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	<title>Open Source PR &#187; FAZ</title>
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	<description>Tapio Liller über Kommunikation, Medien &#38; Technologien</description>
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		<title>Meckelogik</title>
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		<comments>http://www.opensourcepr.de/2009/05/13/meckelogik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 May 2009 22:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[FAZ]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Miriam Meckel]]></category>

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		<description><![CDATA[Tweet In aller Kürze: Lest zuerst diesen FAZ-Artikel von Miriam Meckel, ihres Zeichens Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, über ihre Sicht auf Blogs und &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; (Kurzfassung für Eilige: Blogs ungleich Qualitätsjournalismus). Danach lest diesen Blogpost von Miriam Meckel, ihres Zeichens Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, über ihre Sicht auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F6RZLZe&amp;via=tapioliller&amp;text=Meckelogik&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2009/05/13/meckelogik/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>In aller Kürze:</p>
<p>Lest zuerst diesen <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EE67F2AC3CEC9746EC93DC9FF0E5679312%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html" target="_blank">FAZ-Artikel von Miriam Meckel</a>, ihres Zeichens Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, über ihre Sicht auf Blogs und &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; (Kurzfassung für Eilige: Blogs ungleich Qualitätsjournalismus).</p>
<p>Danach lest <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/05/12/in-der-grotte-der-erinnerung/" target="_blank">diesen Blogpost von Miriam Meckel</a>, ihres Zeichens Professorin für Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen, über ihre Sicht auf Blogs und &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; (Kurzfassung für Eilige: Blogs ungleich Qualitätsjournalismus).</p>
<p>Ist euch irgendwas komisch vorgekommen? Richtig! Ein und der selbe Text in zwei unterschiedlichen Kontexten. Ist er durch den Kontext FAZ als &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; geadelt und durch das nachträgliche Posting in Meckels Blog jetzt weniger wert? Oder wäre der Beitrag umgekehrt nicht der Qualitätszeitung FAZ würdig wenn er zuerst in Meckels Blog erschienen wäre?</p>
<p>Vielleicht ist es aber auch so wie Journalist Björn Sievers sowohl <a href="http://twitter.com/bjoern/status/1681191956" target="_blank">twitternd</a>, als auch <a href="http://bjoern-sievers.de/2009/05/12/bloggen-auf-papier/" target="_blank">bloggend </a>anmerkt: <em>&#8220;<span class="status-body"><span class="entry-content">Merke: Journalismus ist manchmal auch nicht mehr als bloggen auf Papier.</span></span>&#8221; </em></p>
<p>Wo wir publizieren ist egal, Hauptsache wir haben eine Meinung und können die Vielfalt der Meinungen diskutieren. Achja, zum Diskutieren muss man sich bei FAZ.net &#8220;als Nutzer registrieren, in Miriam Meckels Blog nicht. Die Folge bis zur Stunde: 16 &#8220;Lesermeinungen&#8221; bei FAZ.net, 77 Kommentare in Meckels Blog. Wie passt das in die Meckelogik?</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=5fa17c41-fa06-808d-abb4-cb0ecbd488fc" alt="" /></div>
<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F6RZLZe&amp;via=tapioliller&amp;text=Meckelogik&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2009/05/13/meckelogik/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
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		<title>Die Netzignoranten &#8211; Eine Replik auf Susanne Gaschke (Update)</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 05:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[FAS]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Susanne Gaschke]]></category>

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		<description><![CDATA[Tweet Update: Der Artikel von Susanne Gaschke ist nicht mehr bei FAZ.net zu finden (auch nicht per Suche, nur im kostenpflichtigen Archiv ist er noch abrufbar). Der Volltext ist aber bis auf weiteres noch im Google Cache zu finden. Bei der Suche im FAZ-Archiv habe ich festgestellt, dass der Beitrag in Print bereits am 19. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F7EPiMK&amp;via=tapioliller&amp;text=Die+Netzignoranten+-+Eine+Replik+auf+Susanne+Gaschke+%28Update%29&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2009/05/03/gaschke/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p><em>Update:</em> Der Artikel von Susanne Gaschke ist nicht mehr bei FAZ.net zu finden (auch nicht per Suche, nur im kostenpflichtigen Archiv ist er noch abrufbar). Der Volltext ist aber <a href="http://209.85.129.132/search?q=cache:Q6SMtX9FcI4J:www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EF43047F1D4E7491C9E7DEE82DCB199A1~ATpl~Epalmversion~Scontent.html%20die%20netzanbeter&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;gl=de&amp;strip=1" target="_blank">bis auf weiteres noch im Google Cache zu finden</a>. Bei der Suche im FAZ-Archiv habe ich festgestellt, dass der Beitrag in Print bereits am 19. April erschienen ist. Entsprechende Korrektur unten.</p>
<p><strong>Sehr geehrte Frau Gaschke,</strong></p>
<p>erlauben Sie mir, auf ihren Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (<em>Update: hier war der Link zum Beitrag</em>) vom <span style="text-decoration: line-through;">3. Mai</span> 19. April 2009 zu antworten. Dazu zitiere ich aus Ihrem Artikel und kommentiere ihre Behauptungen und Unterstellungen. Bitte haben Sie Nachsicht mit mir, wenn ich zu harten Formulierungen greife, aber ich bin etwas gereizt, seit Ihre Kollegin Sandra Kegel in der vergangenen Woche <a href="http://www.opensourcepr.de/2009/04/28/zensursula-rumpelstilzchen/" target="_self">mit einem FAZ-Leitartikel meine Hutschnur platzen ließ</a>. Seien Sie versichert, der Ton dient der Sache. Also fangen wir an. Sie beginnen Ihren Text mit den Worten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Innerhalb von zehn Jahren haben sich anderthalb Milliarden Menschen auf der Welt von einer Großtechnologie abhängig gemacht, die das Wesen der Kommunikation verändert wie wenige Erfindungen zuvor. Einer Großtechnologie, die wir zwar alle mehr oder weniger mühelos für die unterschiedlichsten Zwecke einsetzen können &#8211; die wir aber nicht verstehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gut beobachtet! Wir verstehen das Internet genauso gut oder schlecht wie in den Jahrhunderten zuvor den Buchdruck, die Dampfmaschine, das elektrische Licht, den Otto-Motor, die Telegraphie, das Telefon, den Fernseher, und so weiter und so fort. Mussten wir all diese Dinge verstehen, gar erklären können wie sie funktionieren, um sie nutzen zu können? Ich lobe den Erfindergeist, der uns diese Dinge brachte!</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein großer Teil unseres Alltags, unserer Kommunikation mit anderen Menschen und der Art und Weise, wie wir uns informieren, liegt damit in der Hand von Experten, deren Überlegungen wir kaum nachvollziehen können.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn man ehrlich ist, kommt es ja noch schlimmer! Ein großer Teil unserer Gesundheit, unseres Wohlergehens liegt in der Hand von Experten, die Brot ohne wurmdurchsetztes Mehl backen,  Milch keimfrei pasteurisieren, Steaks trichinenfrei und grillfertig vorbereiten,  Kopfschmerztabletten in der richtigen Dosis anmischen, die Bremsen der Bahn bremsfähig halten und dafür sorgen, dass Fußgängerampeln auf Rot schalten, wenn Gefahr droht. Ich lobe die Experten, die mit ihrem Wissen unser Leben (meistens) sicher machen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Seine Anhänger sehen das Netz als gesellschaftsverändernde Kraft. In der vollendeten Netzgesellschaft, von der sie träumen, sind alle gleich, gut, hilfsbereit und zugewandt. Von einer „himmlischen Stadt“ schwärmt ein Netzprophet, und zahllosen Aufsätzen und Interviews merkt man die Ungeduld und die Vorfreude auf die neuen himmlischen Zustände an.&#8221;</p></blockquote>
<p>Warum die Einschränkung auf die &#8220;Anhänger&#8221;, Frau Gaschke, warum die Limitierung auf die Utopien? Denken Sie nur mal daran, was Deutschland heute wäre ohne die Utopie der Einheit in Freiheit! Man braucht das Netz nicht als gesellschaftsverändernde Kraft zu &#8220;sehen&#8221;. Es IST bereits seit Langem eine solche Kraft. Wir kommunizieren, arbeiten, bewegen, lesen, sehen, hören anders als in Vor-Netz-Zeiten. Wir kaufen anders ein, wir wählen käufliche und immaterielle Dinge anders aus, wir kennen andere Menschen, als dies vor 15 Jahren möglich gewesen wäre. Ich frage Sie: Ist die Gesellschaft dadurch schlechter geworden? (Anmerkung am Rande: ein Link auf den &#8220;Netzpropheten&#8221; hätte nicht geschadet.)</p>
<blockquote><p>&#8220;Typisch für den Diskurs über das Internet ist, dass seine Protagonisten ohne jeden Zweifel von ihrer Sache überzeugt sind. Skeptiker hingegen sichern sich nach allen Seiten ab und verweisen mit großem Aufwand darauf, was an der neuen Technik selbstverständlich ganz ausgezeichnet ist, bevor sie zaghafte Kritik anbringen. Das liegt daran, dass die digitale Entwicklung als Inbegriff des wünschenswerten Fortschritts wahrgenommen wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Liebe Frau Gaschke, auf welcher Seite möchten Sie denn nun stehen? Bei den Skeptikern (von denen es wahrlich differenziertere im Netz gibt) oder vielleicht doch lieber bei den Gegnern? Wäre doch noch viel einfacher, als ohne jegliche Quelle, ohne Zitat, ohne Beleg eine Behauptung aufzustellen wie die vom &#8220;Inbegriff der wünschenswerten Fortschritts&#8221;. Sind Sie schonmal auf die Idee gekommen, dass die Verbreitung des Internets <span style="text-decoration: underline;">tatsächlich</span> der wichtigste singuläre Fortschritt für die größte Zahl an Menschen seit Entdeckung des Penicillins sein könnte? Im Übrigen, auch wenn ich Sie kritisiere, bin ich im Umkehrschluss noch lange kein &#8220;Ideologe, der &#8216;Kühle&#8217; gegenüber seinem Glauben für unzulässig hält&#8221;, wie sie im folgenden Abschnitt schreiben.</p>
<p>Darin führen Sie auch Don Tapscott und Anthony D. Williams mit ihrem Buch &#8220;Wikinomics&#8221; an und meinen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Diese beiden Digitalisten trauen dem Netz wirklich alles zu, unter anderem den weltweit solidarisch organisierten Kampf gegen die Klimakatastrophe. Wenn das Netz aber das Klima retten kann, darf man nicht dagegen sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Warum der zynische Unterton? Hätten Sie sich mal mit den Möglichkeiten des Internet als Mobilisierungsplattform für sozialen, ökologischen und politischen Wandel &#8211; und den bereits reichlich vorhandenen Beispielen für ihre Wirksamkeit &#8211; auseinandergesetzt, wer weiß, vielleicht empfänden Sie so etwas wie beeindrucktes Staunen oder gar Hochachtung vor den Menschen, die mit Projekten wie dem <a href="http://www.charitywater.org/twestival/" target="_blank">&#8220;Twestival&#8221;</a> binnen weniger Wochen mit den Mitteln des Netzes zehntausende Menschen weltweit für einen gemeinsamen Zweck vereinen können.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein Kennzeichen der Netzbewegung ist ihr hermetisches Vokabular: Wer weiß, was Wikis und Blogs sind, Cookies, Tools, Open Source Software und soziale Netzwerke, der kann seine Zugehörigkeit zur Fortschrittspartei nachweisen. Natürlich muss man alle diese neuen Funktionen irgendwie nennen, aber die Begeisterung, mit der dieser Jargon benutzt wird, als ob jeder ihn verstehen müsste, dient vor allem der Abgrenzung zu Uneingeweihten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oh, Frau Gaschke, es tut mir schrecklich leid, dass wir Sie so ausgrenzen. Eine neue Technologie und Kulturtechnik bringt einen eigenen Jargon mit sich, den nicht jeder versteht (übrigens, rechts neben Ihrem Artikel, der online (!) erschienen ist, steht unter &#8216;Top-Services&#8217; &#8220;RSS-Feed&#8221;). Das hätten wir fast übersehen! Lassen Sie uns doch gleich mal mit Ärzten, Ingenieuren, Brauern, Verwaltungsangestellten, Polizisten, Soldaten und vor allem mit Politikern sprechen und sie darauf hinweisen, dass sie uns Uneingeweihte ausgrenzen. Wo kämen wir denn hin, wenn wir all diese Fachleute nicht verstünden, die ihr Vokabular mit solcher Begeisterung verwenden?!</p>
<p>Aber vielleicht liegt es ja tatsächlich am Alter. Sie machen sich ja auch so ihre Gedanken, dass &#8220;ein Generationenbruch herbeigeredet&#8221; wird.</p>
<blockquote><p>&#8220;Aber wem die Jugend gehört, dem gehört die Zukunft: Das wussten schon andere Großideologien sehr genau. Und im modernen Kapitalismus, mit seinem Jugendkult in Konsum- und Arbeitswelt, gibt es kaum einen tödlicheren Vorwurf als den, jemand sei zu alt, um eine Entwicklung zu verstehen. Wobei in diesem Fall jede Form von Skepsis schon bedeutet, „zu alt“ zu sein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jetzt machen Sie es sich doch nicht so schwer, Frau Gaschke! Sie dürfen ja skeptisch sein, aber &#8220;zu alt&#8221; sind Sie nur, weil Sie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Gaschke" target="_blank">trotz ihres frischen Alters und trotz ihrer politischen Orientierung</a>, versuchen, eine inzwischen in der Mitte der Gesellschaft verankerte Kulturtechnik mit Vergleichen zu alten Begriffen wie Marxismus, Kapitalismus und Neoliberalismus zu erklären. Ganz abgesehen davon ist man auch im Alter immer nur so alt, wie alt man sein <span style="text-decoration: underline;">will</span>. Wie erklären Sie es sich sonst, dass mein Vater im Rentenalter noch beginnt zu bloggen und zu twittern? Oh, Pardon, Jargonbegriffe.</p>
<p>Dass ein Kategoriendenken nicht funktionieren kann, schreiben Sie doch im nächsten Abschnitt gleich selbst:</p>
<blockquote><p>&#8220;es [ist] bei den Propheten der Netzwelt fast unmöglich, sie als Gruppe zu beschreiben. Alle Arten von Fortschrittsfreunden sind dabei: der Online-Wahlkämpfer Barack Obama und die gute alte SPD; Angela Merkel mit ihren podcasts und die PR-Leute von Microsoft; Kultusbürokraten und Bundestagabgeordnete, Vertreter von Stiftungen, Professoren, Journalisten, Analysten, Unternehmer [...]&#8220;</p></blockquote>
<p>Unglaublich, nicht wahr? So ist es tatsächlich! Die &#8220;Netzwelt&#8221; wird von allen genutzt, weil sie allen nutzt. Selbst Ihnen, Frau Gaschke, als Fortschrittsskeptikerin. Ihr Artikel hätte mich nämlich nicht erreicht, wenn er nicht online erschienen wäre, denn die FAS habe ich schon sehr lange nicht mehr auf Papier gedruckt gekauft. Und es wäre doch sehr schade, wenn sie mich als Leser hätten vermissen müssen oder nicht?</p>
<p>Ich gebe zu, die nach Ihren Worten &#8220;besten Voraussetzungen&#8221; für die Nutzung des Internet, nämlich &#8220;Lesekompetenz, Urteils- und Konzentrationsvermögen&#8221; habe ich noch ohne Internet in der Schule und zu Hause beim Klavierunterricht gelernt. Aber ich kann nicht behaupten, dass diese Fähigkeiten durch die Intensive Nutzung des Internet gelitten hätten (außer dem Klavierspiel vielleicht).</p>
<blockquote><p>&#8220;Es gibt Ausnahmen, aber der Großteil der Netzdebatte wird von Männern bestimmt, und das korrespondiert mit der im Augenblick noch deutlich stärkeren Computernutzung durch Jungen und Männer. Es ist gut möglich, dass ein gewisser Fanatismus, eine Kompromisslosigkeit im Diskurs durch diese Geschlechterpolarisierung verursacht wird: Auch in der Studentenbewegung, auch bei den Siebziger-Jahre-Dogmatikern waren Männer die Wortführer und Chefideologen. Frauen scheinen, wenn sie nicht gerade einem Guru des einen oder anderen Anliegens verfallen sind, zu etwas moderateren Ansichten zu neigen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bei diesem Abschnitt, liebe Frau Gaschke, kann ich beim besten Willen nicht erkennen, was er mit dem Thema ihres Artikels zu tun haben soll. Er wirkt eher, als seien sie stellvertretend für ihre Mutter nachtragend, weil sie mit ihnen als jungem Mädchen im Schlepptau nicht bei den &#8220;Siebziger-Jahre-Dogmatikern&#8221; mitmachen durfte. Die &#8220;Netzapologeten&#8221;, wie sie Menschen wie mich gern nennen, rufen Ihnen bei diesen Sätzen deshalb zu: &#8220;FAIL!&#8221; Auf Deutsch: Thema verfehlt.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Netzkultur begünstigt ein Klima der Jederzeitigkeit. Alles und jeder muss 24 Stunden am Tag verfügbar sein, wir ertragen draußen im Leben keine Pause bei den Ladenöffnungszeiten und drinnen im Netz keine Nachtruhe. Auf die Dualität von E-Mail-Kommunikation hat das durchaus Auswirkungen zu haben: Die erregtesten, radikalsten Leserbriefe, die pampigsten Zuschriften an Abgeordnete sind jeweils spät nachts abgeschickt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Unterstellungen, Frau Gaschke, Unterstellungen! Wer ist &#8220;jeder&#8221;? Wer ist &#8220;wir&#8221;? Ich &#8220;muss&#8221; gar nichts, ich bin ein freier Mensch und habe die Wahl getroffen, diese Replik in der Nacht zu schreiben. &#8216;Kein Wunder&#8217;, mögen Sie jetzt sagen, aber so einfach ist das Leben auch im Netz nicht. Ich habe gerade jetzt nachts die Ruhe, meine Gedanken zu formulieren, und ich habe die Freiheit, mich unverfügbar zu machen für andere, um Ihnen zu antworten. Ein &#8220;einsamer Schreiber&#8221;, für den &#8220;eben doch keine echten Menschen da sind&#8221;, bin ich deshalb noch lange nicht. Übrigens, Sie dürfen mir natürlich auch antworten, sie müssen aber nicht.</p>
<p>Achja, um Sie mal beim Wort zu nehmen: Als &#8220;intelligenter Erwachsener&#8221; weiß ich selbst, wie viel Zeit ich habe:</p>
<blockquote><p>&#8220;Auch gegen den technikfreundlichen Mainstream kann man echte zwischenmenschliche Erlebnisse, echtes politisches Engagement, Bücher und wirkliches Lernen ins Zentrum des eigenen Lebens stellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sie werden es kaum glauben, aber es geht tatsächlich auch ganz praktisch beides! Ich bin technikfreundlich UND habe echte zwischenmenschliche Erlebniss (viele davon sogar!). Und ich lese Bücher und lerne &#8220;wirklich&#8221; etwas &#8211; und das nicht nur aus Büchern, sondern AUCH im Netz und von den Menschen, mit denen ich über das Netz kommuniziere. Sie sollten es wirklich mal ausprobieren, Frau Gaschke!</p>
<p>Bin ich also &#8220;ideologischen Heilsversprechen&#8221; aufgesessen? Wohl kaum. Ist meine &#8220;Sicht durch Weihrauch vernebelt&#8221;? Auch das nicht. Denn eines sehe ich klar und deutlich, dass Sie, liebe Frau Gaschke, etwas mehr Zeit im Netz und vor allem mehr Gespräche mit den &#8220;Netzmenschen&#8221; brauchen. Vielleicht kehrt dann ihre Fähigkeit zur genauen Beobachtung, zur Analyse und zur Differenzierung zurück. Zudem würden Sie von hilfsbereiten Menschen ganz nebenbei Jargonbegriffe lernen, mit denen Sie sich dann in ihren Kreisen gepflegt abgrenzen können. Aber was sag ich, Sie möchten ja dazugehören. Also seien Sie doch keine Netzignorantin!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,</p>
<p><strong>Ihr Tapio Liller</strong></p>
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		<title>Zensursula und die Rumpelstilzchen</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 09:18:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zeugs]]></category>
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		<description><![CDATA[Tweet Ich schreibe hier eigentlich nicht über Politik, aber was sein muss, muss sein. Denn seit Wochen habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich Zeitungen lese und Informationssendungen im Fernsehen schaue. Es ist ein Rumoren, irgendwo zwischen aggressiver Wut, fassungslosem Kopfschütteln, rationalen Erklärungs- und Widerlegungsversuchen im Privaten und blankem Entsetzen darüber, wieviel Blindheit und Dummheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F7rmCfc&amp;via=tapioliller&amp;text=Zensursula+und+die+Rumpelstilzchen&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2009/04/28/zensursula-rumpelstilzchen/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>Ich schreibe hier eigentlich nicht über Politik, aber was sein muss, muss sein. Denn seit Wochen habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich Zeitungen lese und Informationssendungen im Fernsehen schaue. Es ist ein Rumoren, irgendwo zwischen aggressiver Wut, fassungslosem Kopfschütteln, rationalen Erklärungs- und Widerlegungsversuchen im Privaten und blankem Entsetzen darüber, wieviel Blindheit und Dummheit wider besseres Wissen sich derzeit in der deutschen Politik und Geisteselite breit macht.</p>
<p>Das Kinderpornographie-Bekämpfungsgesetz der Ursula von der Leyen war der Startpunkt. Es hat es geschafft, an einem ekelhaften Thema aufgehängt die strukturkonservativen Kreise der Republik gegen etwas aufzuhetzen, von dem sie offensichtlich nicht den blassesten Schimmer haben: Das Internet.</p>
<p>Kaum waren die Überwachungs-, Filter- und Zensurregeln medienwirksam unterschrieben, meldeten sich weitere Branchen, die im Internet eine Bedrohung ihrer schrumpfenden Pfründe sehen. Musik- und Filmindustrie, Buch- und Zeitungsverlage, jeder hätte gern seinen eigenen Filter. Warum die von der Leyen&#8217;schen Regeln demokratiefeindlich sind beschreibt <a href="http://www.jensscholz.com/2009/04/warum-es-um-zensur-geht.htm" target="_blank">Jens Scholz in seinem Beitrag &#8220;Warum es um Zensur geht&#8221;</a>. Kurz gefasst: Die technischen Maßnahmen sind unwirksam, die zugehörigen Verwaltungsregeln machen das BKA zu einer von keiner dritten Instanz kontrollierten Geheimpolizei und die Psychologie dieser Gesetzgebung macht schon die zu Verdächtigen, die sich auch nur kritisch äußern. <strong>Eine solche Grundstimmung des Misstrauens und der von der Politik als &#8220;notwendig&#8221; verkauften Kontrolle gab es in Deutschland zuletzt, als mein verstorbener Großvater ein junger Mann war. In einer solchen Zeit will ich nicht leben.</strong></p>
<p>Umso kopfschüttelnder hinterlässt mich dann der <a href="http://www.faz.net/s/RubAB001F8C99BB43319228DCC26EF52B47/Doc~EB0BCF2CAEAF146C29F4668106DF43986~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Leitartikel von Sandra Kegel in der FAZ vom Samstag (25.4.09)</a> in dem sie Googles Bücher-Scan-Projekt, Pirate Bay, die Open Access Bewegung und mehr in einen großen undifferenzierten Topf schmeisst, einmal umrührt und dann dem Leser das Wort von der &#8220;Enteignungsmaschinerie Internet&#8221; einschenkt. Als würde sie ihren Trotz und ihr Nichtverstehen der Netzkultur und der ökonomischen Mechanismen des Internet ihrer kulturpessimistischen Leserschaft noch weiter begründen müssen, zitiert sie die Großautorität des Online-Zeitalters um ihre Argumentation zu stützen: Johann Wolfgang von Goethe. Der schrieb über die Zeit als ihm &#8220;Raubdrucke&#8221; seines Götz von Berlichingen finanziell zu schaffen machten:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;So war ich, zu einer Zeit wo man mir von allen Seiten her viel Aufmerksamkeit, ja sogar vielen Beifall erwies, höchst verlegen, wie ich nur das Papier bezahlen sollte, auf welchem ich die Welt mit meinem Talent bekannt gemacht hatte.&#8221;</em> (zitiert nach FAZ vom 25.4.09, S. 1)</p></blockquote>
<p>Goethe klingt immer gut. Selbst wenn er heute nicht mal mehr Papier brauchen würde, um ein weit größeres Publikum zu erreichen, als er zu Lebzeiten jemals haben konnte. Mit einem Goethe-Zitat lässt sich die werte FAZ-Leserschaft ruhigstellen. Kein Wort davon, dass es damals noch kein Urheberrecht gab (den gab es in Deutschland in Vorformen erst ab 1837 und reichsweit erst ab 1871, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht#Geschichtliche_Entwicklung" target="_blank">Wikipedia</a>), kein Hinweis darauf, dass auch die FAZ selbst im Internet tätig ist und nach Wegen sucht, den Medienwandel zu überleben. Statt dessen vermengt Frau Kegel trotzig zeternd die m.E. völlig berechtigte Diskussion um den Schutz geistigen Eigentums im digitalen Zeitalter mit den ökonomischen Mechanismen des Internets und dem daraus folgenden Veränderungsdruck auf die bisherigen Kultureliten und ihre Trägermedien.</p>
<p>Diese Themen, die schleichende Zensurpolitik unter dem Deckmantel des Kinderschutzes, und die Modernisierungsfeindlichkeit der deutschen Kultureliten, regen mich zur Zeit mächtig auf. Und dieser Post ist der Versuch, diesen Ärger zumindest ein kleines bisschen produktiv zu kanalisieren. Denn hier liegt doch die Kraft, ja die Macht des Internet! Ich kann mit ein paar Absätzen ein Thema aus meiner Sicht aufreißen und dann auf Menschen verlinken, die sich mit der Thematik mit mehr Abstand und analytischem Verstand auseinandersetzen oder treffendere Worte finden.</p>
<p>So zum Beispiel <a href="http://carta.info/8528/kostenlos-kultur-urheberrechtsverletzung-10-thesen-zum-modernisierungsversagen-der-medieneliten/" target="_blank">Robin Meyer-Lucht, der bei Carta in 10 Thesen darlegt</a>, weshalb Frau Kegel und die anderen Rumpelstilzchen der Altmedien eben nur meckern, statt sich mit den Herausforderungen einer sich technisch wie ökonomisch grundlegend wandelnden Medienwelt auseinanderzusetzen.</p>
<p>Ich kann auch auf <a href="http://netzpolitik.org/2009/der-kampf-der-kulturen/" target="_blank">Ralf Bendrath verweisen, der bei Netzpolitik über den &#8220;Kampf der Kulturen&#8221; spricht</a>, den es im Interesse einer &#8220;technisch bedingten Nachhaltigkeit unserer Demokratie&#8221; auszufechten gilt.</p>
<p>Und ich kann euch den (nach eigenem Bekunden) nur 18 Jahre jungen <a href="http://kekzdose.blogspot.com/2009/04/this-is-madness.html" target="_blank">Semi ans Herz legen, der sich in seiner Kekzdose so seine Gedanken macht</a>, welche zerstörerische Kraft mediale Vorverurteilungen haben, wie sie in den letzten Wochen und Monaten gehäuft auftraten; und wie sich die Schere im Kopf immer tiefer senkt und auch dem &#8220;normalen Durchschnittsbürger&#8221; das Sein und Sagen im Internet durch eine Kultur der Angst vergällt.</p>
<p>Vielleicht würde es helfen, wenn die Pessimisten, Regulatoren, Ministerinnen und Miesepeter mal beginnen würden, sich ernsthaft mit der Praxis des Internet auseinanderzusetzen und Gegenargumente zu hören. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass Frau von der Leyen ernsthaft selbst glaubt, dass ihr <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula/" target="_blank">durchschaubar zusammengelogenes Gesetz</a> irgendeine Veränderung bewirken wird. Obwohl, wenn es nach mir geht, wird es eine deutliche Veränderung bei ihrem Wahlergebnis im September geben &#8211; und zwar nach unten. Vielleicht mag der eine oder andere Internetnutzer dabei helfen?!</p>
<p><strong>Nachtrag: </strong><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30199/1.html" target="_blank">Bei Telepolis stellt Bettina Winsemann einige wichtige und berechtigte Fragen</a> rund um das Thema Kinderpornographie, Kindesmissbrauch und was die Politik außer Netzsperren sonst noch (nicht) tut &#8211; vor allem aus Sicht der Opfer, die gern vergessen wird. Abgesehen davon seziert der Artikel sehr eindrücklich den unglaublichen Unsinn, den Frau von der Leyen erzählt.</p>
<p><em>PS (am Nachmittag):</em> Dass sich die SPD und ihre Justizministerin Zypries zu einem großkoalitionären Erfüllungsgehilfen der Zensursula macht, macht sie auch nicht gerade wählbarer. Grüne? FDP? Wo sind eure Positionen?</p>
<div class="zemanta-pixie"><img class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=37f11511-5bd0-8f60-b08e-acb196fe7396" alt="" /></div>
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		<title>Sparkurs total &#8211; Was bedeutet die Medienkrise für die PR?</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 19:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tweet Dieser Tage möchte man kein angestellter Journalist sein. Große, einstmals unerschütterlich wirkende Verlagsgruppen kappen Kosten, verlegen Redaktionen und streichen Stellen. Auch die Fernsehbranche bleibt nicht verschont, wie die geplante Verlagerung von Sat.1 nach München zeigt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Qualität des Journalismus in Deutschland, das allein ist schon alarmierend genug. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F7mWmYo&amp;via=tapioliller&amp;text=Sparkurs+total+-+Was+bedeutet+die+Medienkrise+f%C3%BCr+die+PR%3F&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2008/11/19/was-bedeutet-die-medienkrise-fur-die-pr/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>Dieser Tage möchte man kein angestellter Journalist sein. Große, einstmals unerschütterlich wirkende Verlagsgruppen kappen Kosten, verlegen Redaktionen und streichen Stellen. Auch die Fernsehbranche bleibt nicht verschont, wie die geplante Verlagerung von <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/pro-sieben-verlegt-sat-1-nach-unterfoehring;2087949" target="_blank">Sat.1 nach München</a> zeigt. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Qualität des Journalismus in Deutschland, das allein ist schon alarmierend genug. Es wird auch die Arbeit von PR-Agenturen und Pressestellen verändern.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Zeitschriften sind Grundnahrungsmittel.&#8221;</em><br />
Hubert Burda in seiner Eröffnungsrede der VDZ-Zeitschriftentage. (<a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/showRSS.php?id=80323&amp;utm_source=RSS&amp;utm_medium=RSS-Feed" target="_blank">horizont.net</a> via <a href="http://turi-2.blog.de/2008/11/17/heute2-gottschalk-bauer-holtzbrinck-5051418" target="_blank">Turi2</a>)<a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/showRSS.php?id=80323&amp;utm_source=RSS&amp;utm_medium=RSS-Feed"><br />
</a></p></blockquote>
<p>Wenn das so ist, werden wir in absehbarer Zeit deutlich hungriger durch die Welt gehen. Denn die Medienkrise ist hier. Die um sich greifende Rezession und die Versäumnisse der Verlage, sich rechtzeitig auf den Wandel des Mediennutzungsverhaltens durch das Internet einzustellen, führen zu weniger Anzeigen und zur Abwanderung von Lesern und Sehern zu anderen Medien. Die Folgen sind so dramatisch wie seit der Zeitungskrise infolge des Platzens der New Economy-Blase vor 8 Jahren nicht mehr.</p>
<p>Die Süddeutsche Zeitung soll 15 Millionen Euro <a href="http://turi-2.blog.de/2008/11/14/heute2-sueddeutsche-stern-klima-magazin-5035528" target="_blank">sparen</a>, die FAZ will die Kosten um <a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/showRSS.php?id=80410" target="_blank">zehn Prozent</a> drücken, und heute verkündete auch Gruner+Jahr, man werde die bislang in Köln ansässigen Wirtschaftstitel &#8220;Capital&#8221; und &#8220;Impulse&#8221; sowie den Münchner Ableger &#8220;Börse Online&#8221; an die Zentrale nach Hamburg holen. Zuvor hatte bereits die Essener WAZ-Gruppe <a href="http://meedia.de/nc/details/article/waz-krzt-seitenanzahl-um-33-prozent_100012594.html" target="_blank">radikale Stellenkürzungen</a> angekündigt.</p>
<p>Dass darunter die Qualität leidet, davon sind auch <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1967" target="_blank">Journalistenkollegen</a> überzeugt, die (noch?) von außen die Dinge beobachten. Diese Entwicklung ist für jeden von uns als Leser und Zuschauer traurig und ärgerlich zugleich. Die Rechnung hingegen ist simpel: Weniger Redakteure haben weniger Zeit, können weniger reisen, haben kaum Zeit für sorgfältige Recherche und müssen dennoch jeden Tag oder jede Woche das Blatt füllen.</p>
<h3>Public Relations-Profis müssen ihre Arbeitsweisen überdenken</h3>
<p>Für PR-Profis in Agenturen und Unternehmenspressestellen haben diese Umwälzungen gleich mehrere Auswirkungen:</p>
<ol>
<li><strong>Pressearbeit wird zur Nischentechnik der PR<br />
</strong>Die direkte Ansprache von Journalisten mit Themenangeboten im Auftrag des Kunden &#8211; das &#8220;Pitchen&#8221; &#8211; wird schwieriger. Schon heute bekommt man einige Schlüsselpersonen in den Redaktionen kaum ans Telefon und wenn man ein paar Minuten Zeit zum Sprechen hat, kommt immer öfter die Antwort &#8220;Klingt interessant, ich kriege das aber nicht ins Blatt. Uns fehlen einfach Platz und Zeit.&#8221;</p>
<p>Hinzu kommt, dass gewachsene, langjährig gepflegte Beziehungen zu Redakteuren auf einen Schlag wertlos werden, weil sich durch Sparmaßnahmen Ressortzuschnitte ändern und Zuständigkeiten für Themen neu verteilt werden. Oder der Redakteur ist eben nicht mehr da.</p>
<p>Sicher werden nachhaltig gepflegte Beziehungen und ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis zwischen PRler und Journalist nicht überflüssig, doch wir müssen davon ausgehen, dass die klassische Pressearbeit künftig nicht mehr die Ergebnisse bringen wird, die wir bislang gewohnt waren.</li>
<li><strong>Crossmediales Denken wird wichtiger</strong><br />
Parallel zum Stellenabbau werden in den Redaktionen auch neue Organisationsstrukturen geschaffen. So sollen die Mitarbeiter der künftigen zentralen Wirtschaftsredaktion von Gruner+Jahr alle Titel des Hauses <a href="http://www.dwdl.de/article/story_18683,00.html" target="_blank">mit Inhalten beliefern</a>. Auch die Online-Redaktionen werden in der neuen Struktur aufgehen. Ähnliches praktiziert Springer bereits seit mehr als einem Jahr in der &#8220;<a href="http://www.wuv.de/news/medien/meldungen/2008/02/88384/index.php" target="_blank">Blauen Gruppe</a>&#8220;, zu der die Titel &#8220;Welt&#8221;, &#8220;Berliner Morgenpost&#8221;, &#8220;Welt am Sonntag&#8221; und &#8220;Welt Online&#8221; gehören.</p>
<p>Für PRler heißt das, dass sie in Zukunft weniger in einzelnen Publikationen, sondern eher in Ressorts denken müssen. Dazu gehört, Themen und Inhalte so aufzubereiten, dass sie unabhängig vom Veröffentlichungsmodus wie Print, Bewegtbild, Online-News, Blog, etc. genutzt werden können. Alles, was den unter Zeitdruck stehenden Redakteuren hilft, schneller und zielgerichteter zu arbeiten, wird seine Abnehmer finden. Starre Formate wie Pressemitteilungen und schriftliche Statements in glattgebügelter &#8220;Corporate Speak&#8221; werden hingegen an Bedeutung verlieren. Web-basierte Informationsangebote erfüllen die Kriterien Geschwindigkeit und universelle Verwendbarkeit am ehesten und werden künftig das PR-Werkzeug Nummer 1 sein.</p>
<p>Sobald die Verlage den Schock der vergangenen Wochen verdaut haben, werden auch sie in Online endlich die Chancen sehen. Rupert Murdoch, der Medienromantik unverdächtig, sagt denn auch ganz treffend:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Our real business isn&#8217;t printing on dead trees. It&#8217;s giving our readers great journalism and great judgment.&#8221;</em> (via <a href="http://www.guardian.co.uk/media/2008/nov/17/rupert-murdoch-internet-newspapers" target="_blank">Guardian</a>)<strong><br />
</strong></p></blockquote>
</li>
<li><strong>Unmittelbare Kommunikation mit den Kunden lernen</strong><br />
Parallel zur Medienkrise findet eine Umwälzung der Mediennutzungsgewohnheiten in Richtung Internet statt und die Meinungsbildungsprozesse fragmentieren sich. Das fordert von PR-Beratern eine Hinwendung zu unmittelbareren Kommunikationsmitteln, die sich in die Gespräche der Menschen untereinander einweben lassen. Dazu gehört im ersten Schritt vor allem, das aufmerksame Zuhören (wieder) zu erlernen und so etwas wie Empathie empfinden zu können, trotz medial vermittelter Prozesse.</p>
<p>Die jahrzehntelange Beschränkung auf die Einweg-Kommunikation in Form von Verlautbarungen hat Unternehmen und leider auch viele Marketing- und PR-Entscheider dazu verleitet, nach dem Motto &#8220;Viel hilft viel und wer lauter ist gewinnt&#8221; zu agieren. Aber wer schreit, kann nicht zuhören, geschweige denn mitreden.</p>
<p>Wenn PR-Agenturen nicht als verlängerte Werkbank für die klassische Pressearbeit ihr eigenes Ende herbeiführen wollen, müssen sie ihren Leistungs- und Beratungumfang erweitern. Hin zu mehr Dialog, als Mittler in den Konversationen von Unternehmen zu Kunden und Interessenten.</li>
<li><strong>Kunden beraten und auf den Wandel einschwören</strong><br />
Als PR-Berater sind wir so dicht an den Medien und an ihrem Strukturwandel dran, wie wohl kaum einer unserer Kunden. Deshalb müssen wir unseren Klienten auch erklären, warum Vorgehensweisen und Ergebnisse, die vor zwei Jahren noch als Erfolg verbucht wurden (z.B. ein dreispaltiger Artikel im gedruckten Wirtschaftsteil der FAZ für einen Softwarehersteller aus der dritten Reihe), heute nicht mehr mit gleichen Maße funktionieren sollen.</p>
<p>Klar ist PR eine langfristige und strategische Aufgabe. Doch Public Relations-Programme, die über die Jahre hinweg nur das Erfolgsrezept von damals iterieren, werden sich binnen Kurzem totlaufen. Gerade der bevorstehende Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, Gewohntes zu hinterfragen und mit den Kunden klar und (selbst-)kritisch über die künftige Ausrichtung der Kommunikationsarbeit zu sprechen. Denn jetzt können Kampagnenpläne für 2009 noch umgeschrieben und Budgets anders priorisiert werden.</p>
<p>Im Umbruch liegt deshalb auch eine große Chance für Berater und Agenturen, die sich bei ihren Kunden als Lotsen mit Weitblick und Durchblick beweisen können.</li>
<li><strong>Weiterbildung und Nachwuchsförderung sind überlebensnotwendig</strong><br />
PR-Fachleute, die sich nicht schleunigst selbst mit den neuen Prozessen in Redaktionen, neuen Technologien und den Marktverschiebungen im Mediensektor vertraut machen, werden das &#8220;Fach-&#8221; in ihrer Berufsbezeichnung bald streichen müssen.</p>
<p>Ein PR-Berater, der noch nie Blogmonitoring mit den gängigen Tools ausprobiert hat, der noch nie in einem Blog oder Forum kommentiert hat oder Facebook, StudiVZ und Social Bookmarking nur vom Hörensagen her kennt, bringt sich um seine Jobchancen der nahen Zukunft. Weiterbildung im Job, sei es autodidaktisch in den Abendstunden zu Hause oder strukturiert in Seminaren und Workshops ist jetzt schon unerlässlich. Denn die Theorie zu kennen ist eine Sache, die Werkzeuge und Arbeitsweisen des Social Web aus praktischer Erfahrung zu beherrschen eine andere.</p>
<p>Der PR-Nachwuchs ist unabhängig vom Studiengang ebenfalls gut beraten, sich schnell und umfassend mit den Mechanismen der öffentlichen Meinungsbildung, den Arbeitsweisen von Journalisten, mit Web 2.0-Technologien und so weiter zu befassen. Meine Erfahrung als &#8220;Junioren-Recruiter&#8221; bei meinem alten Arbeitgeber zeigt, dass kaum ein Hochschulabsolvent diese Voraussetzungen mitbringt. Praktika hin oder her. Zielführend ist hier meines Erachtens nur Eigeninitiative und Experimentierfreude. Denn Hochschulen und Berufsverbände mit ihren angeschlossenen Ausbildungseinrichtungen hinken der Entwicklung noch weiter hinterher als die Agenturen.</li>
</ol>
<h3>Die PR-Branche muss aus den Fehlern der Medienhäuser lernen</h3>
<p>Angesichts der Veränderungen die uns ins Haus stehen und deren Einschläge wir immer näherkommen hören kann es sich der Berufsstand der Öffentlichkeitsarbeiter nicht leisten so zu tun, als würde uns das alles nichts angehen. Denn täten wir das, ginge es uns wie den Medienhäusern, die das Internet viel zu lange nicht ernst genommen haben und <a href="http://medienlese.com/2008/11/17/print-strategie-mit-klickibunti-in-die-bedeutungslosigkeit/" target="_blank">zu Gunsten von vielen Klicks</a> auf Qualität verzichtet haben.</p>
<p>Die Lage ist zwar ernst, aber nicht hoffnungslos, denn auch das hat Rupert Murdoch erkannt, am Ende der Zeitungskrise wird eine neue Fülle von Medien stehen, die die Menschen ganz anders erreichen werden, als heute.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;In this coming century, the form of delivery may change, but the<br />
potential audience for our content will multiply many times over.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In seinem Statement für die Australian Broadcasting Corporation, das der Guardian in Auszügen wiedergibt, wird er außerdem mit den Worten zitiert:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;It used to be that a handful of editors could decide what was news<br />
– and what was not. They acted as sort of demigods. If they ran a<br />
story, it became news. If they ignored an event, it never happened,&#8221; he<br />
added.</em></p>
<p><em>&#8220;Today editors are losing this power. The internet, for<br />
example, provides access to thousands of new sources that cover things<br />
an editor might ignore. And if you aren&#8217;t satisfied with that, you can<br />
start up your own blog and cover and comment on the news yourself.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Dem ist auch aus Sicht eines PR-Mannes nichts hinzuzufügen. Machen wir was draus!</p>
<p>PS: Wem das jetzt zu staatstragend war, kann sich zur Erheiterung ja auch <a href="http://off-the-record.de/2008/11/18/schutzschirme-fuer-die-medienkrise/" target="_blank">diese Vorschläge</a> zur Krisenbewältigung anschauen.
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		<title>Twitteritis, die (S.)</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Aug 2008 07:16:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tweet Falls es noch Menschen geben sollte, für die Twitter böhmische Dörfer sind, so sei ihnen dieser Artikel von Oliver Kucharski (@karummms) für die FAZ nahegelegt. Inzwischen haben sich ja allerlei Mainstream-Medien mit dem Zwitscherdienst befasst, aber keiner hat so treffend im Selbstversuch beschrieben, warum Twitteritis ziemlich ansteckend ist. Tweet]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F6WJFQi&amp;via=tapioliller&amp;text=Twitteritis%2C+die+%28S.%29&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2008/08/25/twitteritis-die-s/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>Falls es noch Menschen geben sollte, für die Twitter böhmische Dörfer sind, so sei ihnen <a target="_blank" href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc%7EECFAFF36F4D8E475FBC7A6D411A584006%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">dieser</a> Artikel von Oliver Kucharski (<a target="_blank" href="http://www.twitter.com/karummms">@karummms</a>) für die FAZ nahegelegt. Inzwischen haben sich ja <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/141/302137/text/">allerlei</a> <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,572409,00.html">Mainstream</a>-Medien mit dem Zwitscherdienst befasst, aber keiner hat so treffend im Selbstversuch beschrieben, warum Twitteritis ziemlich ansteckend ist.
<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F6WJFQi&amp;via=tapioliller&amp;text=Twitteritis%2C+die+%28S.%29&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2008/08/25/twitteritis-die-s/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
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		<title>media coffee: Medienzukunft ohne Kunden?</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 21:19:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tweet Gerade zurück vom news aktuell media coffee im Frankfurter Kommunikationsmuseum. Thema war heute &#8220;Im Sog des Internets &#8211; Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?&#8221;. Im Panel ein Vertreter der Öffentlich-rechtlichen, zwei Print-Leute (FAZ und FR), ein Radio-Mann von FFH und als Störfeuer eingeladen, Peter Turi. Was mich nach 20 Minuten schon störte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F8SWvro&amp;via=tapioliller&amp;text=media+coffee%3A+Medienzukunft+ohne+Kunden%3F&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2008/06/03/media-coffee-medienzukunft-ohne-kunden/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>Gerade zurück vom news aktuell <a href="http://www.mediacoffee.de/">media coffee</a> im Frankfurter Kommunikationsmuseum. Thema war heute &#8220;Im Sog des Internets &#8211; Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?&#8221;. Im <a href="http://www.mediacoffee.de/jenspetersen/item/503">Panel</a> ein Vertreter der Öffentlich-rechtlichen, zwei Print-Leute (FAZ und FR), ein Radio-Mann von FFH und als Störfeuer eingeladen, <a href="http://www.turi2.de">Peter Turi</a>.</p>
<p>Was mich nach 20 Minuten schon störte, war die in den Fachmedien seit Monaten vorgetragene Abgrenzungsparanoia von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und den Printleuten. FAZler wie <a href="http://www.mediacoffee.de/jenspetersen/item/505">FRler</a> finden, ARD/ZDF gingen im Netz zu weit. Sie holen sich Schützenhilfe aus Brüssel (als ob man sich sonst gern regulieren ließe!) und hoffen auf die Weisheit der Ministerpräsidenten, wenn sie in Kürze das Gesetznamensmonster &#8220;Rundfunkänderungsstaatsvertrag&#8221; abschließend verhandeln. Während FAZ-Mann Trevisan als Ausweg eine nebulöse &#8220;Vertikalisierung&#8221; und eine Stärkung der Marke FAZ ins Feld führt und der FR-Chefredakteur Vorkötter die regionale Kompetenz und die Experimentierfreude seines Blattes vor sich her trägt, will der <a href="http://www.mediacoffee.de/jenspetersen/item/506">ZDF-Vertreter</a> umgekehrt auch eine Distanz von den Printleuten. Leider gibt es zunächst niemanden, der mal fragt, was eigentlich die Zuschauer/Hörer/Leser, mithin die Kunden (!) wollen.</p>
<p>Nichtmal Peter Turi bricht in der Situation eine Lanze für uns, die medienkonsumverändernden Augen- und Ohrenträger mit denen man &#8211; das ist unüberhörbar &#8211; doch ins Geschäft kommen will. Turi sagt das <a href="http://www.mediacoffee.de/jenspetersen/item/509">Erwartbare</a>, dass er mit seinem dezentral organisierten Mediendienst natürlich viel schlanker ist, als die trägen Printler und dass sein Blog gerade mal € 3,90 im Monat kostet.</p>
<p>Der Einzige, der mehr Offenheit und Optimismus zeigt, ist der Nischenmann Hillmoth, Geschäftsführer beim hessischen Privatradio <a href="http://www.ffh.de">FFH</a>. Er sieht &#8211; endlich &#8211; im Web auch Chancen und gibt sich demonstrativ <a href="http://www.mediacoffee.de/jenspetersen/item/507">offen</a> für&#8217;s ausprobieren mit dem Netz, mit Communities, Foren, Bildern, Videos. Davon ist auf der unübersichtlichen Site des Senders nur schwer etwas zu finden. Aber derzeit kann man ja froh sein, wenn jemand den Willen zum Spiel mit den Möglichkeiten mitbringt.</p>
<p>Die Fixierung der Panelisten auf ihre &#8220;Qualitätsinhalte&#8221; (FAZ) und &#8220;Marken&#8221; (FAZ, ZDF) verengt, so war zu spüren, den Blick noch immer auf herkömmliche Finanzierungsmodelle und deren Metriken. Wie man vielleicht seine Angebote so gestalten könnte, dass sie den veränderten Medienkonsumgewohnheiten entgegen kommen und dem Nutzer/Leser/Zuschauer/Multi-Aggregator das Leben einfacher und die Medienangebote konsumierenswerter machen, diese Einsichten fehlten ganz. Niemand sprach von RSS, niemand von embeddable Video, niemand von Creative Commons, geschweige denn Blogs für Leser auf einer Community-Plattform unter dem Dach einer etablierten Medienmarke. So bleibt der Eindruck haften, der Kunde sei nur ein Nachgedanke.</p>
<p>Das wäre wirklich traurig, wenn nicht zum Schluss nicht noch ein bisschen Vision ins Spiel gekommen wäre. Da hielt nämlich Peter Turi sein iPhone in die Höhe, empfahl es dem Publikum mit wärmsten Worten und meinte, wer das neue, junge, andersmediale Publikum verstehen und erreichen wolle, müsse sich mit dem mobilen Internet beschäftigen. Recht hat er.</p>
<p>Vielleicht ist es zuviel erwartet, dass Verlagsprofis heute schon Lösungen präsentieren. Aber wann, wenn nicht jetzt sollen sie es denn tun? Vielleicht ist es wirklich der von Turi gelobte Holzbrinck-Ansatz, sich die Web-Kompetenz einfach einzukaufen und dann zu probieren, was geht, der letztlich zum Ziel führt. Eine spannende Zeit ist es allemal.
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		<title>Online-Werbung und die Grenzen der Nutzertoleranz</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 22:07:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tweet Online-Werbung wächst, ist dieser Tage allerorten zu lesen. So hurtig, dass von FAZ bis W&#38;V alle ausführlich berichten, wie schnell das Werbesegment wächst. Eine große Verschiebung von Klassik zu Online wird prophezeit und die MicroHoo-Story füllt wie zur Bestätigung dieser Vision gleich Doppelseiten der Wirtschaftsteile. Was in diesem Trubel untergeht ist die Frage nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tw_button" style=""><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fbit.ly%2F7ncDG9&amp;via=tapioliller&amp;text=Online-Werbung+und+die+Grenzen+der+Nutzertoleranz&amp;related=tapioliller&amp;lang=de&amp;count=horizontal"  data-counturl="http://www.opensourcepr.de/2008/02/08/online-werbung-und-die-grenzen-der-nutzertoleranz/"  style="" class="twitter-share-button">Tweet</a></div>
<p>Online-Werbung wächst, ist dieser Tage allerorten zu lesen. So hurtig, dass von FAZ bis W&amp;V alle ausführlich berichten, wie schnell das Werbesegment wächst. Eine große Verschiebung von Klassik zu Online wird prophezeit und die MicroHoo-Story füllt wie zur Bestätigung dieser Vision gleich Doppelseiten der Wirtschaftsteile.</p>
<p>Was in diesem Trubel untergeht ist die Frage nach dem, der auf die vielen Banner und Flash-Ads und InText-Anzeigen am Ende klicken soll &#8211; dem Nutzer. Was bringt ihn dazu, auf Online-Werbung zu klicken? Ein animiertes Banner wohl kaum, ein lustiger Flash-Spot vielleicht, ein zum Suchergebnis passendes Google-Ad schon eher. Es gibt soviel Inventar da draußen, dass es schon schwierig wird den Überblick zu behalten, wie auch Holger Schmidt <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2008/02/05/die-statistik-hinter-microhoo.aspx" target="_blank">zu berichten weiß</a>.</p>
<p>Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist aber ausgerechnet die Webseite des Werber-Wochenblatts Werben &amp; Verkaufen. Die Online-Präsenz wurde kürzlich aufgefrischt, optisch klarer und lesbarer gestaltet. Gut so. Was aber blieb ist ein Relikt der Web 1.1-Zeit, als man &#8211; dem Fernsehen gleich &#8211; den Lesern mal eben Unterbrecherwerbung präsentierte. Ich glaube der Fachbegriff ist &#8220;Overlay&#8221;, also eine Anzeige, die sich nach dem Laden der Homepage über den redaktionellen Inhalt legt. Warum  eine Nachrichtenseite für die Kommunikationbranche mit eine so antiquierten Brachialmethode sein (Fach!-)Publikum so belästigen muss, ist mir ein Rätsel. Es ist fast egal, wo man hinklickt, welche Rubrik man aufruft. Ein Drüberlegwerbeunterbrecher ist schon da. Und das &#8220;schließen&#8221;-Knöpfchen ist kaum zu treffen. Da macht der genervte Mac-User mal schnell Apfel-W und w&amp;v ist weg&#8230;</p>
<p>Dass es besser geht, zeigt die w&amp;v-Konkurrenz aus Frankfurt. Auf Horizont.net sind die Overlay-Anzeigen allem Anschein nach verschwunden, aber auch erst seit kurzem, als auch diese Seite neu gestaltet wurde. Komisch, wie träge ausgerechnet die Fachblätter sich Nutzergewohnheiten und -abneigungen anpassen.
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