeht; wer sich noch nie über einen Re-Tweet einer frischen Linkempfehlung gefreut hat; wer noch nie “live” dabei war, wie die Nachricht eines Flugzeugabsturzes, wie am Mittwoch in Amsterdam, in Sekunden um die Welt geht; wer all diese Dinge nicht aus eigener Anschauung nicht nur gesehen und gelesen, sondern auch gefühlt hat, dem fehlt eine ganz entscheidende Voraussetzung für das Verständnis des Medienwandels. Denn das “Social” im Social Web ist sehr stark emotional geprägt.

Ohne dieses Verständnis wird es aber nicht gehen. Nicht mehr lange. Also lasst uns die Schüchternen, die Ängstlichen, die Ignoranten und die Faulen vor die Bildschirme zerren und ihnen zeigen, was sie verpassen. Und wenn die Glut der Faszination zu glimmen beginnt, geben wir Reisige hinzu und kleine Scheite, bis das Feuer der Begeisterung lodert und unsere Schützlinge selbst hinausgehen und Fragen über Twitter beantworten müssen.

Nennt mich ruhig Brandstifter. Es macht einen Riesenspaß!

21Dez

Lesenswert: Viral Video Fallstudie “Best Air Race Pilot Ever”

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Die Frage nach der Wirksamkeit von “viral” angelegten Videos bei YouTube und Konsorten wird nachwievor kontrovers diskutiert. Vor allem ist die Frage berechtigt, ob sich der zuweilen beträchtliche Aufwand zur Konzeption und Produktion eines Netzvideos wirklich lohnt und was man tun muss, um eine breite Resonanz auf den Film zu bekommen.

Die Viralmarketing-Agentur Dialog Solutions (DSG) aus Hamburg hat für eine bislang unbekannte Modemarke “Kill a Thrill” ein recht spektakuläres Video produzieren lassen und zwei Herangehensweisen zur Verbreitung gezielt miteinander verglichen.

  1. YouTube-Veröffentlichung ohne zusätzliche Verbreitung
  2. YouTube-Veröffentlichung mit gezieltem “Seeding” des Links auf anderen Seiten

In diesem ausführlichen Blogpost zeigen die DSGler, welche Reaktionen das Video hervorrief und analysieren sowohl statistische Daten als auch Hintergründe, warum Variante 2 mit aktiver Linkverbreitung besser funktionierte als das Video sich allein zu überlassen.

Leider sagt der Beitrag nicht, nach welchen Kriterien die “Seeding”-Seiten ausgewählt wurden und ob hier Absprachen mit den Seitenbetreibern bestanden. Dennoch ein lesenswerter Einblick in die Hintergründe von Viralmarketing per Video und ein Beleg dafür, dass es ohne professionelle Inhalte und sorgfältige Planung kaum geht.

Hier der Spot schon mal zum Staunen.

8Dez

Vortrag: “Jenseits der Spielerei – Web 2.0-Tools in Marketing und PR”

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Ich hatte heute Vormittag das Vergnügen im Rahmen einer Veranstaltungsreihe von Dow Jones einen Vortrag zu Thema Web 2.0-Tools in Marketing und PR zu halten. Etwa fünfzig Teilnehmer fanden den Weg in den 21sten Stock des InterContinental in Frankfurt. Von außen ist das Gebäude ja hässlich wie die Nacht, aber die Aussicht von da oben ist klasse.

In einer halben Stunde kann man natürlich dieses sehr breite Thema nicht umfassen behandeln. Ich habe mich deshalb vor allem darauf konzentriert, die Notwendigkeit einer systematischen Herangehensweise an “zweinullige” Kommunikation zu vermitteln. Denn allzu oft heißt es doch immernoch “Die Konkurrenz hat ein Blog, wir brauchen das auch!” oder “Ich wollte da was mit einer Microsite machen, wie promote ich die denn?”. Das Pferd wird von hinten, also von der Technologie her aufgezäumt und dabei fallen allzu oft ganz grundlegende Fragen hinten runter. Nämlich:

  1. Wen möchte ich eigentlich erreichen und welche Medien/Tools nutzen diese Menschen denn schon?
  2. Welche Ziele verfolge ich denn eigentlich mit meinem Engagement im Social Web?
  3. Welche Konsequenzen hat der Einsatz von Social Media für meine Mitarbeiter im Unternehmen selbst?
  4. Erst an letzter Stelle sollte die Frage nach der passenden Technologie stehen.

Die Forrester-Analysten Josh Bernoff und Charlene Li haben diese Fragen in ihrem Buch “Groundswell” sehr schlüssig beantwortet, sodass ich keine Scheu habe, dort Anleihen zu nehmen. Die Präsentation von heute morgen bette ich hier mal zum Nachlesen ein. Falls dazu Fragen sind, bitte einfach per Kommentar oder Mail melden!

Schließlich gilt mein Dank noch Dr. Matthias Hoffmann, Marketing Manager bei Dow Jones, der mich als Sprecher eingeladen hatte.

11Nov

Bedingt gesprächsbereit – Warum Marketing-Entscheider jetzt in Web 2.0-Kompetenz investieren sollten

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Die Konjunkturaussichten sind eher trübe und nicht nur die Web-Szene entdeckt wieder das “bootstrapping”, also die Beschränkung der Kosten auf das absolut Nötigste. Bevor jedoch auch Kommunikationsbudgets radikal gekürzt werden, sollten sich Marketing-Entscheider darüber klar werden, wie sie ihre Unternehmen gestärkt aus der Krise führen können. Denn strategische Investitionen in Web 2.0-Kompetenz können nicht auf den nächsten Aufschwung warten. Sonst hat die Konkurrenz ihren Startvorteil schon gesichert.

Was es bei der Planung für 2009 und darüber hinaus zu bedenken gilt, erklärt dieser Beitrag.

Drei Thesen für den Kommunikationserfolg

Inzwischen ist das Thema auch in der Wirtschaftspresse angekommen. Die Menschen nutzen das Internet in einer Weise, die grundsätzliche Auswirkungen auf ihren Medienkonsum und ihr Kaufverhalten hat. Die folgenden Punkte müssen deshalb Unternehmen aller Branchen berücksichtigen, die sich zur Zeit über die Effizienz ihrer Kommunikationsbudgets Gedanken machen:

  1. Das Internet ist das neue Hauptmedium. Punkt.
    Für die junge Generation gilt das ohnehin, aber auch die Menschen jenseits der “Digital Native”-Schwelle verbringen immer mehr Zeit im Netz. Fernsehen und Printmedien verlieren ihre Leitmacht. Die Verlage und Sender können ein schrilles Lied davon singen. Jede Kommunikationsstrategie, die “was mit Online” quasi als Nachgedanken bringt, wird ihrem Namen nicht gerecht.
  2. Informations-, Kommunikations- und Kaufverhalten verschmelzen
    Früher war Kaufentscheidungen unterstützende Information noch die Domäne der klassischen Medien. Bevor man eine neue Waschmaschine oder einen neuen Computer kaufte, las man “test” oder die “Chip”, fragte vielleicht noch den Fachhändler um Rat. Am Ende kaufte man dann doch bei Media Markt, weil der Rechner gefühlt billiger war. Anregungen für Neues kamen aus der TV-Werbung oder Presseberichten. Das Internet war damals (vor gerade mal 5 Jahren) zum E-Mailen, zum Nachrichtenlesen und vielleicht zum Chatten da, allenfalls Bücher und CDs kamen von Amazon.Heute informieren wir uns online (vor allem suchen wir aktiv!), wir teilen das Gefundene mit Freunden über Social Networks, holen deren Meinung in aller Kürze per Twitter ein, lesen Bewertungen Fremder auf Produktrating-Seiten, vergleichen Preise mit entsprechenden Web-Diensten und lesen vielleicht ein Blog zum Thema, weil es uns bei der Recherche auffiel. Und da all das ohnehin im Web passiert, ist der letzte Klick zum Kauf online auch keine große Hürde mehr.
  3. Social Media sind Entscheidungskatalysatoren
    Der oben beschriebene herkömmliche Informations- und Kaufentscheidungsprozess brauchte aufgrund der Medien- und Umweltbrüche (Zeitung, Ladengeschäft, Freunde, Testmagazin, TV, Elektronikmarkt) seine Zeit. Dadurch boten sich für ein Werbung treibendes Unternehmen immer mal wieder Kontaktpunkte, um auf sich aufmerksam zu machen. Mal mit Erfolg, oft ohne.Im “Social Web” von heute gibt es keine Brüche mehr, an denen man als Unternehmen seine Botschaften dazwischen schieben könnte. Diese Nahtlosigkeit des Mediums trägt außerdem zu einer enormen Beschleunigung von Kommunikation, von Bewertungen und damit auch von Entscheidungen bei.

    Die Menschen unterhalten sich im Netz auf gleicher Augenhöhe über die Dinge, die sie bewegen. Sie geben bereitwillig Rat und haben umgekehrt keine Hemmungen, Fragen zu stellen und sich Tipps zu holen. Dafür sind User-Foren, Bewertungsseiten und Social Networks schließlich gemacht – für die schnelle Verknüpfung unterschiedlichster Quellen, Menschen und Meinungen. Das Urteil, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung ihr Geld wert sind, fällt dadurch wesentlich schneller als im althergebrachten Mediensystem. Ob das Urteil nach streng wissenschaftlichen Maßstäben objektiv ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Das Vertrauen in die Quelle zählt, und das entsteht aus dem Gespräch, aus der Interaktion.

Wenn Unternehmen nun angesichts der Krisenzeichen an den Kommunikationsausgaben sparen wollen, können sie das dort gefahrlos tun, wo das Geld ohnehin nicht mehr gut angelegt war. TV- und Print-Werbung, auch Radiospots setzen an den Medienbrüchen an (oder schaffen selbst Brüche in Form von Unterbrechungen) und heischen nach Aufmerksamkeit, die sie nicht mehr bekommen. Und vor allem spricht Werbung nicht mit den Menschen, sondern nur zu ihnen.

Vom Netz der Gespräche profitieren

Es wäre jedoch fahrlässig, Kommunikationsbudgets so radikal zusammenzustreichen, dass auch für das Internet nichts mehr übrig bleibt. Denn wenn man die Konsequenzen der oben skizzierten Thesen bedenkt, bleibt Unternehmen nichts anderes übrig, als sehr zügig Teil des Social Web zu werden. Als Gesprächsteilnehmer auf Augenhöhe in den Online-Diskussionen haben sie gleich mehrere Chancen, die heute oft noch ungenutzt bleiben:

  1. Startvorteil Aufmerksamkeit
    Unternehmen, die sich aktiv im Web 2.0 engagieren und dabei echte Gesprächsbereitschaft signalisieren, haben allein dadurch schon einen Vorteil. Das macht eben noch lange nicht jeder. Natürlich hält dieser Startvorteil nicht ewig. Er wird längerfristig ergänzt durch:
  2. Menschlichkeit als Differenzierungsmerkmal
    In einer Zeit der Sprachcomputer-Hotlines und automatisierter E-Mail-Antworten auf Supportanfragen ist ein Unternehmen, das echte Mitarbeiter in echte Gespräche eintreten lässt, von vorneherein schon anders als der Wettbewerb. Gerade wenn sich Produkte kaum unterscheiden, gibt Service-Qualität den entscheidenden Ausschlag für oder gegen ein Produkt. Eine menschliche Stimme im Netz zu haben, ist deshalb unverzichtbarer Teil eines guten Kundendienstes.Außerdem hat es einen Krisenpräventionseffekt: Die Erkenntnis, dass bei einem Unternehmen auch (nur) Menschen mit Namen arbeiten, lässt selbst aufgebrachte Kunden und Fragesteller am Ende sehr viel eher wohlwollend über die Firma sprechen. Denn auf eine anonyme Firma (“die da oben”) lässt sich’s leicht schimpfen, auf “Michaela vom Community Service” nicht.
  3. Offenheit als Wert
    Gerade weil Markenpräferenzen heute stark vom sozialen Umfeld und damit auch online beeinflusst werden, sollten Unternehmen mit einem Engagement im Social Web versuchen, selbst Teil dieses sozialen Umfelds werden. Das geht jedoch nicht mit der klassischen Marketinghaltung frei nach dem Motto: “Wir sagen euch mal, wie toll wir sind”. Genau umgekehrt wird ein Schuh draus: “Wir haben hier ein paar Ideen und wollten mal hören, was ihr davon haltet. Vielleicht können wir ja noch was besser machen.”Die Öffnung gegenüber den Kunden, die Schaffung von Gesprächsangeboten und die Einbeziehung des Feedbacks in die unternehmensinternen Prozesse können mehr bewirken als teure Marktforschungsstudien. Während Marktforschung nur Fragen beantworten kann, die man sich als Unternehmen selbst stellt, bringt die Offenheit für das unmittelbare Gespräch im Web Fragen auf, von deren Existenz man vorher nichts geahnt hatte. Und wenn man dran bleibt an den Online-Konversationen, kommen sogar verblüffende Antworten heraus. Ganz ohne Marktforschung.

All dies erfordert ein grundlegendes Umdenken über die Rolle von Marketing und Kommunikation in Zeiten des radikalen Medienwandels. Der gedankliche Schritt vom Verkünder zum Gesprächspartner ist zugegeben groß und geht unweigerlich mit einem Kontrollverlust einher. Das muss man sich erstmal trauen.

Stellen Sie die richtigen Weichen

Doch es gibt dazu keine Alternative. Das Internet ist und bleibt das Leitmedium und wie die Menschen damit umgehen, ändert gerade grundlegend ihre Art Informationen zu sammeln und Entscheidungen über Kauf- oder Nichtkauf zu fällen. Das Gespräch ist der Kern jeder Beziehung und die Grundlage für Vertrauen. Unternehmen jeder Couleur tun gerade in Krisenzeiten gut daran, Gesprächsbereitschaft zu signalisieren und ihre Gesprächsfähigkeit sicherzustellen. Die dafür nötigen Investitionen in Technologien, aber vor allem Menschen und ihre Fähigkeiten sollten selbst in schweren Zeiten aufzubringen sein. Das Zeitfenster, Ihre Kommunikations “webfähig” zu machen ist kurz. Verpassen Sie es nicht!