Tag: CeBIT


13Mrz

CeBIT Liveblog: WebCiety und Telekom Trendforum

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Nachgereicht hier noch das Transkript meiner verschiedenen Liveblog-Aktionen von der CeBIT WebCiety und dem Telekom Trendforum.

3. März 2009, WebCiety: Panel Tourismus 2.0

  • tapioliller CeBIT WebCiety Liveblog. Schön, dass du da bist!
  • tapioliller Das Panel zu Tourismus 2.0 geht gleich schon zu Ende. Das Fazit ist, dass Hotelbewertungen eine große Chance für die Branche sind, Qualitätsmanagement zu betreiben. Man mag sich – Portale und Hoteliers. Zumindest die die auf dem Podium sitzen.
  • tapioliller Schlussstatements zum Thema: Wird’s in Zukunft so sein, dass auch Hoteliers selbst den Social Content auf ihre Webseiten nehmen?
  • tapioliller Thomas Cook: Ja, wird kommen. Gastroverband: Einzelne werden das tun, andere sind noch hinterher.
  • tapioliller Tripadvisor: Wenn die Qualität der Bewertungen stimmt, kommt der Rest von allein. Vertraut in die Dynamik des Web.
  • tapioliller HolidayChecker: Die Bewertungsplattformen müssen Komplexität reduzieren. Eine Möglichkeit: den Social Graph aus Facebook, StudiVZ, Twitter etc. hinzuziehen und so Relevanz schaffen.
  • tapioliller Frage des Moderators: Wie helfen die Portale ganz konkret dem Hotelier beim Reputationsmanagement?
  • tapioliller Tripadvisor: Hoteliers können sich registrieren lassen und aktiv am Dialog teilnehmen.
  • tapioliller HolidayChecker: “Hotelnews”-Tool seit Anfang 2006, Promo zusammen mit dem Hotelverband. Wird aktiv an die Anbieter herangetragen.
  • tapioliller Abschlussfrage: Was ist das idealtypische Tourismusprodukt 3.0?
  • tapioliller ThomasCook: Tut sich schwer mit einer konkreten Antwort. Will vor allem auf Relevanz neuer Plattformen konzentrieren.
  • tapioliller Tripadvisor: Komplexitätsreduktion ist ein großes Thema. Geschwindigkeit, z.B. via Twitter wird wichtiger.
  • tapioliller Hotelverband: Reise in die Zukunft hat schon begonnen. Hotels müssen aber erstmal lernen zu sehen, was über sie gesprochen wird. Idealerweise zentralisiert an einer Stelle.
  • tapioliller HolidayChecker: Individualisierung der Informationen, maßgeschneiderte Reiseangebote auf Basis von Bewertungen und sozialem Netzwerk wird der große Trend.
  • tapioliller Die Panelisten waren: Moderation Stefan Möhler (Netzvitamine), Gebke Stumphuse (hotelverband), Oliver Rengelshausen (Thomas Cook), Axel Jockwer (HolidayCheck), Ulrich Kastner, Tripadvisor
  • tapioliller Pause for now. Bis später!

Sascha Lobo im Gespräch mit Craig Barrett, Intel Chairman

3. März 2009, WebCiety: Sascha Lobo im Gespräch mit Craig Barrett, Intel

  • tapioliller “Fireside talk” zwischen Sascha Lobo und Craig Barret, Chairman von Intel
  • tapioliller Barret: The danger in blogging is a vocal minority dominating the input. (das meint der ernst)
  • tapioliller Herr Barret weicht der Frage aus, ob er selbst bloggt
  • tapioliller Korrigiere, der Mann heißt Barrett mit zweit T (steht hier falsch auf der Bühne)
  • tapioliller Barrett: Toll am Internet ist der sofortige Zugang zu allen Informationen. (nee, echt?)
  • tapioliller Sascha Lobo sagt von sich, “Ich bin Mainstream. Ich hab nur ne andere Frisur.”
  • tapioliller Das Gespräch mäandert gerade zwischen einem PC für Chinesische Eltern (mit eingebauter Zensur) und Computer im Gesundheitswesen. Wichtige Intel-Themen, vermutlich.
  • tapioliller Craig Barrett mag Opt-in oder Opt-out. Die Leute sollen selbst entscheiden, wie sie welche Technologie nutzen möchten.
  • tapioliller Barrett meint, wer auf der Nonliner-Seite des “Digital Divide” sein möchte, soll doch gehen. Er soll nur nicht die anderen daran hindern, die Möglichkeiten der Technologie voll auszuschöpfen.
  • tapioliller Herr Barrett hat eine Ranch in Montana. Und da gibt’s weder Handy noch Internet. “You can survive, man!” (zu Lobo)
  • tapioliller Frage von Barrett an Lobo: Würdest du eher 2 Wochen auf das Internet oder auf Sex verzichten?
  • tapioliller Lobo druckst rum. Dann: Ich würde auf Sex verzichten. Meine Freundin ist 2 Wochen in Indonesien.
  • tapioliller So. Da zischt er weg, der Intel-Mann.
  • tapioliller Zukunft des eCommerce. Ich mach dann mal Pause.

Clay Shirky bei Telekom Trendforum

3. März 2009, Telekom Trendforum: Clay Shirky über die Entstehung von Ideen

  • tapioliller Bin umgezogen ins Trendforum bei der Telekom. Gleich spricht Clay Shirky.
  • tapioliller Der gute Mann spricht gleich über “The Social Origin of Good Ideas”
  • tapioliller Gesehen hab ich ihn schon. Die Arena ist aber noch nicht voll.
  • tapioliller Countdown absolviert. Alles magenta. Los geht’s.
  • tapioliller Hier ist das Blog zum neuen Buch von Clay: Here comes everybody
  • tapioliller Da isser. These “Group action just got easier” (darum geht’s im Buch=
  • tapioliller (Beobachtung am Rande: Clay hat den Apfel auf seinem Macbook mit dem Creative Commons Logo überklebt.)
  • tapioliller In größeren Organisationen ist nicht länger nur einer für Ideen zuständig, z.B. die Ingenieure, sondern es kann jeder sein.
  • tapioliller Was ist eine “gute Idee”? Clay: practical surprises
  • tapioliller Dinge, die plötzlich da sind, aber niemand vorher dran gedacht hat, die aber ein praktisches Problem lösen.
  • tapioliller Beispiel “Innocentive” – in Innovationsportal, das “Problemhaber” und “Problemlöser” zusammenbringt.
  • tapioliller Problem: “Most of the smart people work for someone else” (Bill Joyce)
  • tapioliller Etwas wie Innocentive ist nur möglich, weil es die Technologie überall vorhanden und zugänglich ist.
  • tapioliller Innovation kommt jetzt über Kommunikation, einfach weil die Mittel dafür da sind.
  • tapioliller Beispiel: Atlassian, die den Entwicklungsprozess für die Nutzer der Software öffnen.
  • tapioliller Atlassian öffnet den Entwicklungsprozess radikal und zeigt sogar einzelne Features und wie der Entwicklungsstand ist im Web.
  • tapioliller Vorteil: “Get smart people look at our problems, even if they don’t work for us”
  • tapioliller Kollaborative Entwicklung, gemeinsam mit den Nutzern, die das Produkt aus der Praxis am besten kennen.
  • tapioliller Das setzt jedoch einen radikalen Wandel in der Einstellung zu solchen Prozessen voraus.
  • tapioliller Denn: Einfach nur etwas neues hinzufügen funktioniert nicht.
  • tapioliller Wenn man neue Werkzeuge einsetzt, ändern diese auch die Art und Weise, wie das Geschäft selbst funktioniert.
  • tapioliller Howards Forums ist das nächste Beispiel
  • tapioliller Foren für Handynutzer
  • tapioliller sehr kleinteilige, spezielle Informationen werden von den Nutzern selbst als Hilfe eingestellt. Ein User-Forum eben. Aber es wirkt!
  • tapioliller Die Reichweite solcher Foren ist viel größer als die Zahl der aktiven Nutzer. Es geht soweit, dass in Foren mehr Expertenwissen steckt, als das Unternehmen selbst greifbar hat.
  • tapioliller Die Nutzer von Howards Forums haben viel eher Zugang zur Wirklichkeit als die Firma selbst.
  • tapioliller Crowdsourcing als unbezahltes Ideensammeln wird nicht funktionieren.
  • tapioliller Die Community muss etwas zurückbekommen (Nicht zwingend Geld)
  • tapioliller Die meisten Unternehmen verwenden viel Zeit darauf, Scheitern zu verhindern, statt eine Idee einfach auszuprobieren.
  • tapioliller Die Wahrscheinlichkeit zu scheitern geht zwar hoch, aber die Kosten für das Scheitern gehen runter.
  • tapioliller Das zu tun, erfordert ein Bewusstsein dafür und ein konstruktives Umgehen mit den Dingen, die scheitern.
  • tapioliller Beispiel Apps for Democracy
  • tapioliller kleine Web-Programme, die Informationen neu kombinieren und nützlich machen.
  • tapioliller www.appsfordemocracy.org
  • tapioliller z.B. eine Karte von Washington auf der Kriminalitätshotspots mit Bars und Clubs gemeinsam gezeigt werden.
  • tapioliller Die nächste Herausforderung ist die kulturelle Organisation rund um die neuen Tools.
  • tapioliller Vortrag zu Ende. Jetzt Fragen.
  • tapioliller Und Tschüß für heute.

Mark J. Penn, Burson-Marsteller beim Telekom Trendforum

5. März 2009, Telekom Trendforum: Mark J. Penn über Microtrends

  • tapioliller I am back (Arniemäßig). Gleich geht’s weiter mit Livebloggen vom Telekom Trendforum
  • tapioliller Das Thema jetzt: Microtrends & Micromarketing von Mark J. Penn, Burson-Marsteller, USA
  • tapioliller Countdown 0 und ab
  • tapioliller Mark hat Hillary Clinton im Wahlkampf geholfen. (hat ja auch fast geklappt)
  • tapioliller Moderatoren sind auf der Bühne.
  • tapioliller NYTimes über Mark Penn: “Guru der Nische” (sagen die Moderatoren)
  • tapioliller so da isser und sagt brav thank you to our sponsors
  • Bastian Scherbeck Spannend – so kann ich dabei sein, auch wenn es live heute nicht geklappt hat ;-)
  • tapioliller Die Ära von Megatrends ist vorüber. Wir leben heute in einer Welt von Microtrends. (wie in einem impressionistischen Gemälde, die kleinen Punkte machen das Ganze)
  • tapioliller Kleine Zielgruppen mit personalisierten Produkte zu erreichen ist so günstig möglich, wie nie zuvor
  • tapioliller “The Starbucks Economy” – man kann sich alles neu kombinieren
  • tapioliller Die Differenzierung bei Starbucks kommt aus der persönlichen Verfeinerung durch Geschmäcker, Zusätze, etc. nicht aus dem Kaffee
  • tapioliller der iPod ist durch die Musik individualisierbar.
  • tapioliller Widersprüchliche Trends: Mehr Wohlstand, mehr Arbeit / Mehr Wissenschaft, mehr Religion
  • tapioliller Mehr wasser, mehr Koffeinprodukte (konsum)
  • tapioliller Mehr Technologie, mehr BEdürfnis nach Ruhe
  • tapioliller Es gibt für jeden Trend einen Gegentrend. Das trägt zur Evolution bei
  • tapioliller Trends, Beispiele:
  • tapioliller Immer mehr Frauen als “heads of household”
  • tapioliller 1 von 10 Ehen kommen inzwischen aus Internet-Beziehungen, also solchen, die über das Netz zustande kamen
  • tapioliller (US-Zahl, natürlich)
  • tapioliller Internet-Ehen tragen zur Sozialen Mobilität in einer Gesellschaft bei
  • tapioliller “Working retired” immer mehr ältere Leute im Rentenalter wollen gar nicht in Rente gehen.
  • tapioliller (sagt das mal den Deutschen)
  • tapioliller in US rund 5 Millionen über 65 im Arbeitsmarkt
  • tapioliller Etwas doppelt so viele Haushalte haben Haustiere statt Kinder. (63% Haustiere / 30% Haustiere)
  • tapioliller Die Haustiere bekommen eine GROSSE Menge des verfügbaren Einkommens
  • tapioliller Sie bekommen alles, was sonst Kinder bekommen würden
  • tapioliller “Pampering Parents” – permissive Eltern werden zum Standard. Disziplin weniger wichtig.
  • tapioliller (Konsequenz: Mehr Linkshänder! Weil es nicht mehr aberzogen wird)
  • tapioliller Anteil der Menschen, die weniger als 6 Stunden schlafen ist von 12% 1998 auf 16% 2005 gestiegen.
  • tapioliller Konsequenz: Mehr Koffeindrinks!
  • tapioliller “Long Attention Spanners” – die Menge an Informationen, die wir aufnehmen steigt.
  • tapioliller Das Internet wird vor allem von solchen Menschen vorangetrieben.
  • tapioliller “New Info Shoppers” – Research addicts: die Leute suchen sehr viel mehr aktiv nach informationen und informieren sich vorab über die geplanten Anschaffungen
  • tapioliller Lieber Informationen suchen und selbst bewerten, als berieselt werden “Information Detectives”
  • tapioliller “DIY Doctors” – Gesundheitsinformationen im Internet verändern das Verhältnis von Arzt zu Patient
  • tapioliller “Young Knitters” – Es wird wieder gestrickt! (Die Grünen sind zurück!) von 3 auf 6 Millionen fans in der Teen-to-20-Something-Gruppe zwischn 2002 und 2004
  • tapioliller “Social Geeks” – Technologie wird von den “most social people in America” angenommen und aktiv genutzt
  • tapioliller (das wäre dann die Abteilung Digital Natives)
  • tapioliller “New Luddites” – 15 Millionen Amerikaner haben das Internet ausprobiert, aber es dann gelassen.
  • tapioliller Übrigens, das sind Daten aus Erhebungen von Mark Penns Firma
  • tapioliller er mach nebenher noch Marktforschun
  • tapioliller “Tech Fatales” – Frauen tragen massiv zu den Käufen bei Consumer Tech bei. Das Marketing reflektiert das kaum
  • tapioliller Gleiches gilt für Autos. Mehr Frauen als Männer entscheiden über den Autokauf “die Car Buying Soccer Mums”
  • tapioliller “Video Games Grownups” – erwachsene/ältere spielen immernoch oder wieder Computerspiele
  • tapioliller (Nintendo ist da ja gut dabei)
  • tapioliller 1% of California teenagers want to be Snipers
  • tapioliller Sehr Mikro, aber ein Trend namens “Aspiring Snipers”
  • tapioliller Könnte das Marketing der Polizei/Militär etc nutzen.
  • tapioliller (Notiz am Rande: Die Labels die Mark Penn hier verteilt klingen irgendwie doch sehr nach den Trendforschern der Neunziger, micro hin oder her)
  • tapioliller “New Mattress Stuffers” – Vertrauensverlust in Banken trägt zu anderen Sparverhalten bei. (Geld unterm Kopfkissen verstecken, etc.)=
  • tapioliller Weniger Kreditkarten, mehr Bargeld
  • tapioliller Was passiert mit den Mitarbeitern von frisch-verstaatlichten Unternehmen? Werden sie jetzt weniger risikofreudig agieren, Urlaub nehmen?
  • tapioliller Ändert sich die Einstellung zu Arbeit und Unternehmertun dadurch?
  • tapioliller “Laid-off Lawyers” – Kopfarbeiter sitzen jetzt auf der Straße, die Gesellschaft ist nicht drauf eingestellt
  • tapioliller “Stay-at Home Workers” – Heimarbeit (das hatten wir schon in den 90ern!), jetzt passiert es tatsächlich
  • tapioliller Das waren die vielen Beispiele. Die Gemeinsamkeiten sind:
  • tapioliller Gemeinsame Werte, Respekt für einander und die Bandbreite menschlicher Erfahrungen, Smartere Wege Geschäft zu machen
  • tapioliller Das war’s erstmal. Jetzt Fragen.

(Aktualisierter Post ohne die Zeitmarken zu jedem Eintrag.)

6Mrz

CeBIT und WebCiety – Eine Notgemeinschaft

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So richtig wollen sie nicht zueinander passen, die in die Jahre gekommene, inzwischen doch sehr verspießerte CeBIT und die fast verschämt ins hinterste Eck der Halle 6 gepflanzte “WebCiety Area” mit ihren Sechseckständen in sehr dunkler, wechselnd-bunt beleuteter Atmosphäre als Hort der Internet-Hippness.
WebCiety Area
Die WebCiety verhielt sich zum Rest der CeBIT wie der mysteriöse, schwarz glänzende Quader in Stanley Kubricks “2001 – Odyssee ins Weltall” zum Rest des Mondes. Sie wurde neugierig beäugt von Menschen, die zunächst überfordert schienen von der Andersartigkeit der Fläche mit ihren schwarzen Teppichen und den mit weißen Trennlinien auf dem Boden angedeuteten und nur mit Projektionen gestalteten Kleinständen.

Hatte man sich dann ins Innere des okkulten Areals vorgewagt, sah man sich einem Altar gegenüber, auf dem von zwei Großprojektionen dominiert Themen besprochen wurden, die einem langjährigen CeBIT-(Fach-)Besucher wie Ketzerei vorkommen mussten. Wein im Web 2.0, ein Blogroman-Projekt, die Abenteuer des geheimnisvollen Raumschiffs “Enterprise 2.0″, und die sonderbaren Gewohnheiten der so genannten “Digital Natives”, der fanatischsten Anhänger einer wortreich beschriebenen (R)evolution namens “Web 2.0″.

WebCiety Stage

So anders und neuartig ist die WebCiety, dass selbst die Redaktion des Nerd-Zentralorgans Heise.de nicht umhin kam, das “Kunstwort” zu erklären. Es war zwar auch ganz offiziell “Schwerpunktthema” der Messeveranstalter, blieb aber ein Fremdkörper im (deutlich geschrumpften) Meer der weiß-kalt beleuteten Messestände von Komponentenherstellern und Softwareanbietern. Die gefühlte Medienaufmerksamkeit hingegen war enorm, die Interviews-pro-Quadratmeter-Relation beachtlich – zu einem Gutteil bereitwillig und nicht ohne Stolz absolviert von der selbsterklärten Führungsfrisur der deutschen Webszene Sascha Lobo. Der Co-Organisator und Verantwortliche für’s Konferenzprogramm auf der Bühne, Björn Negelmann von KongressMedia, spannte derweil moderierend die Brücken zwischen den Panelisten und Vortragenden. Eine Arbeitsteilung, die wohl beiden sehr recht war.

“Beutelratten” irrten ratlos umher

“Computermesse” wird die CeBIT im Volks- und Tagesschaumund noch immer genannt, aber das beschreibt sie mehr schlecht als recht. Denn um Computer geht es nur noch am Rande und die Endverbraucher-nahen Aussteller mit ihren Handys, Laptops und Spielekonsolen sind fast alle weg. Geblieben sind reichlich im Ausstellerjargon “Beutelratten” genannte Privatbesucher ohne erkennbares Besuchsziel, die angesichts der sich ausbreitenden Leere und der deutlich karger ausgefallenen Ständen mit verzweifelten Blicken nach dem suchten, was die CeBIT vor 10 Jahren ausmachte: Die coolsten Neuheiten aus dem Reich der Gadgets, der inoffizielle Wettbewerb der heißesten “Booth Babes” und die lautesten Standparties mit Freibier nach Messeschluss. Nichts davon ist übrig geblieben im Rezessionsjahr 2009.

Klassentreffen ohne Erinnerungswert

Die WebCiety konnte hier keinen Ausgleich schaffen, wollte sie auch nicht. Denn hier begegneten sich letztlich die avantgardistischen Vertreter einer Szene, die weder mit dem IT-Fachbesucher noch mit dem Tüten tragenden Gadget-Gaffer etwas gemeinsam haben. Wer schonmal auf einem Barcamp war oder einer “Web 2.0 Expo” oder einer “next“, konnte bekannte Gesichter finden, ein kleines Schwätzchen hielten und sich nach einem langen Messetag mit einem “Wir sehn’ uns dann auf der …” wieder verabschiedten. Es hatte was von Klassentreffen.

Inhaltlich blieb wenig hängen. Zu bunt gemischt und zu unterschiedlich in ihrer Qualität waren die Panels (meine Stichprobe ist vom Dienstag und Donnerstag). Die Moderatoren waren meist eher darauf bedacht, jeden Diskutanten zur Geltung kommen zu lassen, als eine kontroverse Diskussion zu fördern. Auch die Aussteller des WebCiety-Bereichs konnten aus meiner Sicht keinen Akzent setzen, der sie von normalen CeBIT-Ausstellern unterschieden hätte – mit einer Ausnahme: Eine Firma hatte einfach ein Telefon auf den Tisch gelegt und die Projektion darüber sagte “Wir haben mehr Aufträge als erwartet – deshalb ist leider keiner persönlich hier. Nutzen Sie doch einfach unsere Hotline zum Geschäftsführer.”

Wenn das ein Zeichen für die Zukunft des Web-Geschäfts ist, können die Besucher der WebCiety beruhigt nach Hause fahren. Die Konferenz selbst ist hingegen leider nicht mehr als der Versuch der Messegesellschaft, ihrer in der Langeweile des Wirtschaftsestablishments vermufften Großveranstaltung ein kleines bisschen Coolness zurückzugeben. Auch wenn Messechef Raue den Bereich im kommenden Jahr ausbauen will, die Themen der WebCiety werden anderswo schon längst in erprobten Formaten mit mehr Ruhe und inhaltlicher Tiefe diskutiert. In den Alltag der Unternehmen gelangen die Erkenntnisse ohnehin auf anderen Wegen, nämlich über die Gespräche und Debatten, die online stattfinden.

Das Web-Business braucht die CeBIT nicht, aber die CeBIT das Web-Business – und wenn es nur für den Anschein der immerwährenden Neuerfindung ihrer selbst ist.
Lonesome Digital Cowboy

Weitere Stimmen aus der deutschen Blogo- und Mediensphäre zum Thema:

Medien-Seite Meedia schreibt brav Pressemeldungen ab
Wiwo vernimmt Euphorie
InternetWorld Business
fehlt die Tiefe
Ex-Connect-Mann und PR-Manager Bernhard Jodeleit wünscht der CeBIT gute Besserung
Für Sachar Kriwoj steht Business im Mittelpunkt
Markus “Fliegendes Auge” Huendgen hat mitgefeiert
Politik Digital vermisst die Politik
PRler Martin Kurth hat ein Dresscode-Problem
Thomas Knüwer bloggt sich ein wenig Hoffnung für 2010
Der Weltherrscher hat’s vorher gewusst

5Mrz

CeBIT is still fun

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It’s that time of the year again. Early March, April weather (today it’s sunny for a change, but cold), but clearly, the IT industry’s springtime has begun. It’s CeBIT again and the world’s largest IT trade show in Hannover is drawing thousands of visitors, over 5000 exhibitors this year and – important for a PR person – a LOT of media attention. For some, however, it’s very hard to get heard in this cacophony.

Anyway, back in my student years I went to CeBIT to see what’s new and to wander around the huge exhibition halls, standing in awe of the enormous amout of effort and money (!) companies put into their presence. When I worked for long-gone graphics software company MetaCreations back in early 1999, I spent a whole week at the booth, doing product demos, presenting cool stuff and feeling the bustling excitement that had captured the industry back then. Shortly after, the bubble burst and I did my thesis and finished uni.

Today, I’m at CeBIT as a professional. Taking care of press briefings with clients and meeting industry folks at our agency party tonight. In the meantime, the show has shrunk a bit, the consumer audience is smaller, while ticket prices are higher. But I can still feel the excitement. The IT industry is still there. Post-bubble sober, doing business. Big business!

Did I mention, I love working in this industry?