Tapio Liller
über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »…sagt Forrester Research Berater Sean Corcoran in seinem gestrigen Post. Wirklich?
Was Corcoran meint, sind so genannte “Sponsored Conversations”, also klar als bezahlt gekennzeichnete Beiträge über ein Produkt oder eine Dienstleistung. Er empfiehlt sie als ein Bestandteil des Marketing-Mix vor allem Unternehmen, die noch keine große Aufmerksamkeit genießen und online von sich Reden machen wollen. Zweite Voraussetzung neben der Kennzeichnung: Der Blogger darf schreiben, was er will. Das setzt voraus, dass man von der Qualität und Stärke seines Produktes sehr überzeugt ist und das Risiko negativer Äußerungen minimal ist.
Als Vorteil einer auf diese Weise “bezahlten Unterhaltung” führt der Forrester-Berater an, dass es authentisch ist (wobei ich das skeptisch sehe, denn “wes Brot ich ess’…”), zu verhältnismäßig geringen Kosten zu machen ist und die Chance auf Online-Buzz bringt, der auf herkömmlichem Wege nicht zu Stande gekommen wäre.
Was in Corcorans Post nur am Rande als “Challenge” auftaucht ist das Problem, dass Bezahlbeiträge in Blogs (und nur in etablierten Blogs ist es überhaupt sinnvoll) den Vertrauensvertrag zwischen dem Blogautor und seinen Lesern strapazieren.
Was soll ich von einem Blogger halten, den ich seit langem für seine ausgewogenen und/oder kritischen Beiträge schätze, wenn er plötzlich anfängt für Geld zu schreiben? Wenn das Vertrauen zwischen Leser und Blogger bröckelt, schlägt das auf den Auftraggeber der Bezahlbeiträge durch.
Welches Unternehmen – welches unbekannte zumal – will schon das Risiko eingehen, gleich zu Beginn als “Bloggerverbieger” bekannt zu werden?
Vielleicht gibt es hier einen kulturellen Unterschied zwischen den USA und Deutschland/Europa. Aber mein Rat wäre: Finger weg von Bezahlbeiträgen!
