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	<title>Open Source PR - Das Oseon-Blog &#187; DRPR</title>
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	<description>Tapio Liller über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.</description>
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		<title>Blogger-Regeln: Der DRPR demontiert sich selbst</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 13:53:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ist sie also, die Onlinerichtlinie des DRPR. Seit drei Wochen im Netz auf einem Posterous-Blog mit zwei Dutzend Kommentaren seitdem. Ich kam leider erst heute dazu, das ganze nochmal in Ruhe zu lesen und den Textentwurf, der ja als Diskussionspapier vorliegt zu kommentieren (dazu bitte hier entlang). Die Aufregung der Blogdiskussion im Januar &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ist sie also, die Onlinerichtlinie des DRPR. Seit drei Wochen im Netz auf einem <a href="http://drpr-onlinerichtlinie.posterous.com/">Posterous-Blog</a> mit zwei Dutzend Kommentaren seitdem. Ich kam leider erst heute dazu, das ganze nochmal in Ruhe zu lesen und den Textentwurf, der ja als Diskussionspapier vorliegt zu kommentieren (<a href="http://www.opensourcepr.de/2010/05/07/drpr-onlinerichtlinie-kommentar-zum-diskussionspapier/">dazu bitte hier entlang</a>). Die Aufregung der Blogdiskussion <a href="http://www.opensourcepr.de/2010/01/29/pr-rat-blogger-verdeckte-pr-offene-fragen/">im Januar</a> &#8211; angestoßen durch Alexander Güttlers Äußerungen in der W&amp;V &#8211; hat sich gelegt. Der Aufreger war ja auch nicht, dass der DRPR sich mit Online-Kommunikation beschäftigt &#8211; das soll er ruhig tun &#8211; sondern dass er vertreten durch Herrn Güttler einen Anspruch formuliert, der weit über die bislang vom DRPR adressierten Kommunikationsprofis (vulgo PRler) hinaus reichte. Man wollte &#8220;Blogger-Regeln&#8221; schaffen, die für mehr Transparenz im Social Web sorgen sollten. Davon ist im jetzigen Textentwurf nichts mehr zu sehen. Trotzdem bleibt der PR-Rat bei seinem Anspruch, wie ein Zitat des Vorsitzenden im PR Magazin zeigt. <span id="more-1304"></span>Wie ich schon im diese Woche erschienenen PR Magazin (Ausgabe 5/2010, S. 6) kommentierte, bleibt bei mir der Beigeschmack, dass sich hier jemand persönlich profilieren wollte. Ich könnte jetzt natürlich mit den Schultern zucken und sagen &#8220;Pff, soll er doch, mit seiner Forderung ist er ja offenbar nicht durchgekommen.&#8221; Aber das wäre dann doch zu einfach.</p>
<h3>Das Verhalten des DRPR gefährdet seine eigene Glaubwürdigkeit</h3>
<p>Denn es geht mir nach wie vor auch um das öffentliche Gebaren eines Gremiums, das einen Regulierungsanspruch auf das Verhalten meines Berufsstandes postuliert. Was ich meine ist Folgendes: Wenn sich der DRPR zum &#8220;Hüter der Blogs&#8221; aufschwingt, dann doch bitte in aller Konsequenz und mit offenem Visier. Während der Entwurfsphase &#8211; also bis Mitte April dieses Jahres &#8211; war nur Herr Güttler mit seinen Versatzstücken zu vernehmen. Nichts zum Nachlesen. Jetzt ist der Text da und die Blogger kommen nicht mehr vor.</p>
<p>&#8220;Was ist dein Problem?&#8221; könnte der geneigte Leser jetzt fragen. &#8220;Ist doch vom Tisch!&#8221; Mitnichten, sage ich dann. Denn in eben jenem PR Magazin Artikel wird der Vorsitzende des PR-Rats, Richard Gaul, mit folgende Worten zitiert:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Wenn Blogger PR machen, begeben sie sich auf unser Spielfeld. Dann können wir sie bei Verstößen öffentlich mahnen. Die Naivität des Netzes darf nicht missbraucht werden.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Moment! Habe ich da was verpasst? Im Text steht nichts von Bloggern und trotzdem behält der DRPR den Anspruch aufrecht, sich die Blogger vorzuknöpfen? Irgend etwas stimmt hier nicht. Da bekommt die <a href="http://www.opensourcepr.de/2010/05/07/drpr-onlinerichtlinie-kommentar-zum-diskussionspapier/">schwammig formulierte Präambel</a> doch plötzlich eine neue Note! Mir riecht das zu sehr nach Hintertür.</p>
<p>Vorneherum sucht der DRPR die Diskussion, &#8220;um zu einem gemeinsamen Verständnis beizutragen, was im Web als PR in Ordnung geht und was eben nicht&#8221; (Begleittext des Posterous-Blogs zum Diskussionspapier), aber auf Nachfrage eines Fachredakteurs wird der Geltungsanspruch weiter aufrechterhalten. Offenes Visier geht anders. Und was noch schlimmer ist: So untergräbt sich der Rat seine eigene Glaubwürdigkeit  &#8211; wenn er denn unter Bloggern eine hatte. <a href="http://www.korrupt.biz/2045/bcruhr3-blogger-vs-pr-die-interessanteren-fragen/">Denn für die ist der PR-Rat ohnehin keine Ernst zu nehmende Instanz</a>. Man könnte die Geschichte aber auch unter dem Stichwort &#8220;Vorzeitige Selbstdemontage&#8221; ablegen.</p>
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		<title>DRPR Onlinerichtlinie &#8211; Kommentar zum Diskussionspapier</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 13:06:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
				<category><![CDATA[PR & Marketing]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich im Januar die Motive und Vorgehensweise des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) bei der Entwicklung vermeintlich geplanter &#8220;Blogger-Regeln&#8221; hinterfragte, wurde im Kollegenkreis eine angeregte Diskussion geführt. Die Fachmagazine PR Report und PR Magazin nahmen das Thema auf. Leider kamen wir inhaltlich nicht so recht weiter, weil das vom DRPR-Mitglied Alexander Güttler angekündigte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich <a href="http://www.opensourcepr.de/2010/01/20/pr-rat-will-mehr-absenderklarheit-und-stiftet-verwirrung/">im Januar</a> die Motive und Vorgehensweise des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) bei der Entwicklung vermeintlich geplanter &#8220;Blogger-Regeln&#8221; hinterfragte, wurde im Kollegenkreis eine angeregte Diskussion geführt. Die Fachmagazine PR Report und PR Magazin nahmen das Thema auf. Leider kamen wir inhaltlich <a href="http://www.opensourcepr.de/2010/01/29/pr-rat-blogger-verdeckte-pr-offene-fragen/">nicht so recht weiter</a>, weil das vom DRPR-Mitglied Alexander Güttler angekündigte Papier in der Entwurfsfassung nicht allgemein zugänglich war. Inzwischen (seit 12. April 2010) ist das &#8220;<a href="http://drpr-onlinerichtlinie.posterous.com/" target="_blank">Diskussionspapier über Standards in der Online PR</a>&#8221; im Netz nachlesbar und der DRPR lädt für einen Zeitraum von 4 Wochen zur Kommentierung ein. Dann wollen wir mal! <span id="more-1300"></span></p>
<h2>Kommentar zum Text der DRPR Online-Richtlinie</h2>
<p>In diesem Post kommentiere ich zunächst nur den Text der Richtlinie. Der Übersichtlichkeit halber werde ich das Original nur stellenweise zitieren und auf die Ziffern  des Textes verweisen. Meine Bewertung findet ihr im Anschluss in einem separaten Post (folgt).</p>
<h3>Der Titel</h3>
<p><strong>&#8220;DRPR-Richtlinie zu PR in digitalen Medien und Netzwerken&#8221; </strong>heißt das Diskussionspapier. Der Absender DRPR ist genannt, es ist eine Richtlinie und keine Regel (auch kein Kodex oder gar eine Vorschrift), und es geht um PR. Marketing-Leute und Werber könnten hier schonmal abschalten, denn sie sind ja nicht angesprochen. In der Praxis sieht das allerdings anders aus. Die Disziplinen verschmelzen und mit ihnen die Zuständigkeiten für Auftragskommunikation, was je nach Reichweite des Geltungsanspruchs der bessere Begriff wäre.</p>
<h3>Die Präambel</h3>
<p>Die Präambel beginnt mit einer für meinen Geschmack etwas schwafeligen Situationsbeschreibung und stellt fest, dass die Grenzen zwischen &#8220;klassischer Online-Kommunikation&#8221; via journalistische Gatekeeper und &#8220;von Usern selbst bereit gestellte(n) Inhalte(n)&#8221; fließend sind. Das eröffne Möglichkeiten für kommerzielle Einflussnahme und die Anonymität des Web könne leicht missbraucht werden. Geschenkt.</p>
<p>Der Schluss, für professionelle Kommunikatoren erhöhten sich &#8220;die Anforderungen, selbst proaktiv und explizit anzuzeigen, wenn Äußerungen im professionellen Kontext geschehen&#8221;, ist zunächst ein Postulat ohne weitere Begründung. Mir fehlt hier &#8211; wie in der gesamten Präambel &#8211; die Anbindung an das übergeordnete Thema &#8220;ethisches Verhalten von Kommunikatoren&#8221;. Es wird nicht klar, weshalb der DRPR Richtlinien aufstellen möchte, an wen genau sie sich richten und wie der DRPR ihre Einhaltung überwachen will.</p>
<p>Es werden Rollenbegriffe wie User, Journalisten, Gatekeeper, Nutzer, Experten und Unternehmen in den Raum gestellt, die nur unzureichend definiert und voneinander abgegrenzt sind.</p>
<p>Die Präambel schließt  &#8211; ganz unpräambelig, weil sie ja nur den Rahmen setzen soll &#8211; mit einem Aufruf an Unternehmen, die ihr &#8220;Verhalten im Web&#8221; im Rahmen ihrer Corporate Governance veröffentlichen sollen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Die Präambel ordnet das Regelwerk nicht ein und sagt weder etwas über  die Aufgabe und Rolle des DRPR aus, noch wird klar, an wen sich die Richtlinie richtet.</p>
<h3>Abschnitt I. &#8211; Transparenz &amp; Absenderklarheit</h3>
<p>Als PR-Berater erfahre ich in diesem nichts Neues. Die postulierten Regeln sind ohnehin Teil des Berufsethos der PR. Täuschung und Irreführung sind nicht Teil des PR-Instrumentariums. Das hat sich mit dem Internet nicht geändert.</p>
<p>Ansonsten werden in diesem Abschnitt wieder verschiedene Rollen aufgeführt, die nicht klar abgegrenzt sind. Es ist von PR-Dienstleistern, Redaktionen, Agenturen, Studieninstituten die Rede. Es wird unübersichtlich.</p>
<h3>Abschnitt II. &#8211; Vielfalt fordert Klarheit</h3>
<p>Hieße die Überschrift &#8220;Transparenter Umgang mit Kommentaren&#8221; wäre klarer, worum es geht. So muss man bis zu den Beispielen unter Punkt 2. weiterlesen, um eine Idee vom Ansinnen dieses Punktes zu bekommen.</p>
<p>Heikel finde ich die Unterscheidung von privatem und professionellen Kontext, von dem die Kenntlichmachung der eigenen Rolle abhängen soll. Das ist fast schon eine Einladung an Täuscher, die sich darauf zurückziehen könnten, dass sie ja rein privat kommentiert hätten. Wie will man in dieser Grauzone Klarheit durchsetzen?</p>
<h3>Abschnitt III. &#8211; Das Internet offen nutzen</h3>
<p>Die Regel, Beteiligungsaufrufe für eine Sache stets mit der &#8220;nachdrücklichen Bitte&#8221; zu verbinden, &#8220;dass die eigenen Unterstützer ihren richtigen Namen verwenden&#8221; und die Zugehörigkeit zu &#8220;einer bestimmten Initiative oder Gruppe&#8221; klar zu kommunizieren, ist klar und nachvollziehbar. Hier wäre der Text für bessere Lesbarkeit zu überarbeiten.</p>
<h3>Abschnitt IV. &#8211; Auftraggeber und Agentur sind gemeinsam verantwortlich</h3>
<p>Hier kommt endlich etwas Butter bei die Fische, weil das Verhältnis von Agenturen und Unternehmen sowie Freelancern klargestellt wird. So kann sich im Zweifel nicht der eine auf Kosten des Anderen aus der Affäre ziehen. Punkt 3. erwähnt erstmals die Praxis der Rüge und &#8220;Abmahnung&#8221;. Was das bedeutet, sollte wie oben erwähnt schon in der Präambel stehen.</p>
<h3>Abschnitt V. &#8211; Realistisch mit dem Internet umgehen</h3>
<p>Die explizite Freistellung von &#8220;Mystery-Kampagnen&#8221; ist eine eher formale Klausel, damit solche Kampagnen nicht zu Beschwerden bei DRPR führen können. Online bleiben die Auftraggeber von solchen Aktionen ohnehin selten unentdeckt, weil meist der Blick in die Domainregistrierung zeigt, welche Firma oder Agentur dahintersteht&#8230;</p>
<h3>Abschnitt VI. &#8211; Gleiche Regeln für alle</h3>
<p>Auch hier wäre eine beschreibende Überschrift wie &#8220;Transparentes Sponsoring, Produktzusendungen und bezahlter Content&#8221; eindeutiger. Gegen die Punkte 1. und 2. ist nichts zu sagen, Punkt 3. hingegen bleibt zu sehr im Ungefähren. An wen werden Produkte kostenlos gesendet, was ist eine &#8220;klare Absenderangabe&#8221;, wo muss diese erscheinen (auf dem Paket oder auf dem Blog, das über das Produkt schreibt?), wer ist dafür zuständig?</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Zusammenfassend nur soviel: Der Inhalt der Richtlinie brachte nichts Überraschendes &#8211; außer dass von Bloggern plötzlich keine Rede mehr ist (dazu im nächsten Post mehr). Für einen PR-Praktiker, der mit einem Mindestmaß an Berufsethos unterwegs ist, wird die Richtlinie in dieser Form nichts ändern.</p>
<p>Der Text ist abschnittsweise nützlich und klar formuliert, über weite Strecken aber auch sprachlich unscharf und unnötig kompliziert. Der größte Mangel ist die <strong>konfuse Präambel, die dem Leser keinerlei Orientierung bietet, wer sich hier an wen richtet und welche Konsequenzen aus einer Nichteinhaltung erwachsen</strong>. Hier muss nachgearbeitet werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>PR-Rat, Blogger und verdeckte PR &#8211; Die offenen Fragen</title>
		<link>http://www.opensourcepr.de/2010/01/29/pr-rat-blogger-verdeckte-pr-offene-fragen/</link>
		<comments>http://www.opensourcepr.de/2010/01/29/pr-rat-blogger-verdeckte-pr-offene-fragen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 15:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Darf er nun, soll er überhaupt oder muss er gar? Die Diskussion um den Vorstoß des Deutschen PR Rats (DRPR), im Rahmen eines neuen Regelwerks für die Kommunikationsarbeit im Internet auch Transparenzregeln für Blogger zu formulieren, sorgte für einige Diskussionen hier im Blog. Am Ende stand aber leider kein Ergebnis, sondern nur die Feststellung, man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Darf er nun, soll er überhaupt oder muss er gar? Die Diskussion um den Vorstoß des Deutschen PR Rats (DRPR), im Rahmen eines neuen Regelwerks für die Kommunikationsarbeit im Internet auch Transparenzregeln für Blogger zu formulieren, <a href="http://www.opensourcepr.de/2010/01/20/pr-rat-will-mehr-absenderklarheit-und-stiftet-verwirrung/">sorgte für einige Diskussionen hier im Blog</a>. Am Ende stand aber leider kein Ergebnis, sondern nur die Feststellung, man sei doch allseits einer Meinung, was das Gebot der &#8220;Absenderklarheit&#8221; bei Auftragskommunikation angehe. Aber was nun?</p>
<h4>Auftrag: Aufklärung &#8211; Mission: Regulierungshoheit</h4>
<p>Keine Frage, die Debatte ist gut, wichtig, und wohl auch nötig. Denn das vom PR-Rat &#8211; soweit heute erkennbar &#8211; formulierte Gebot der &#8220;Absenderklarheit&#8221; ist durchaus dazu geeignet, auch Außenstehenden deutlich zu machen, dass Public Relations keineswegs die Kunst der verdeckten Manipulation der Massen ist, zu der sie von manchen Medien und über die Praxis dieses Berufs unaufgeklärten, aber umso aufgeregteren Laien, gern gemacht wird. <strong>Jede Aufklärung, jede Richtigstellung, jede sachliche Information über die ethischen Grundsätze und guten Praktiken von PR &#8211; egal ob im Netz oder offline &#8211; ist zu begrüßen. </strong>Ganz abgesehen davon ist das auch Aufgabe der Berufs- und Agenturverbände, die den Deutschen Rat für Public Relations tragen.</p>
<p>Aber was ist von der Herangehensweise des PR-Rats an das Thema zu halten? Ich rekapituliere.<span id="more-1243"></span></p>
<p><strong>Oktober 2009</strong> &#8211; <a href="http://www.wiwo.de/technik-wissen/schleichwerbung-in-blogs-soll-oeffentlich-angeprangert-werden-410460/">Die Wirtschaftwoche berichtet</a>, von den Plänen des PR-Rats: &#8220;Die deutsche PR-Branche will von 2010 an Schleichwerbung in den Blogs öffentlich anprangern&#8221;. Dort steht, Zitat: &#8220;Viele Blogs seien nicht mehr so unschuldig, wie sie daherkämen. „Wer von der Industrie gepampert wird, soll das zugeben“, sagt Güttler.&#8221; Das geplante Regelwerk solle am Ende für &#8220;PR-Agenturen, Blogger, soziale Netzwerke und Unternehmen&#8221; gelten. Schon hier werden Blogger vereinnahmt und der Regelungsanspruch des DRPR auf Menschen (zumeist Privatpersonen) übertragen, die im Zweifel noch nie etwas von diesem Rat gehört haben. Und der soll ihnen jetzt vorschreiben dürfen, was sie zu tun und zu lassen haben? Und dann noch &#8220;öffentlich anprangern&#8221;, im DRPR-Jargon &#8220;rügen&#8221;? Hm&#8230; (Thomas Knüwer <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2009/10/Was-die-Gesellschaft-Public-Relations-Agenturen-gerne-mal-verschweigt/">regte sich darüber mächtig auf.</a>)</p>
<p><strong>20. Januar 2010</strong> &#8211; Entgegen der ursprünglichen Ankündigung ist das Regelwerk noch nicht fertig. Wie DRPR-Mitglied Alexander Güttler <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/digital/pr_rat_will_regeln_gegen_schleichwerbung_im_internet">der w&amp;v mitteilt</a>, befindet es sich in einem Entwurfsstadium und soll am 26. Februar in der DRPR-Sitzung beraten werden. Der Artikel unterstellt weiterhin, der DRPR wolle intransparentes Verhalten von Bloggern rügen.</p>
<p>Auf meine Frage im Blogpost vom selben Tag, was das DRPR-Papier denn nun genau zum Thema Blogger sage, antworten sowohl Alexander Güttler, als auch sein DRPR-Kollege Heiko Kretschmer in den Kommentaren ausweichend.  Sie beteuern, dass es ihnen um &#8220;den Diskurs&#8221; gehe, um eine &#8220;breite Diskussion&#8221;. Dennoch, so Kretschmer, brauche man erst einmal einen &#8220;Gesamtentwurf&#8221;, der dann im Rahmen einer Konferenz, bei den Trägerverbänden des DRPR und online diskutiert werden solle.</p>
<p><strong>28. Januar 2010</strong> &#8211; Das Branchenmagazin <a href="http://prreport.de/aktuell/aktuell/news-public/article/1180-drpr-will-blogger-ruegen/">PR-Report</a> zitiert wieder Alexander Güttler: „Wer gegen Geld ein Produkt positiv bespricht, ist ein Professional und macht PR.&#8221; Und weiter wird Güttler wiedergegeben: &#8220;Blogger, die Geld kassierten, um professionell PR zu machen, fallen selbstverständlich in den Verantwortungsbereich des DRPR. An die Selbstregulierung der Szene glaubt Güttler indes nicht.&#8221;</p>
<p>Der Regulierungsanspruch des DRPR gegenüber Bloggern wird also bewusst wiederholt. Allein, wir wissen noch immer nicht, ob er auch im Entwurf des Regelpapiers enthalten ist. Dass der Rat das durchaus ernst meinen kann, zeigt ein Blick in die Statuten des DRPR (<a href="http://www.drpr-online.de/statische/itemshowone.php4?id=35">PDF-Download hier</a>). Dort steht unter Abschnitt II. Punkt 3. (im Dokument irrtümlich 1.):</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Der DRPR handelt in Verantwortung gegenüber dem gesamten Feld der öffentlichen Kommunikation. Seine Zuständigkeit ist daher nicht an Personen oder Verbände des Berufsstandes gebunden. Er wird sich auch mit beanstandeten PR-Vorgängen befassen, die von Nichtmitgliedern der Trägerorganisationen und Nichtfachleuten ausgelöst oder veranlasst wurden.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Das heißt im Klartext, dass der DRPR sich im Zweifel herausnimmt, seine <em>&#8220;primäre Aufgabe&#8230;, Missstände und Fehlverhalten bei der Kommunikation mit Öffentlichkeiten zu bennenen und zu rügen&#8221;</em> (s. Punkt 4. der Statuten) jedem gegenüber wahrzunehmen, der sich nicht an die <em>&#8220;ethischen Normen, Gesetze und beruflichen Standards&#8221;</em> (s. Präambel) hält, die sich die PR-Fachleute selbst gegeben haben.</p>
<p><strong>Vielleicht sehe ich das zu drastisch, aber so viel Anmaßung war selten.</strong></p>
<p>Nun könnte man das Ganze mit einem Schulterzucken abtun und seinem eigenen professionellen Gewissen folgend weiterarbeiten. Schließlich ist der DRPR kein Organ der Gerichtsbarkeit, sondern eines der freiwilligen Selbstkontrolle. Doch für mich liegt das Problem tiefer, die Materie ist komplexer, als dass man dem DRPR diesen Anspruch der Regulierungshoheit über alle Bereiche der öffentlichen Kommunikation überlassen sollte.</p>
<h4>Was fehlt: Augenhöhe und Trennschärfe</h4>
<p>Wenn der Medienwandel und damit der Wandel der Kommunikationspraxis zur Auflösung von früher scheinbar fest gefügten Grenzen zwischen Mediengattungen führt, ist es fraglos angebracht, sich über die Konsequenzen für &#8220;gutes&#8221; und &#8220;professionelles&#8221; Verhalten von Kommunikatoren Gedanken zu machen.</p>
<p>So wie es der PR-Rat allem Anschein nach (er äußert sich ja noch nicht offiziell) derzeit tut, entstehen daraus jedoch gleich zwei Probleme.</p>
<ol>
<li><strong>Augenhöhe:</strong> Die Ausweitung des Regulierungsanspruches des DRPR auf bislang nicht beachtete Medienkreise wie Blogs und andere Social Media verpflichtet den DRPR (und mit ihm auch seine Trägerverbände) meines Erachtens dazu, die systemimmanenten Gepflogenheiten (Offenheit, Dialogbereitschaft, Kollaboration) zu respektieren. Sonst verspielt sich der Rat von vorneherein seine Glaubwürdigkeit als Gesprächspartner und kann nicht erwarten, dass man ihn dann in seiner Arbeit überhaupt ernst nimmt.Von einer Einbeziehung der potenziell Betroffenen ist weit und breit nichts zu sehen. Stattdessen arbeiten Kommissionen hinter verschlossenen Türen, deren Vertreter soweit erkennbar nicht aus dem Kreis der aktiven Nutzer &#8220;neuen Medien&#8221; kommen. Man arbeitet nicht auf Augenhöhe, sondern &#8220;old school&#8221; per Gremienbeschluss und konterkariert so seinen eigenen Anspruch.</li>
<li><strong>Trennschärfe:</strong> Dem DRPR geht es um jede Form von Auftragskommunikation. Aber was genau ist das? Wer betreibt sie? Bei PR-Leuten die mit Journalisten sprechen oder Blogger zu einem Treffen in die Firmenzentrale des Kunden einladen, ist die Sache klar. Aber was ist mit PR-Leuten, die auf die Angebote von Fach- und Großverlagen eingehen, eine &#8220;Advertorial&#8221;-Reihe zu buchen (= zu bezahlen), dann könne man ja auch redaktionell öfter mal was machen (diese Angebote gibt&#8217;s zuhauf)? Oder um es noch komplizierter zu machen, was ist mit einem Marketingleiter, der eine Werbeagentur beauftragt, Blogger für Produkttests zu bezahlen (siehe iPhone App der SZ)? Sieht dieser Marketingleiter das als PR oder schlicht als Werbung? Warum sollte da der PR-Rat zuständig sein?Noch ein Beispiel: Was ist mit der aufwändigen Pressreise nach Korsika zur Vorstellung eines neuen Automodells in einem 5-Sterne-Hotel, bezahlt vom Autohersteller, organisiert von einer Eventagentur, die Journalisten eingeladen von der PR-Agentur? Der Absender ist hier klar, aber wird der Journalist dann von der PR-Agentur angehalten im Artikel zu erwähnen, dass er auf Einladung des Herstellers schick gewohnt und lecker gegessen hat? Wohl kaum.Die Zahl der Akteure, ihre Interessen und persönlichen Motivationen, ihre beruflichen Hintergründe und Jobbezeichnungen sind in der &#8220;Auftragskommunikation&#8221; so vielfältig, dass es schwer fällt, Grenzen zu ziehen. Je mehr die medialen Grenzen verschwimmen, desto komplizierter wird es. Will der PR-Rat all das schultern? Sollte er nicht ein realistischeres Ziel ins Auge fassen?</li>
</ol>
<h4>Was ist zu tun?</h4>
<p>Meines Erachtens täte der DRPR erstens gut daran, <strong>den Entwurf der Online-Transparenzregeln noch vor der Gremiensitzung am 26.2. öffentlich zu machen und online zur Diskussion zu stellen</strong>. Das würde ihm ein Stück Anerkennung verschaffen, nicht nur bei interessierten fachfremden Bloggern, sondern auch unter den Fachkollegen, die täglich mit und in Social Media arbeiten. Transparenz ist schließlich Voraussetzung für Vertrauen und Akzeptanz. Zudem hätte es den Effekt, dass mögliche Unschärfen von mehr Augen schneller erkannt und abgestellt werden können.</p>
<p>Zweitens wäre es ein positives Zeichen, wenn sich der <strong>PR-Rat und die führenden Köpfe der tragenden Verbände auch persönlich der Debatte stellen</strong> und zum Beispiel im Rahmen der <a href="http://www.re-publica.de">re:publica</a> im April auf Augenhöhe mit denen begeben, denen sie Regeln aufzuerlegen suchen. Das brächte ihnen nicht nur noch eine kleine Portion Anerkennung mehr, sondern auch wertvolle persönliche Erkenntnisse darüber, wie die Menschen hinter den sozialen Medien so ticken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wertvoll dieses Wissen für die Praxis ist.</p>
<p>Drittens, wie wäre es, wenn die Online- und Social-Media-Affinen unter den Kommunikatoren gemeinsam mit interessierten Netzmenschen versuchen, <strong>einen Entwurf für eine Art &#8220;Good Governance&#8221; zwischen Kommunikatoren und Blogosphäre </strong>zu entwickeln? Kollaborativ, per Wiki, Wave oder Google Doc, gleichberechtigt, aber zielorientiert. Gewissermaßen als lebenden Beweis dafür, dass freiwillige Selbstkontrolle auch ganz ohne Gremien auskommen kann und dennoch eine breite Debatte anzustoßen in der Lage ist.</p>
<p>###</p>
<p><strong>PS:</strong> Eine Anmerkung am Rande zum Onlinebeitrag des PR Report zum Thema. Er zitiert ausschließlich Herrn Güttler. &#8220;Die Blogger&#8221; werden anonym, ohne Links zu den relevanten  Posts (wie z.B. auch <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/01/der-pr-rat/">bei  Thomas Knüwer</a>) indirekt wiedergegeben. Und es wird dabei völlig  außer Acht gelassen, dass die meisten dieser Blogger (und Kommentatoren)  selbst PR-Profis oder Journalisten sind, also an dem Thema ein ureigenes Interesse haben.  Soviel zur Debattenfähigkeit eines Branchenfachblatts in Zeiten von  Social Media.</p>
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		<title>PR-Rat will mehr &#8220;Absenderklarheit&#8221; &#8211; und stiftet Verwirrung (Update)</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 20:32:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tapio</dc:creator>
				<category><![CDATA[PR & Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[DRPR]]></category>
		<category><![CDATA[GRPA]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[PR-Rat]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Artikel bei der w&#38;v heute ließ mich doch etwas verwirrt zurück. &#8220;PR-Rat will Regeln gegen Schleichwerbung im Internet&#8221; steht da. Darin wird der Präsident des Agenturverbands GPRA Alexander Güttler zitiert, der ein bislang noch im Entwurfsstadium befindliches Papier (mit-)geschrieben hat, das für mehr Transparenz im Miteinander von PR-Auftraggebern und Online-Dingen wie Foren, Blogs, Produktbewertungsseiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Artikel bei der w&amp;v heute ließ mich doch etwas verwirrt zurück. &#8220;<strong><a href="http://www.wuv.de/nachrichten/digital/pr_rat_will_regeln_gegen_schleichwerbung_im_internet">PR-Rat will Regeln gegen Schleichwerbung im Internet</a></strong>&#8221; steht da. Darin wird der Präsident des Agenturverbands GPRA Alexander Güttler zitiert, der ein bislang noch im Entwurfsstadium befindliches Papier (mit-)geschrieben hat, das für mehr Transparenz im Miteinander von PR-Auftraggebern und Online-Dingen wie Foren, Blogs, Produktbewertungsseiten etc. sorgen soll. Laut Artikel fordert der Deutsche PR Rat (DRPR):</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Die Grundregel der Offline-PR, den Absender der Maßnahme offenzulegen, soll auch für das Internet gelten.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>&#8220;Absenderklarheit&#8221; nennt Alexander Güttler das. Die w&amp;v schließt daraus:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Konkret hieße das, dass Blogger in Zukunft offenlegen müssen, wenn sie gegen Geld positive Produktbesprechungen in Blogs und Foren veröffentlichen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Leider wird aus dem Artikel nicht deutlich, ob eine solche oder ähnliche Forderung in dem <span style="text-decoration: line-through;">GPRA/</span>DRPR-Papier selbst enthalten ist oder nicht. Leider ist das Papier auch nicht &#8211; Entwurfsstadium hin oder her &#8211; öffentlich zugänglich. Darüber soll erst Ende Februar im PR-Rat abgestimmt werden. Das ist vom formalen Prozess her natürlich OK, aber es wundert mich dann doch, dass der Entwurf in Teilen vom Verbandschef mit der Fachpresse diskutiert wird, ohne dass die Fachöffentlichkeit zeitgleich den ganzen Inhalt des Papiers lesen und beurteilen kann. Eigentlich gilt doch gerade unter PR-Leuten, dass man über ungelegte Eier nicht spricht?!</p>
<p>So bleiben zunächst einige Fragen ungeklärt, die aber für das Geschäftsgebaren von PR-Agenturen, die Legitimation des PR-Rats und die Kommunikation mit Bloggern durchaus relevant sind:<span id="more-1225"></span></p>
<ol>
<li><strong>An wen richtet sich das Regelwerk wirklich?</strong>
<ul>
<li>Geht es dem Verband, dem nur ein kleiner Teil der deutschen PR-Agenturen angehört, darum den eigenen Mitgliedern Handlungsanweisungen mit auf den Weg zu geben? &#8211; Dann würde ich mir als Kunde dieser Agenturen so meine Gedanken machen, warum sie das nötig haben.</li>
<li>Will der Verband nach außen signalisieren, dass er sich um ein vermeintlich verbreitetes Problem unethischen Geschäftsgebarens in der PR kümmert und dem Anspruch der Selbstkontrolle der Branche gerecht wird? &#8211; Dann wäre das Regelwerk seinerseits eine PR-Maßnahme für den Verband. Nachvollziehbar, aber auch weitgehend wirkungslos was den Inhalt betrifft.</li>
<li>Schwingt sich der <span style="text-decoration: line-through;">GRPA/</span>DRPR zur Normenkontrollanstalt für Blogger und Forenbetreiber auf? &#8211; Dann hätte er die Rechnung ohne die Blogger gemacht, die (meist) als Privatpersonen publizieren und somit nur ihrem eigenen Gewissen und ihren Lesern verpflichtet sind. Sie werden jeden Einmischungsversuch in ihre Art Transparenz herzustellen (oder zu vermeiden, auch das kommt sicher vor) entschieden abzuwehren wissen.</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Warum gilt nicht einfach die Trennung von Redaktion und Anzeige?</strong>
<ul>
<li>PR lebt vom Vertrauen der Mittler einer Geschichte oder Nachricht in den Absender (=Auftraggeber) einerseits und der Leser/Rezipienten der Publikationen des Mittlers andererseits. In dieser PR &lt;-&gt;Mittler&lt;-&gt;Rezipient Beziehung kommt Geld nicht vor. Alles andere ist Werbung.</li>
<li>Ob der Mittler da nun Journalist oder Blogger ist, ist zweitrangig. Für klassische Medien gilt die Trennung von Redaktion und Anzeige. Für Blogger gibt es hier keine verbindliche Regelung, aber Blogger wissen in aller Regel sehr gut, für wen sie bloggen. Das Vertrauen der Leser ist ihr Kapital. Sie sind also ohnehin gut beraten bezahlte Beiträge oder Testberichte (<a href="http://upload-magazin.de/blog/4943-sueddeutsche-iphone-app-trigami/">wie jüngst für die SZ-App</a>) klar als solche zu kennzeichnen.</li>
<li>Als Gedankenübung mal ein Umkehrschluss: Wenn Blogger offenlegen sollen, von wem sie in welcher Art auch immer &#8220;beeinflusst&#8221; werden &#8211; wer also der eigentliche &#8220;Absender&#8221; der publizierten Inhalte ist &#8211; müssten das nicht auch die Redakteure bei traditionellen Medien? &#8211; Wenn das so wäre, würden unter jedem Artikel in jeder Tages- und Wochenzeitung, in Magazinen und TV- und Radiosendungen seitenweise Fußnoten und Disclaimer stehen, die Firmen, Agenturen, und andere Quellen angeben. Was würde das wohl für die Glaubwürdigkeit <em>aller</em> Medien bedeuten? Mal ganz abgesehen von der sofortigen Überflüssigmachung von Lobbyverbänden, dem Informantenschutz und ja &#8211; auch PR-Agenturen.</li>
</ul>
</li>
<li><strong>Warum braucht es das Regelwerk überhaupt?</strong>
<ul>
<li> Wenn es eine Grundregel der Offline-PR ist, den Absender der Maßnahme offenzulegen, warum sollte man das für Online-PR noch einmal extra betonen? In der Branche ist es doch inzwischen doch recht einhellige Meinung, dass Offline und Online ohnehin zusammengehören. Hier wie dort ist verdeckte Beeinflussung geächtet, Unternehmen, die es trotzdem versuchen, fliegen auf (siehe <a href="http://www.horizont.net/aktuell/agenturen/pages/protected/Bahn-Affaere-PR-Rat-ruegt-Berlinpolis_86671.html">Deutsche Bahn/Berlinpolis</a>) und werden gerügt. Und zwar sowohl vom DRPR als auch gern von der Presse, die dann wieder eine &#8220;Schleichwerbung! Böse PR! Spin-Doctor!&#8221;-Geschichte zu erzählen hat.</li>
</ul>
</li>
</ol>
<p>Damit wir uns richtig verstehen, ich bin ein großer Befürworter von Transparenz in der PR (sonst hieße dieses Blog auch nicht so, wie es heißt). Was mich nur stutzig macht sind Gremien mit dem Anspruch der Allgemeingültigkeit, die sich um der eigenen Profilierung willen in Gesellschaftsbereiche hineinbegeben, deren bestehende innere Regeln sie nicht durchdringen und nie durchdringen werden, weil sie dort von vorneherein nicht als Autorität wahrgenommen werden. Aber vielleicht ist der PR-Rat ja auch garnicht so vermessen und klärt nach der internen Verabschiedung des Papiers auf, was seine Absicht ist. Das wäre schon mal ein guter Schritt hin zu einer transparenteren PR-Branche.</p>
<p><strong>UPDATE: </strong>Die zwei Streichungen des GPRA oben sind der Klarheit des Absenders geschuldet. Wie Heiko Kretschmer <a href="http://www.opensourcepr.de/2010/01/20/pr-rat-will-mehr-absenderklarheit-und-stiftet-verwirrung/#comment-5296">in den Kommentaren</a> aufklärt, muss zwischen dem Agenturverband <a href="http://www.pr-guide.de/">GPRA</a>, dem Berufsverband <a href="http://www.dprg.de">DPRG</a> (Disclosure: deren Mitglied ich bin) und dem Deutschen Rat für Public Relations (<a href="http://www.drpr-online.de/">DRPR</a>) unterschieden werden, der von den vorgenannten Verbänden sowie dem Bundesverband der Pressesprecher (<a href="http://www.pressesprecherverband.de/">BdP</a>) und der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung (<a href="http://www.degepol.de/">degepol</a>) gemeinsam getragen wird.</p>
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