Kategorie: Märkte


28Jul

Pflichtlektüre: Universal McCann Wave4 – Social Media Tracker

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Universal McCann investiert seit einigen Jahren regelmäßig viel Geld in die Untersuchung der weltweiten Entwicklung von Social Media. Der Wave Report fasst die Ergebnisse sehr anschaulich und lesenswert zusammen.

Hier die komplette Publikation, direkt im Browser blätterbar (für die Bildschirm füllende Ansicht einfach auf das kleine Quadrat neben der Lupe klicken!).

9Jun

Studie: E-Mail lebt – Als Direktmarketing-Kanal

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E-Mail ist tot. Oder ihr wird der Tod gewünscht, je nach dem. Google will mit Wave E-Mail neu erfinden (dabei ist Wave mehr als das) und Ottonormalsurfer ärgert sich über Spam und dem geschäftlichen E-Mail-Nutzer graut es spätestens nach dem Urlaub vor der überquellenden Inbox. Das Thema ist also durch. Wirklich? Als Marketing-Kanal hat E-Mail offentsichtlich noch nicht ausgedient, wenn es nach einer Studie des E-Mail-Marketinghauses e-Dialog geht.

Für die Untersuchung wurden praktischerweise nicht Marketingleute gefragt, sondern Menschen wie du und ich, ein repräsentativer Querschnitt durch Deutschland und vier weitere europäische Länder. Die Leitfrage war, über welche Direktmarketing-Kanäle die Menschen bevorzugt angesprochen werden möchten und auf welche Inhalte sie am ehesten mit einem Online- oder Offline-Kauf reagieren würden. Schließlich ist Direktmarketing ja vor allem dazu da, den Verkauf anzukurbeln.

Lieber E-Mail als Nachrichten in Social Networks

Bei den deutschen Verbrauchern kamen dabei einige ganz spannende Zahlen heraus. So sehen 63% der Befragten E-Mail durchaus als den besten Weg, sie über Produkte und Angebot zu informieren. Nachrichten in Social Networks hingegen kommen gar nicht so gut weg: Nur 13% wollen bevorzugt dort kontaktiert werden. Post – in Form von adressierten Direct Mailings oder Postwurfsendungen – bekommen die Deutschen ebenfalls lieber. Erstaunlich hohe 45% finden Produktinformationen und Angebote auf handfestem Papier gut. Soweit die bevorzugten Empfangskanäle. Aber wie steht’s mit der Kauflust? Was animiert zum Shoppen?

Schnäppchen!

Wen ärgert es nicht, wenn man sich online durch Preisvergleichsportale gewühlt und einen guten Preis und einen vertrauenswürdigen Onlineshop gefunden hat, beim Gang zur virtuellen Kasse dann aber einen satten Aufschlag für den Versand vorfindet?! Hier liegt auch der e-Dialog-Studie zufolge der beste Ansatz, Spontankäufe anzuregen. Denn 67% der Befragten finden den kostenlosen Versand ihrer Bestellung einen guten Kaufanreiz. Zeitlich begrenzte Rabatte oder Sonderverkäufe sind mit 60% ebenfalls beliebt. Kein Wunder also, dass Aktions-Shoppingseiten wie Brands4Friends oder VentePrivée so gut laufen. Wir Deutschen sind eben Schnäppchenfreunde.

Dementsprechend sollten, wenn es nach den Studienteilnehmern (64%) geht, Marketing-E-Mails auch konkrete Sparmöglichkeiten anbieten. Das ist also ein ganz konkretes Zeichen für Relevanz einer Marketingbotschaft.

Relevanz erhöht die Chancen auf Opt-in

A propos Relevanz! Sie ist für Marketer der wichtigste Schlüssel zu den E-Mail-Adressen ihrer Kunden und Interessenten. Denn viele Menschen geben doch eher ungern ihre E-Post-Anschrift heraus. Knapp 60 Prozent der Deutschen um genau zu sein. Der Grund: sie fürchten “irrelevante Botschaften”. Ein bisschen einfacher haben es etablierte Marken, denen – und ausschließlich denen – 34% der Befragten ihre E-Mail-Adresse geben würden. Ein gutes Drittel tut das hingegen gar nicht, weil sie nicht erkennen können, was sie davon haben.

Die Europachefin von e-Dialog, Simone Barratt, sieht deshalb einen “klaren Auftrag and Markenartikler und Dienstleister im Opt-in-Prozess zu erläutern, was der Kunde davon hat, seine Adresse herauszugeben.”

Ein solcher Benefit könnte zum Beispiel eine Erinnerungs-E-Mail sein, die auf einen bereits gefüllten aber verlassenen Warenkorb in einem Onlineshop hinweist – und den Käufer für einen kurzentschlossenen Abschluss des Kaufs mit einem Rabatt belohnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass er das tut, ist gar nicht mal so gering. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer (46%) würden eine gezielte Erinnerung per E-Mail als Anlass nehmen, den Warenkorb zur Kasse zu bringen.

Die Jugend springt auf E-Mail an

Interessant in diesem Zusammenhang: Besonders junge Erwachsene (18-24 Jahre) sind für Reminder empfänglich. 64% in diesem Segment würden weitershoppen. Das widerspricht ein Stück weit der landläufigen Meinung, junge Leute würden E-Mail links liegen lassen und lieber über Social Networks kommunizieren.

Zumindest was Marketing-Kommunikation angeht, stimmt das nicht. Die Studie hat herausgefunden, dass sie im Gegenteil zu 71% Marketingnachrichten lieber per E-Mail bekommen, in Form von Social Network Messages dürfen nur 28% der jungen Leute mit Werbebotschaften angesprochen werden. Meine Interpretation dieser Zahlen ist, dass die Messaging-Umgebung von Social Networks als etwas sehr privates betrachtet wird, wo Unternehmen nichts zu suchen haben. Hier gilt besonders stark das Gebot der Relevanz der Inhalte für die jeweilige Zielgruppe.

Zusammenspiel von Online und Offline

Dass die Online-Marketing-Welt nicht isoliert existiert, zeigt zu guter Letzt noch eine weitere Zahl aus der e-Dialog-Studie: 65% der Deutschen sagten nämlich, dass es wahrscheinlich sei, dass sie nach erhalt einer passenden E-Mail in einen Laden gehen würden, um das Produkt zu kaufen. Wenn das mal kein Grund ist, Rabattgutscheine und Sonderaktionen im Retail-Umfeld per E-Mail zu bewerben. Jetzt müssen die Unternehmen nur noch an die E-Mail-Adressen ran.

Vermischtes zur Studie

Für die Studie befragte Lightspeed Research Ende April im Auftrag von e-Dialog 5008 repräsentativ ausgewählte Mitglieder ihrer Forschungspanels. Die Teilnehmer kamen aus den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Deutschland.

Zur Studie haben heute bereits u.a. berichtet:
InternetWorld Business
Acquisa
ADZINE

Eine weitere Untersuchung, die auch den nordamerikanischen und asiatischen Raum abdeckt (dafür aber weniger Teilnehmer hat), stellt Nico Zorn in seinem Blog vor. Da gibt’s auch ein paar Zahlen zur E-Mail-Nutzung auf Smartphones.

Die ausführliche Pressemitteilung zur e-Dialog Studie findet sich hier bei Pressrelations, bzw. direkt zum Anschauen bei Calaméo:

Disclosure: Der guten Ordnung halber zum Schluss noch der Hinweis, dass e-Dialog ein Kunde von Oseon Conversations ist, den ich für diese Studie in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen von Diffusion PR in London betreue.

27Apr

Ergebnis PR-Umfrage: Budgetkürzungen und Messbarkeit bestimmen das Bild

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Vor knapp zwei Wochen fragte ich meine Leser und Twitter-Follower aus der PR-Branche nach ihren Erfahrungen, wie sich die Wirtschaftskrise aus ihrer Sicht auf die PR-Branche auswirkt. Hier sind jetzt die Ergebnisse.

Die Tendenz, die hier erkennbar wird (und nur das kann diese Umfrage leisten) ist deutlich: Die PR-Branche leidet unter der Wirtschaftskrise. Es werden Budgets gekürzt oder ganz gestrichen, und gern auch mal zuvor an Agenturen ausgelagerte Arbeit jetzt im Unternehmen gemacht. Immerhin 17% der Antworten sehen keine Veränderung oder vermerken sogar einen Anstieg der PR-Budgets. Die Unternehmen, die weiter in PR investieren, schauen genauer auf ihr Geld. Sie fragen nach detaillierterem Reporting und verlangen von ihren Dienstleistern öfter einen Nachweis, dass für ihre PR-Euros auch Messbares geschaffen wird. Ermutigend ist die Offenheit der Kunden gegenüber neuen Taktiken wie Social Media im PR-Einsatz (25%).

Diese Umfrage erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Repräsentativität. Dennoch habe ich von vielen PR-Kollegen über Twitter Rückmeldung bekommen, dass sie mitgemacht haben. Daher gehe ich davon aus, dass die überwiegende Zahl der Antworten tatsächlich von PRlern stammt.

15Apr

Umfrage: Die PR-Branche und die Krise (Update)

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Dem Realitätsausschnitt “Twitter” darf man ja nicht glauben, wenn’s um harte Daten und Fakten geht. Schon gar nicht, wenn man PR-Leute fragt, wie sich denn die Krise auf ihr Geschäft auswirkt. Da twittert man lieber die positiven Meldungen über gute Gespräche mit potenziellen Neukunden oder den erfolgreichen Vertragsabschluss mit einem Newbiz-Gewinn. Klar, man macht ja auch PR für sich selbst und die eigene Firma oder den Arbeitgeber.

Aber vielleicht lässt sich ja doch etwas Ehrlicheres aus der Kollegenschar erfragen, wenn das ganze anonym abläuft. Deshalb hier meine kleine und gänzlich unrepräsentative Umfrage zum Thema PR-Branche und Krise. Über rege Teilnahme und fleißige Re-Tweets freue ich mich natürlich sehr.

UPDATE: Die Umfrage ist inzwischen geschlossen, die Ergebnisse sind hier nachzulesen.

1Mrz

Das Ende einer Institution

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Die Rocky Mountain News, eine der beiden großen Tageszeitungen aus Denver, Colorado erschien jeden Tag – 149 Jahre und 311 Tage lang. Bis Freitag. Da erschien die “Final Edition”, die letzte Ausgabe. Der Verlage hatte keinen Käufer für die Zeitung gefunden und musste sie schließen. Eins von zahlreichen Opfern der Medienkrise in den USA.

Die Redaktion selbst begleitete ihre letzten Monate filmisch und dokumentierte in diesem bewegenden Stück Zeitgeschichte, was eine regionale Tageszeitung für die Menschen im Ort und für die Menschen in der Redaktion bedeutet.

Final Edition from Matthew Roberts on Vimeo.

Die Geschichte ist zu traurig, um darüber zu spekulieren, was vielleicht früher hätte anders gemacht werden müssen, um die Zeitung (vielleicht in einer anderen Form) zu retten. Sie zeigt aber sehr eindringlich, dass wir in unruhigen Zeiten leben und auch äußerlich intakt erscheinende Institutionen wie die “Rocky” den mediendarwinistischen Überlebenskampf verlieren können.

“You don’t miss it, til it’s gone”, sagt ein Mann im Film. Welche Zeitung würdet ihr vermissen, wenn sie Anfang Mai nicht mehr da wäre?

(via Indiskretion Ehrensache)

Weitere Hintergründe und Kommentare in deutschen Blogs:

Wortfeld (mit einem Überblick zur Situation in anderen US-Städten)
Retromedia (mit einigen Vergleichszahlen aus der deutschen Zeitungslandschaft)
Leander Wattig sieht die Sache weniger emotional
Claudia Sommer zieht vor der Größe, den eigenen Untergang zu dokumentieren den Hut