Tapio Liller
über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
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Seit heute ist der neue Aggregationsdienst “Twingly Channels” (Link zum Twingly Blog) der schwedischen Blogsucher in geschlossener Beta in Betrieb. Martin bei Netzwertig sieht schon ein “massentaugliches FriendFeed” heraufziehen und und erklärte schon Anfang September in einer Vorschau, dass das Webtool dazu taugen könnte, mit dem Informationsüberfluss im Web zurechtzukommen.
Anja Rauch (@anmara), Business Development Managerin bei Twingly war so nett, mir vergangene Woche auf der dmexco einen ersten Blick auf Twingly Channels zu erlauben. Und ich bin ob des Potenzials ziemlich angetan.
Das Tool kombiniert nämlich die Blog- und Microblogsuche von Twingly (weitere Suchmaschinen werden folgen!) zu festgelegten Begriffen mit einer Aggregation voreingestellter RSS-Feeds, zum Beispiel von Blogs zu einem bestimmten Thema. Gleichzeitig werden Tweets gesucht, die auf einen gefundenen Beitrag verlinken und so auch die dezentral stattfindenden Gespräche über den Post an einer Stelle zusammengefasst. Das erleichtert das Verfolgen von Debatten enorm. Besonders praktisch: die Aktualisierung läuft nahezu in Echtzeit.
Auf der Plattform selbst kann man Beiträgen auch facebookmäßig “Likes” geben und so dazu beitragen, dass der Post höher priorisiert wird und weiter oben in der Liste auftaucht. Auch direkte Kommentare sind möglich, die bleiben allerdings auf die Twingly-Seite beschränkt und werden (bislang?) nicht z.B. über Twitter wieder rausgespielt.
Twingly Channels eignet sich so zur laufenden Beobachtung eines festgelegten Themen- und Schlagwortkreises. Sobald das Produkt ausgereift ist, wird es kostenpflichtige Versionen mit privaten Channels und geschlossenen Nutzergruppen geben. Damit wird’s dann zum Beispiel für Social Media Monitoring in Agenturen und Unternehmen interessant.
Und weil ein dolles Webtool nur Spaß macht und Nutzen bringt, wenn es viele benutzen, habe ich einen Channel zum Thema “PR 2.0″ angelegt, der die deutschsprachigen Debatten rund um Kommunikation, Social Media, Medienwandel und Öffentlichkeitsarbeit zusammenfasst. Einige Suchen und Feeds sind voreingestellt, Vorschläge für Ergänzungen sind herzlich willkommen!
Wer mitlesen und -diskutieren möchte, kann sich für Twingly registrieren und dann den Invitecode “pr2009″ (ohne “) verwenden. Der Code ist nur für eine begrenzte Zahl Anwender gültig, schnell sein lohnt sich also!

Wer sich mit Social Media und ihrer Bedeutung für Marketing und Kommunikation beschäftigt, sollte das Buch “Groundswell” von Josh Bernoff und Charlene Li gelesen haben. Es erklärt anschaulich, wie man systematisch ein Social Media Engagement für ein Unternehmen planen kann.
Ausgangspunkt allen Bemühens ist dabei der Faktor Mensch. Denn die gilt es schließlich zu erreichen. Man sollte also wissen, wie sich die Menschen, die für ein Unternehmen relevant sind, im Social Web verhalten. Dabei hilft ein Tool namens “Social Technographics Profile”, das Forrester zumindest mit den wichtigsten demographischen Parametern frei verfügbar ins Netz stellt.
Es wurde jetzt mit aktuellen Daten aus 2009 (auch aus Deutschland) aufgefrischt und ist gleich hier eingebettet.
Wer sagt eigentlich, dass ein neuer Dienst wie Posterous eigentlich gleich “the next big thing” sein muss? Es reicht doch schon vollkommen, dass er praktisch und – leider nicht allzu oft der Fall – einfach zu bedienen ist.
Klar, man kann so ziemlich alles, was man im Netz so findet in Posterous reinschmeißen und das dann automatisch an alle Plattformen, die vielleicht die eigenen Freunde und Bekannten nutzen, verteilen lassen. Das kann, muss aber nicht spammy sein.
Was mich ein wenig wundert (und zugleich freut) ist, dass Posterous in den letzten Tagen eine so steile Welle der Aufmerksamkeit in der deutschen Blogosphäre erhält. Schließlich gibt’s den Dienst schon ne ganze Weile und ich nutze ihn seit Januar. Aber vielleicht ist das einer jener Social-Media-Netzwerkeffekte wenn ein “Superhub” wie Steve Rubel bekannt gibt, er lifestreame jetzt nur noch über Posterous.
Dass ich seit einigen Wochen dazu übergegangen bin, täglich mehrfach beim “kleinen Bruder” dieses Blogs, beim Nebelhorn zu posten, hat ein paar gute Gründe:
All diese Dinge nehmen dem Online-Erlebnis, dem Finden, Teilen und kursorischen Kommentieren eine ganze Menge Ballast ab. Und sie erlauben es mir, hier bei Open Source PR die ausführlichen Artikel zu posten für die ich mir bewusst Zeit nehme, ohne dass sie von all den kleinen Dingen überdeckt werden.
Der einzige Nachteil von Posterous, der mir aufgefallen ist: Die Plattform schickt keine Pingbacks an andere Blogs. Dementsprechend bleibt der Verlinkungsgrad eines Posterous-Blogs relativ gering. Das wird aber durch die Twitter-Autopost-Funktion wieder ausgeglichen, die zum Teil mehr Leser pro Post generiert, als ein Artikel hier im “großen” Blog.
PS: Wer nur meine Posterous-Updates per Twitter sehen möchte, darf gern @nebelhorn folgen.
PSPS: Für professionelle Contentproduzenten, zum Beispiel Eventblogger, könnte Posterous eine einfache Lösung sein sehr viele verschiedene Plattformen mit einem Klick zu bedienen. Fallen euch noch weitere Anwendungsfelder ein?

PR-Agenturen nutzen schon seit Langem Kontaktmanagement-Tools, die dabei helfen sollen, die oft vielen Hundert bis Tausende von Journalistenkontakten die im Laufe der Zeit anfallen zu dokumentieren. Es gibt einige proprietäre Lösungen wie Convento und WICE PR auf dem Markt, hinzu kommen Pressedatenbanken wie MediAtlas oder der legendäre ZIMPEL und mehr. All diesen Anbietern sind mehrere Dinge gemeinsam.
Ich habe mir in der Vorbereitungsphase für den Start von Oseon Conversations einige Lösungen im Test angeschaut. Keins konnte mich bislang in allen Belangen überzeugen. Die Alternative zu einer “gemieteten” Lösung wäre, selbst auf Basis einer Datenbank-Software, die Chose selbst zu bauen. Aber dafür hat kaum jemand Zeit, als Agenturgründer auch nicht das Geld.
CRM als Zwischenlösung
Hängengeblieben bin ich zunächst bei Highrise von 37Signals, eigentlich ein CRM-System in der Cloud, aber es kann einige Dinge wie E-Mails automatisch einem Kontakt zuordnen, Follow-up-Aufgabenlisten führen und Kontakte plus Dokumente einem “Case” also zum Beispiel einer Kundenkampagne zuordnen. Dazu Verschlagwortung der Kontakte für den Aufbau von Verteilern (ja, es gibt auch bei mir noch Pressemitteilungen). Die Workflows sind bei Weitem nicht optimal für einen PR-Menschen, der zwischen klassischer Medienarbeit und Social Media Relations hin und her springt, aber als Krücke geht’s.
BuzzStream – Die Zukunft des Kontaktmanagements?
Ein neuer Webdienst namens BuzzStream schickt sich nun an, die Krücke durch eine echte Brücke zu ersetzen. Vordergründig ein Kontaktmanagementsystem mit Adressendatenbank, Kontaktprotokoll und was so dazu gehört, wählt die Lösung einen themenzentrischen Ansatz bei der Recherche und Qualifikation von Bloggern/Online-Journalisten und geht so einen Schritt im Workflow weiter.
Denn der gemeinsame Nenner zwischen PRler und Blogger (der Einfachheit halber wähle ich dieses Paar) ist ein Thema, das den Blogger interessiert und zu dem der PRler etwas Neues oder Interessantes zu sagen hat. Hat man nun einen passenden Blogpost oder Artikel gefunden kommt BuzzStream mit einer Art Bookmarking-Tool namens “BuzzMarker” ins Spiel.
Kontakt-Qualifikation mit Automatenhilfe
Ein Klick genügt und in einem Pop-up-Fenster werden automatisch alle auf der Website identifizierbaren Informationen über den Autor des Artikels erfasst. Die Verschlagwortung eines Kontakts geschieht gleich hier und wird so auch nicht so leicht vergessen. Der BuzzMarker sammelt im Hintergrund auch Metriken für den “Einfluss” einer Website wie PageRank, Technorati Rank, Yahoo Inbound Links und das Alter des Blogs. Auf dieser Grundlage lässt sich zumindest grob einschätzen, ob man es mit einem frischgestarteten Gelegenheitsblogger oder einem Autor mit gewissem Online-Standing zu tun hat. Ein entsprechendes “Rating” lässt sich daraufhin leicht vornehmen, eine Notiz hinzufügen, und ein Kontakt auch einem anderen Team-Mitglied zuweisen. Für die Zusammenarbeit in Agenturen sehr praktisch.
Die betreffende Seite wird zudem auf Kontaktinformationen abgesucht, die dann automatisch in die passenden Felder eingetragen werden. So sind E-Mail, Telefonnummern, LinkedIn-Profile, Twitter-Accounts etc. binnen Sekunden erfasst, ohne dass man alles händisch einpflegen müsste. Falls vollautomatisch nicht genug zu finden ist, verlinkt BuzzMarker direkt auf Suchmaschinen wie Twellow oder Social Networks wie LinkedIn. Ebenfalls sehr praktisch!

Wenn man später auf weitere Artikel (oder auch Tweets) desselben Autors stößt, lassen die sich mit einem Klick zur Historie hinzufügen und so nach und nach ein Dossier des Autors aufbauen. Für eine Kontaktaufnahme ist das Gold wert, denn man hat auf einen Schlag eine Menge inhaltlicher Anknüpfungspunkte und kann als PRler so einen sehr viel relevanteren Pitch hinlegen.
Twitter-Konversationen automatisch erfassen
Sobald man mit dem Blogger in Kontakt ist, erfasst BuzzStream selbsttätig alle Tweets, die zwischen PRler und Blogger ausgetauscht werden. E-Mails werden über eine eigene BCC:-Adresse mit aufgezeichnet (das kann allerdings Highrise auch).
Die Verschlagwortung jedes Kontakts hilft später dabei, für bestimmte Themen die richtigen Ansprechpartner zu finden. Hilfreich ist hier die Filterfunktion, die eine Auswahl einer freien Kombination von Schlagworten erlaubt.
BuzzStream ist derzeit noch in Private Beta, für deutsche Webseiten ist der BuzzMarker nach einem ersten Test noch sehr lückenhaft bei der Datenerfassung. Dennoch sind sowohl das Konzept als auch die Funktionalität viel versprechend. Um hier zu Lande sinnvoll eingesetzt werden zu können, müssten die unterstützten Web-Dienste natürlich um lokale Varietäten wie XING, MeinVZ, myON-ID und andere Personenverzeichnisse ergänzt werden. Auch ein Import bestehender Kontakte scheint im Moment noch zu fehlen, aber es ist ja noch Beta. Ein großer Vorteil übrigens von Web-Basierten Diensten: Sie sind ortsunabhängig nutzbar und mit minimalem Kostenaufwand auf mehr Leute skalierbar. Und selbst wenn der Rechner geklaut wird, die Kontaktdaten und die wertvolle Historie sind immernoch da.
Für ganz Schnelle: Mashable haben in ihrem Artikel einen Direktlink zur Registierung für die Private Beta.
Wer sich BuzzStream lieber im Schnelldurchlauf per Video zeigen lässt, bitteschön:
Ich hatte ja eine dunkle Vorahnung, dass euch die Teilnahmebedingungen für die Aktion Osterpoken vom Montag zu heftig sind. Es mag sich wohl nicht jeder mit einem “Vorstellungsvideo” exponieren (ist ja auch Arbeit). Deshalb habe ich mich entschlossen, die Regeln kurzerhand zu ändern und auch den Schüchternen unter euch eine Chance auf ein Poken zu geben. Wäre ja schade, wenn die drei kein neues Zuhause fänden!
Die Aktion “Osterpoken für Schüchterne” funktioniert jetzt wie folgt:
Also nochmal die Teilnahmebedingungen im Schnelldurchlauf:
1. Einen kurzen Blogpost schreiben und darin sagen, warum du unbedingt einen Poken brauchst.
2. Auf diesen Artikel hier verlinken und mit dem Tag “Osterpoken” versehen. (Trackback-URL: http://www.opensourcepr.de/2009/04/08/osterpoken2/trackback)
(Wer sich dennoch mit Video vorstellen mag, darf das natürlich gern tun. Ich freue mich auf’s nähere Kennenlernen meiner Leser!)
So, jetzt aber los! Ich freue mich auf die Reaktionen!
Das Kleingedruckte gilt nachwievor:
BITTE LESEN!
Poken ist derzeit noch nicht offiziell in Deutschland erhältlich und die Website hat noch viele kleinere Fehler. Außerdem ist dies eine rein private Aktion. Garantie- oder Gewährleistungsansprüche sowohl für die Poken-Hardware als auch die Benutzung des zugehörigen Web-Portals sind deshalb ausdrücklich ausgeschlossen. Außerdem übernehme ich keine Haftung für etwaige aus der Nutzung des Poken-Dienstes entstehende Schäden. Mit der Teilnahme an der Aktion Osterpoken erklärst du dich mit diesen Bedingungen einverstanden.
WICHTIG: Bitte achtet bei der Benutzung des Poken (und sonst natürlich auch) darauf, keine sensiblen persönlichen Daten oder Passwörter herauszugeben. Die Poken-Website gibt es als SSL-verschlüsselte Seite https://www.doyoupoken.com – Bitte nutzt unbedingt diese zur Anmeldung und Eintragung eurer Profile! Der Link auf dem Poken selbst führt leider zur unverschlüsselten Seite!