Mehr Rampenlicht für PR-Talente!

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Vergangene Woche verlieh die Branchenzeitschrift “PR Report” ihre jährlichen Branchenpreise. Eine Kategorie, die diesmal keinen Sieger sah, war die des “PR Studenten des Jahres”. “PR Report”-Herausgeber Sebastian Vesper erläutert hier, weshalb die Jury sich entschieden hat, die Kategorie unbesetzt zu lassen. Die Gründe sinngemäß:

  • nur 3 Bewerbungen/Einreichungen (in der Regel von Professoren)
  • keine “völlig überzeugenden” Beiträge

Das kann man als Bewerber um den Preis und als Branchenvertreter akzeptieren. Das kommt vor und ist das gute Recht einer Jury.

Ich frage mich aber, ob nicht der Kategoriezuschnitt und -titel “PR Student des Jahres” am Sinn und Zweck eines Branchepreises vorbeigeht. Wie Vesper selbst schreibt, geht es nicht um eine Auszeichnung auf der Basis rein wissenschaftlicher Leistungen, sondern um ein wie auch immer zu definierendes Profil eines talentierten Menschen mit frischer PR-Ausbildung, das auch seine Persönlichkeit einbezieht.

Die Daseinsberechtigung von Branchenpreisen – und der “PR Report Award” ist neben dem “Internationalen Deutschen PR-Preis” der DPRG sicher einer der profiliertesten –   ist meines Erachtens, die Leistungsfähigkeit der PR-Branche jenseits von Pitches und Agentur/Kunde-Meetings an die Öffentlichkeit zu bringen und besondere Kreativität und strategische Brillianz zu honorieren. Es ist das Rampenlicht, das die PR-Branche sicher braucht, um weiter talentierte junge Leute anzuziehen. Und zwar unabhängig davon, ob sie eine akademische Ausbildung haben oder Quereinsteiger sind.

Nun wird ja nicht erst seit gestern geklagt, wie schwer es die Branche hat, gute Leute zu gewinnen. Mirko Kaminski spricht in einem seiner Videos sogar von Krieg um die Talente und meine Erfahrung als Agenturchef ist da ähnlich. Die richtig guten Nachwuchs-PRler kennen ihren Preis und suchen sich ihre Arbeitgeber genau aus.

Eine Auszeichnung für den PR-Nachwuchs könnte Vorbilder hervorbringen

Wäre es in dieser Situation nicht insgesamt für die Branche besser, wenn ein “PR Report Award” für die besten Nachwuchs-PRler eines Jahres vergeben würde? Aus meiner Sicht sprechen gleich mehrere Gründe dafür:

  • Die Basis der potenziellen Kandidaten wird vergrößert, weil nicht nur Uni/FH-Studenten, sondern auch Quereinsteiger und Absolventen der zahlreichen Weiterbildungsgänge antreten könnten. Das vermiede auch die Peinlichkeit von nur drei Einreichungen.
  • Agenturen könnten im Sinne der Nachwuchsförderung ihre Besten nominieren und so auch nach außen zeigen, dass sie Talent wertschätzen und fördern.
  • Und schließlich gäbe es, zeitgemäß gegenüber dem Nachwuchs kommuniziert (ja, Social Media!), endlich öffentliche Vorbilder aus der gleichen Altersklasse bzw. Karrierestufe, die andere dazu anspornen könnten, es ihnen gleich zu tun.

Nach welchen Kriterien Bewerber akzeptiert und ein solcher Nachwuchspreis vergeben würde, ist eine Diskussion, die hier zu weit führen würde. Aber vielleicht habt ihr ja schon Ideen, wie man eine Auszeichnung besser für Förderung und Imagepflege der PR-Branche nutzen kann, als sie mangels herausragender Bewerber einfach unbesetzt zu lassen?