Als ich mit Björn Negelmann am Konzept zum PR 2.0 FORUM herumschraubte, war ein übergeordnetes Ziel der Veranstaltungsreihe auch, einen Ort für den fachlichen Austausch rund um Social Media und PR zu schaffen. Wir wollen zur breiteren Aufklärung über die Chancen und Herangehensweisen an das Thema beitragen. Denn nur wissende PR-Leute in Unternehmen und Agenturen können die Mechanismen des Social Web systematisch und strategisch für sich nutzen. Unwissenheit hingegen erzeugt Skepsis, Zurückhaltung, auch Angst.
Dass es um das Wissen über Social Media vielfach noch nicht so weit her ist, zeigen Abmahnfälle wie Jako und Jack Wolfskin. Da wird dann aus den hergebrachten (Marken-)protektionistischen Reflexen heraus um sich geschlagen, statt das Gespräch zu suchen. Aber auch in meinem Beratungsalltag sehe ich bislang noch immer viele große Fragezeichen über den Köpfen, die ich dann versuche in Ausrufezeichen und in Zuversicht umzuwandeln.
Ein Thema das bei Neueinsteigern in das Thema “PR 2.0″ besonders auf Skepsis stößt ist, dass das Social Web eine stärkere Personalisierung der Kommunikation erfordert als es bislang üblich und notwendig war. Authentizität und Glaubwürdigkeit hängt im von Gesprächen getriebenen Social Web eben auch davon ab, ob ein Unternehmen über “echte” Personen zu den Menschen spricht. Das erfordert aber von Kommunikatoren und Geschäftsleitung eine Bereitschaft, ihr Gesicht, ihre Ohren und ihre sprechenden Münder hinzuhalten.
Sich hinter anonymisierenden und institutionalisierten Instrumenten wie Pressemitteilungen, Pressekonferenzen und Hintergrundgesprächen für Journalisten zu verstecken, reicht nicht mehr. Wer für ein Unternehmen spricht, muss das künftig immer mehr in aller (Online-) Öffentlichkeit tun. Das muss man sich trauen wollen. Aber warum sollte man sich das als professioneller Kommunikator nicht trauen? Für ein Unternehmen zu sprechen ist doch schon immer unsere Aufgabe als PRler!
Am Freitag habe ich dieses und ein paar andere Themen mit Björn Negelmann beim Frühstück diskutiert und Björn hat die Kamera draufgehalten. Das Video steht einmal drüben beim Social Web World Notizblog. Und hier. Kommentare und Entgegnungen sind herzlich willkommen!


Die Angst vor der Öffentlichkeit und der damit einhergehenden Exponiertheit ist in der Tat ein Grund, der Unternehmen davon abhält, sich am Online Gespräch zu beteiligen. Allerdings ist es nicht leicht, angesichts so vieler negativer Beispiele Lust zum Gespräch zu entwickeln. Wenn wir die Debatte über onlinePR verfolgen, so geht es imho viel zu oft um Brouhahas, negative Beispiele und um all das, was eben passieren kann wenn… Die Aneignung entsprechender Skills ist für PR-Treibende die ihren Beruf ernst nehmen längs Pflicht, würde ich sagen. Die damit einhergehende Entängstigung – ich habe hier mal dazu geschrieben http://budurl.com/5rhu – führt dann dazu, dass Chancen sichtbar und in weiterer Folge auch proaktiv genutzt werden.