Kategorie: Medien


15Feb

Verlinkt nicht! Zitiert nicht!

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Links sind böse! Sehr böse sogar! Links sind die Wurzel allen Übels! Durch Links gelangen Leser auf eine Webseite. Durch Links erscheinen Webseiten weiter oben in den Suchmaschinenergebnissen. Links sorgen dafür, dass Menschen in den Weiten des Internets von A nach B kommen und so neue Dinge erfahren und auf neue Gedanken kommen. Das kann so nicht weitergehen!

Noch schlimmer als Links sind Zitate! Zitate kommen direkt aus der Hölle! Zitate aus Artikeln machen neugierig auf die komplette Geschichte. Zitate regen zum Klicken an, weil sie ein kleinwenig vom Inhalt eines Artikels verraten, aber nie alles. Wenn man ein Zitat gelesen hat und es interessant fand, muss man klicken, um das ganze Bild zu bekommen. Schande! Zitate gehören verboten!

Wie gut, dass es endlich jemand sagt! Die Verlage von Frankfurter Allgemeiner Zeitung und Süddeutscher Zeitung fordern Unterlassung von den Betreibern einer Webseite namens “Commentarist”. Diese Hasardeure haben beides getan: zitiert und verlinkt. Und zwar unter anderem auf Kommentare und Meinungsbeiträge der beiden Verlage. Sie haben also dafür gesorgt, dass Leser neugierig werden und klicken und den ganzen Kommentar auf der Ursprungsseite lesen. Dafür sollen sie in der Internet-Hölle schmoren und den Rest ihres jämmerlichen Daseins tote Links anklicken müssen: “404 – Not Found”. Sie haben nichts anderes verdient! Weiterlesen »

25Jun

Fachtitel sterben, Fachblogs leben – Zum Ende von InformationWeek und Network Computing

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Die IT-Fachpresse war einst vom Erfolg verwöhnt. Zu seligen Dotcom-Zeiten verbuchte man steile Zuwächse beim Anzeigenumfang und die Hefte von Computerwoche, InformationWeek, ComputerZeitung und Co. waren so dick wie heute nur noch gut gebuchte Ausgaben der c’t. Die Zeiten sind vorbei. Heute gab der in Poing bei München ansässige Fachverlag CMP-Weka bekannt, dass seine Technik-Titel InformationWeek und Network Computing zum 31.7.2010 eingestellt werden. 28 Mitarbeiter müssen sich neue Jobs suchen, wie der Verlag heute gegenüber dem Branchendienst Kress bestätigte. Das ist tragisch für die Redakteure, Produktioner, Grafiker und Anzeigenverkäufer, aber es war – wenn man sich die Entwicklung der Fachtitel über die vergangenen Jahre anschaut – auch absehbar. Es war ein langsamer, schleichender Tod; nur hinausgezögert durch Kurzarbeit seit dem Sommer 2009.

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Foto unter CC by-nc-sa von

Beide Titel waren bei IT-PR-Leuten stets als “Top-Medien” eingestuft, Titel, in die man seine Kunden auf jeden Fall bringen wollte. Doch das wurde angesichts der immer geringeren Heftumfänge zunehmend schwierig. Die Network Computing versuchte schon seit langem, ihre Umsätze über so genannte “Foren” zu sichern, einen speziell gekennzeichneten Abschnitt im Heft, in den man nur gegen Bezahlung, dann aber regelmäßig kam. Software- und Hardware-Hersteller ohne üppiges Marketingbudget mussten zusehen, wie sie anderweitig ins Heft kamen, oder sich mit knappen Online-Meldungen bescheiden.

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26Jan

#Zensursula reloaded – Internetverhinderung im Namen des Jugendschutzes

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Es geht wieder los. Im vergangenen Sommer schickte sich die damals noch Familienministerin von der Leyen (aka Zensursula) an, das Internet im Namen des Schutzes vor Kinderpornografie mit unnützen Stoppschildern zu pflastern (dazu meine Posts aus dem letzten Jahr). Heute hängt das zugehörige Gesetz dank Regierungswechsel irgendwo zwischen Bundespräsident und Verfassungsgericht. Aber dabei bleibt’s nicht. Es gibt ja noch andere Mittel und Wege. Den “Jugendmedienschutz-Staatsvertrag” (JMStV) zum Beispiel, der gerade überarbeitet wird. Darin in der aktuellen Entwurfsfassung: Zensurmaßnahmen, die Kinder vor “beeinträchtigenden Inhalten” schützen sollen, in ihrer breiteren Wirkung aber so etwas wie eine Abschottung des “deutschen Internet” vom Rest des Internet bedeuten würden.

Was genau drin steht, fasst der AK Zensur zusammen. Und er sagt, warum die im JMStV-E (E für Entwurf) vorgesehenen Regelungen noch hanebüchener sind, als ein Stoppschild, das man leicht umgehen kann.

Kostprobe gefällig? Weiterlesen »

29Mai

Fun Freitag: Web & Print in Harmonie (Video)

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In diesen aufgeregten Medienzeiten ist es nicht verkehrt, wenn man sich mal dran erinnert, dass (fast) jedes neu hinzu gekommene Medium heute noch seine Berechtigung hat. (OK, lassen wir Rohrpost und Telegraf mal außen vor.) Zwischen Online und Print findet zwar eine Verdrängung statt, doch dass Zeitung und Buch in absehbarer Zeit gänzlich vor dem Exitus stehen, ist doch eher unwahrscheinlich.

Schließlich findet man in Zeitungen auch Dinge, die man nicht gesucht hat.

Dass dieser Spot aus Finnland kommt, finde ich natürlich besonders charmant. “Ilta Sanomat” heißt übrigens übersetzt “Abend Nachrichten”. Das Blatt ist, wie auch online unschwer zu erkennen, der Yellow Press zuzuordnen.

(via Turi2)