Kategorie: Unternehmen


9Jun

Unternehmer gesucht

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Stephan Uhrenbacher, Gründer von Qype und seit vergangenem Jahr in Lauerstellung befindlicher Unternehmer und Investor mit einer Vorliebe zu “grünen” Ideen ist bereit für “Next Steps…”. Er hat Geschäftskonzepte identifiziert, die es so noch nicht gibt (no more Copycats!), die aber seines Erachtens mit den richtigen Leuten erfolgreich sein können. Zur Umsetzung sucht er risikofreudige Unternehmer, die die Ideen zum Leben erwecken wollen und – mit Beteiligung natürlich – zum Erfolg führen möchten. Es geht also zur Abwechslung nach dem Motto “Ideen suchen Unternehmer”.

Interessenten finden hier alles weitere Wissenswerte.

26Mai

Plazes, wer?

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Plazes war mal ein cooles Startup. Ein cooles deutsches Startup. Aus Berlin. Sie schickten sich an, Menschen und Orte miteinander zu verbinden. Ja, sowas nannte man damals schon Location Based Service, und es war ein großes Ding. Plazes war auch früh dran, zu früh vielleicht. Im August 2004 bloggte man darüber, ob Plazes “social software” sei und man stellte sich in eine Reihe mit den damaligen Web-Größen:

“We like to consider Plazes next generation social software. Obviously,
any kind of interaction system involving people is social software.
Lately the term has been coined towards “six-degrees-of-separation”
software like friendster or orkut.”

Ja, von Facebook und Twitter war damals noch keine Rede! Der Laptop war noch das wahrscheinlichste mobile Internetgerät und Smartphones mit Internetzugang kaum existent und erst recht nicht bezahlbar. Folgerichtig gab’s ein kleines Programm für den Rechner – den Plazer – mit dem man den Dienst (und die Freunde) wissen lassen konnte, in welchem Café man gerade seinen Bildschirm aufgeklappt hat. Widgets, die damals noch Plugins hießen, zeigten in den Blogs (!) der Nutzer an, wo sie sich gerade befanden. Alles ziemlich cool und innovativ. Und aus Deutschland. Das brachte sogar prominente Finanziers wie Marc Andreessen und Martin Varsavksy dazu, Starthilfe zu leisten.

Und dann geschah, was mit coolen Startups so geschieht. Sie bastelten weiter an Features, holten sich irgendwann nen neuen Chef, der die Strategie in Frage stellte und ummodelte, sie bastelten weiter, gewannen aber kaum zusätzliche Nutzer, und dann verschliefen sie einen wichtigen Trend. Der hieß iPhone und mobile Applikationen.

Inzwischen war die Welt natürlich nicht stehen geblieben und andernorts sind neue, coole Startups aus dem Boden geschossen. Die hatten auch eine schlaue Idee: Menschen und Orte zusammenbringen. Und zwar auf Smartphones und iPhones. Brightkite gehörte dazu, aka aki (auch aus Berlin), inzwischen natürlich auch Google mit Latitude. Im Januar 2009 listet “Mobile Zeitgeist”-Bloggerin Heike Scholz “60 Location Based Services” auf.

Und was machte Plazes? Sie ließen sich im Juni 2008 von Nokia kaufen. Johnny gratulierte, und dann passierte…nichts. Erst im November hieß es “Plazes goes mobile!” – nur leider interessierte das zu diesem Zeitpunkt kaum einen mehr. Und eine iPhone App war das immernoch nicht – Nokia eben.

Gestern aber, 14 Monate nach der Frage an die Nutzer, ob man eine iPhone App haben wolle, hat Plazes endlich wieder aufgeschlossen und den “Plazer for iPhone und iPod touch” veröffentlicht. Das ließ mich kurz aufhorchen. Ich dachte “Plazes, wer? Ach, die Plazes.” Und löschte meinen Account.

PS: Ich nutze inzwischen Brightkite und freue mich über Kontakte http://brightkite.com/people/tapioliller

plazes-terminate

(via Netzwertig)

11Mai

Intel und die Rockstars der Zukunft

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“Intel inside” kennt jeder. Der Chip-Konzern hat dafür schließlich seit 1991 unglaublich viel Geld in die Hand genommen (hier ein historischer Überblick zur Kampagne). Intel steht für Prozessoren – und das wird dem Technologiekonzern nicht gerecht. Schließlich hat er mehr zu bieten und steckt noch viel mehr Geld in Forschung und Entwicklung von Erfindungen, die aus vielen Alltagsdingen nicht mehr wegzudenken sind. Zeit also, die Marke selbst zu stärken. Mit “Sponsors of Tomorrow” versucht der Konzern nun genau das.

Und die erste Episode aus dem augenzwinkernd-selbstironischen Auftritt lässt schonmal hingucken. Und es wird noch deutlich mehr werden, wie die Pressemitteilung zur heute startenden Kampagne verrät.

Natürlich greift das Unternehmen auch zu Social Media wo es nur geht, schließlich geht’s um die Menschen hinter der Marke. Dabei wird nicht alles für die Kampagne neu aufgesetzt, sondern ein bestehendes Blog als zentrale Gesprächsplattform genutzt. Dazu Bilder bei Flickr, natürlich ein Twitter-Feed, die Werbevideos und einiges mehr bei YouTube, sowie die unvermeidliche Facebook-Seite. was eben so dazu gehört.

Aber noch viel wichtiger als die vielen Kanäle ist die Haltung mit der das Gespräch mit den Besuchern geführt wird. So versucht man gar nicht erst, den Zuschauern weis zu machen, die Menschen in dem Werbespot wären echte Intel-Mitarbeiter. Im Gegenteil, der “Social Media Strategist” Michael Brito gibt unumwunden zu:

Yes, these are actors and not real Intel employees. We’re too busy for Hollywood; and besides, you still have me and the crew here; and several others you still haven’t met. We’re nice and we don’t bite … well, at least I don’t. There is, however, an area on the site to learn more about our very own “Rockstars” by clicking on See Our videos. I hope you enjoy.

Das ist direkt und authentisch und eine freundliche Einladung, in der Welt von Intel zu stöbern und zu entdecken gibt es tatsächlich viel. Und diese Erkenntnis ist schonmal ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der Kampagne.

Und weil’s so schön ist (man beachte auch das gesungene Soundlogo!), hier gleich der zweite Spot aus der neuen Reihe:

Ergänzendes zur Intel-Kampagne bei:

22Apr

Kirstin Walther: “Man muss Lust haben mit seinen Kunden zu kommunizieren”

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Das “Saftblog” der Saftkelterei Walther gilt ja schon länger als ein Paradebeispiel für Corporate Blogging und hat der Firma um Geschäftsführerin Kirstin Walther nicht nur höhere Bekanntheit, sondern auch mehr Umsatz gebracht. In einem Interview für den Media-TREFF spricht Kirstin Walther über die Anfänge und wie sie heute Blogs und Twitter (als @safttante) nutzt, um Kunden und Interessenten und Vertriebspartner ans Unternehmen zu binden.

Sie vermittelt sehr reflektiert, ruhig und pointiert all die Dinge, die man als Kommunikationsberater seinen Klienten näherzubringen sucht: Authentizität, Persönlichkeit und Bereitschaft zum Gespräch sind der Schlüssel zum Erfolg. Jedem, der dem Thema Bloggen und Social Media für Unternehmen – egalb ob mittelständisch oder groß – noch skeptisch gegenübersteht, seien die 14 Minuten Gespräch mit Frau Walther sehr empfohlen. Allen anderen natürlich auch.

Link: Kirstin Walther zum Erfolg des Saftblogs

24Feb

Spam bleibt Spam, auch wenn er von der Tecadress AG kommt

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Adressenhändler für E-Mail und Direktmarketing beackern ja ein sehr grauzoniges Geschäftsfeld. Sie sammeln Adressdaten von Millionen von Menschen und verkaufen sie weiter – fein segmentiert nach Zielgruppen. Wobei man sich gern fragen darf, woher sie so genau wissen, dass Herr Müller-Lüdenscheid aus Wanne-Eickel €3.800 brutto verdient und mit seinem alten Passat bevorzugt in die Bretagne in den Urlaub fährt.

Jetzt schickt sich der Schweizer Mailadressen-Händler Tecadress AG an, sein Geschäft wahllos auf deutschen Blogs kommentierend anzukurbeln (Eine Google-Suche zeigt, wie wahllos).

Auch bei mir versuchte ein “Markusmeiers” sein Selbstlob loszuwerden. Der Spamfilter hat’s rausgefischt. Jetzt könnte man sagen: “Egal, ist doch Spam und der Filter hat’s erwischt”. Aber das hieße auch, die Geschäftspraktiken eines Unternehmens gutzuheißen, dass stolz namhafte “Referenzen” aus der deutschen Wirtschaft auf seiner Website nennt. Da sind Audi, Grohe, Steigenberger, Nürnberg Messe, TÜV Süd, und die Hamburger PR-Agentur Faktor 3 dabei, nur um einige zu nennen.

Welches Licht wirft die Spamaktion auf die Unternehmen, die bei Tecadress E-Mail-Adressen für Marketingzwecke eingekauft haben?

Nicht dass wir uns falsch verstehen, E-Mail-Marketing hat seine Berechtigung und gut gemacht ist es für so manchen Marketing-Mix unverzichtbar. Aber schlecht gemacht ist es eben auch ganz schnell beim Spam. Und ein Unternehmen, das aktiv und klar identifizierbar so gegen jeglichen Anstand im Netz verstößt überträgt diesen Makel auch ruck zuck auf seine Kunden. Und wenn es nur durch ein gedachtes “Jaja, wer weiß, wen die mit den Adressen von Tecadress zugespamt haben…” ist.

Hätte ich Tecadress-Adressen gekauft, würde ich mein Firmenlogo von der Seite löschen lassen, mir die Nennung als Referenz verbitten und mit den Schweizer Spammern nie mehr Geschäfte machen.

PS: Einen Link zur Website bekommt Tecadress hier natürlich nicht.