Tapio Liller
über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »Zweitausendelf wird das Jahr des Social Media ROI, postulierte Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach zu Jahresbeginn, und Bernhard Jodeleit macht sich Gedanken über die Messbarkeit von dialogischer Kommunikation im Web. Im Mai verschreibt sich mit der NEXT11 gleich eine ganze Konferenz der Frage, was man mit all den Daten anfangen kann, die einem das Internet so bietet.
Angesichts des riskanten Aktionismus, der in Sachen Social Media um sich greift, ist jetzt auch wohl ein guter Zeitpunkt, ganz bewusst noch einmal die Grundlagen der Messbarkeit ins Gedächtnis zu rufen. Denn ohne fundiertes Wissen darüber, wer in welcher Form wo im Internet über eine Organisation, über ihre Produkte und Marken spricht und sich mit anderen austauscht, sollte man nicht über konkrete Maßnahmen nachdenken. Für eine erste Bestandsaufnahme eignen sich Social Media Audits, die den Status Quo der Präsenz eines Unternehmens im Social Web bestimmen und eine Vergleichsgrundlage schaffen.
Doch was hören wir eigentlich, wenn wir unser Ohr an die digitalen Schienen legen? Wie können wir diese Geräusche, die Signale des Social Web systematisieren und für Analysezwecke operationalisieren? Wonach suchen wir und was bedeuten die Daten schließlich für die Organisation? Weiterlesen »
FAZ “Netzökonom” Holger Schmidt brachte gestern in Print und Online einen Artikel über Social Media bei DAX-Unternehmen. Tenor: Einige Wenige haben im vergangenen Jahr richtig Gas gegeben beim Aufbau ihrer Social-Media-Präsenzen, der große Rest hinkt hinterher. Die Überschrift lautet denn auch “Social Media: Kluft zwischen Dax-Unternehmen steigt schnell”. Grundlage ist eine Zählübung einer Agentur, die mal nachgesehen hat, wieviele Facebook-Freunde, Twitter-Follower und YouTube-Views die DAX30-Unternehmen so haben. Das Ergebnis überrascht nicht (die Spanne geht von Null bis viele Millionen). Die Bemerkungen des Geschäftsführers der Agentur Vierpartner hingegen lassen mich den Kopf schütteln.
“Da einige Unternehmen im vergangenen Jahr weiterhin tatenlos blieben, ist der Abstand zwischen den Pionieren und den Nachzüglern/Abstinenzlern spürbar größer geworden. „Diese Konzerne müssen aufpassen. Die öffentliche Meinungsbildung über ihr Unternehmen und ihre Produkte wird inzwischen erheblich durch Social Media beeinflusst. Hier nicht dabei zu sein, kann sich eigentlich kein Konzern mehr leisten”, warnt Homeyer.”
Diese Lageeinschätzung ist meines Erachtens gleich auf mehreren Ebenen falsch. Weiterlesen »
Der Countdown bis zum Erscheinungstag von “PR im Social Web – Das Handbuch für Kommunikationsprofis” läuft. Das Buch ist inzwischen im Druck und spätestens am 1. April 2011 wird es überall im Handel erhältlich sein. Meine Co-Autorin Marie-Christine Schindler und ich habe auf unserer Facebook-Seite zum Buch zwar schon gelegentlich durchblicken lassen, welche Themen wir behandeln, aber heute geben wir erstmals den Blick auf das gesamte Inhaltsverzeichnis frei.
(Tipp: Zum Betrachten des Inhaltsverzeichnisses im Vollbild-Modus, einfach oben rechts auf das Rechteck-Icon klicken.)
Wir freuen uns natürlich weiter über Feedback und eure Fragen bei Facebook, wo es auch zu gegebener Zeit mehr über Launch-Events und Gelegenheiten zum persönlichen Treffen, Kennenlernen und dann auch Signieren des Buchs geben wird. Wer das Buch gleich zum Erscheinungstermin in Händen halten will, kann es bei Amazon vorbestellen (Affiliate Link).
UPDATE: Marie-Christine und ich sind samt unserer Lektorin Susanne Gerbert im April auf der re:publica in Berlin. Da wird es auch eine kleine Buchlaunchveranstaltung geben und wer dann schon ein Exemplar hat, bekommt es natürlich von uns signiert!
(PS: Danke an unseren Verlag O’Reilly für das hübsche Inhaltsverzeichnis samt Cover!)
Gelegentlich schwirren etwas ungehaltene Tweets von Journalisten oder professionellen Bloggern durch meine Twitter-Timeline, die sich über PR-Leute beschweren. Grund der Klagen: Pressemitteilungen werden in einem unerwünschten Format gesendet, das der Empfänger nicht einfach und schnell weiterverarbeiten kann. Aber welches Versandformat wird denn wirklich gewünscht? Wie sollte ein Pressemitteilungsversand beschaffen sein, damit der Journalist oder Pro-Blogger damit arbeiten kann. Das haben wir einfach mal per Twitter-Umfrage versucht herauszufinden und siehe da, es gibt einen großen Konsens: Pressemitteilungen gehören im Volltext in die E-Mail. Weiterlesen »
Das Social Web ist ein Raum, der Interessengemeinschaften entstehen lässt und Menschen miteinander vernetzt. Der Ausgangspunkt der Kommunikation, die zur Vernetzung beiträgt ist immer das Individuum. Das Social Web geht vom Einzelnen aus, und so wirken denn Unternehmen und andere Organisationen und überhaupt jede Art von Institution zunächst als Fremdkörper.
Das liegt daran, dass Institutionen dazu geschaffen sind, vom Individuum zu abstrahieren. Nicht der Einzelne zählt, sondern das Ganze. Ausdruck dieser Abstraktion, dieser Entkoppelung vom Einzelnen sind zum Beispiel Marken, Corporate Identities und One-Voice-Policies. Eine abstrakte, künstlich geschaffene Hülle, zusammengesetzt aus einer Fülle von Symbolen wie Corporate Design, Logos und Corporate Wordings, dient der Abgrenzung nach außen.
Was haben sich Marketing-Experten und auch PR-Leute nicht alles ausgedacht, um Unternehmen ein klares „Gesicht“ und eine einheitliche, wiedererkennbare „Stimme“ nach außen zu geben. „Marken schaffen Orientierung in einer Welt des Überflusses“, heißt ein oft bemühter Leitsatz in der Berufskommunikation. Das mag stimmen, denn sicher helfen Marken und die mit ihnen assoziierten Eigenschaften bei der Wahl zwischen Marke A und Marke B.
Wenn sie bislang nur bei Edeka, Rewe oder Migros eingekauft haben, wird Ihnen der erste Besuch eines Bio-Supermarkts wie Basic oder Alnatura wie ein Ausflug in ein fremdes Land vorkommen. Die Bio-Supermärkte führen ein so radikal anderes Sortiment, dass man als Kunde eines herkömmlichen Marktes deutlich länger braucht, um die gewünschten Produkte zu finden. Kein Dr. Oetker Logo weist den Weg durch die Backzutaten, kein Kelloggs-Schriftzug hilft beim Auffinden der gesuchten Müslisorte. Die Markenhüllen geben dem Konsumenten etwas, woran sich sein suchendes Auge festhalten kann.
Doch Wiedererkennbarkeit ist nicht alles. Oder hat Ihnen eine Marke schon einmal eine Frage beantwortet? Wir kommunizieren nicht mit Marken, Marken sprechen nicht mit uns. Schon gar nicht beantworten sie Fragen.