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Eine (vorläufige) Blogschau zu Vodafone

Meine Güte, ist da viel zusammengekommen in rund 24 Stunden, seit der große rote Mobilfunker aus Düsseldorf die “Generation Upload” zum Marketingziel auserkoren hat! Hier ein subjektiver Überblick der lesenswertesten Beiträge zum Thema. Dieser Post “lebt”, wird also bei Gelegenheit ergänzt um neue Links.

Cluetrain PR
Thilo Specht sieht in der Web-Pressekonferenz ein “Lehrstück der Generation Bullshit” und fordert Vodafone dazu auf, mit vielen Stimmen, statt einer zu sprechen.

Amendedestages
Christian Bölling ist ganz der Pragmatiker und meint, es sei doch schonmal lobenswert, dass die Technik funktioniert hat. Eine Podiumsdiskussion mit der Zielgruppe wäre ihm aber lieber gewesen.

Talkabout
Mikro Lange äußert sich respektvoll-lobend-kritisch zur Bereitschaft von Vodafone, auch mal auf den Deckel zu kriegen. Schließlich ist Social-Media-Land in der Praxis noch weitgehend unerforscht und ein Pionier muss eben auch einstecken können. Die Diskussion unterm Post ist ebenfalls sehr lesenswert.

PRlen
Journalist Björn Sievers war die Pressekonferenz peinlich. Ein bisschen wegen Vodafone und der vielen “leeren Phrasen” aber auch mächtig wegen der Unbedarftheit, die die anwesenden Journalistenkollegen an den Tag legten, als sie vor der Weböffentlichkeit eher uninspirierte Fragen stellten.

Mediaclinique
Ralf Schwartz widmet sich mehr den Inhalten der Pressekonferenz und meint, dass es “kontraproduktiv [ist|, die Mechanismen der alten Medien auf das Internet zu übertragen” und “Marketing-Strategie nicht vollkommen neu als Unternehmensstrategie zu denken.”

BasicThinking
Das verkaufte Blog findet so langsam wieder einen eigenen Stil und meint, dass “außer PR nix gewesen” ist. Denn Autor Michael Friedrichs vermisst die Taten zu den Worten – passende Tarife für die Generation Upload zum Beispiel.

Netzwertig
Der Blogwerk-Boss Peter Hogenkamp greift zum gleichen Thema selbst in die Tasten und mahnt an, dass Vodafone mit dem Abfeiern von neuer bunter Werbung auch deutliche Verbesserungen bei den Tarifkonditionen bringen muss. Die Diskrepanz von Sagen und Tun wäre sonst zu groß und das schöne Marketing-Geld verpulvert.

Wirres.net
Felix Schwenzel haut wie immer voll auf die Zwölf und kann sich “niemanden vorstellen, der sich von diesem pseudo-emotionalen, ästhetisch und musikalisch völlig uninspiriertem Kreativabfall angesprochen fühlen könnte.” Ansonsten ist er mit Peter Hogenkamps Forderungen einverstanden.

CDV!
Christian de Vries bleibt cooler, sieht in Vodafone einen langsam auf der aufgestauten Ems tuckernden Riesenpott, der erstmal das offene Meer des Social Web finden muss und lässt sich – auch selten heutzutage – noch etwas Zeit mit einem Urteil.

Don Alphonso
…lässt erwartungsgemäß kein gutes Haar weder an Vodafone, noch an Iro-Mann Sascha Lobo. Hoffen wir nur, dass seine Vision nicht in Erfüllung geht, dass sich nach dem “Debakel” keine Agentur mehr “auf diesen teuren und gleichzeitig komplexen Krempel des social Webs” einlassen wird.

der presseschauer
Daniel Schultz zuckt beim Vorwurf “Ausverkauf der Blogosphäre” eher mit den Schultern und meint, dass der ja schon längst im Gange sei. Er stößt sich vielmehr an der Werberdenke alter Schule und würde gern erleben, wie es aussähe, wenn Unternehmen ihre Kunden selbst die Werbung kreieren ließen.

Indiskretion Ehrensache
Und wer bis jetzt noch nicht genug vom Thema hat, kann sich Thomas Knüwers epischen Post zu Gemüte führen. Ich mache das jetzt und schreibe dann, was er meint. Neben dem Journalistenblick auf die Pressekonferenz fällt er ein vernichtendes Urteil über die Sinnhaftigkeit so großer Werbekampagnen allgemein, da sie nicht dazu geeignet seien, einen Kunden mehr für die technische Leistung zu gewinnen. Statt dessen sollten die Carrier lieber in Service investieren.

Off-the-record
Mutterschiff Horizont hatte was die Branchengeschichte angeht gestern die deutlich umfangreichere Dokumentation im Vergleich zum Wettbewerber W&V aus München. Im Blog meint Olaf Kolbrück, dass nach seinen Erfahrungen mit der Kommunikation von Arcor und Vodafone das vereinte Unternehmen noch einen weiten Weg vor sich hat.

Johannes Kleske
“Generation Uploadiger” als Johannes kann man kaum sein. Und das brachte ihn denn auch zu einer kleinen Vision, wie eine echte News von Vodafone hätte aussehen können.

…und weiter gehts…

Grenzpfosten
Florian Ranner stellt in seiner Zusammenfassung der Geschichte fest, dass der Strukturwandel der Öffentlichkeit eine Anpassung der PR zwingend erfordert und die früheren Gatekeeper nicht mehr entscheiden, was ein PR-Erfolg ist und was nicht.

…und am Abend…

…war es dann auch mal soweit, dass Vodafone-Sprecherin Carmen Hillebrand im noch frischen Vodafone Blog zu den Reaktionen auf die Presskonferenz Stellung bezog. Tenor: Wir hören euch und wir wollen uns Mühe geben, auch unser Handeln an die neuen Bedingungen anzupassen. Na also! Da ist er, der kleine zweite Schritt nach dem gewagten ersten.

…der nächste Tag (Freitag)…

…sah dann einen gänzlich unaufgeregten erklärenden Post von Scholz&Friends Social Media Mann Nico Lumma, der einfach mal auflistet, was zu einem “Brand Refresh” so alles dazugehört. Und, dass es Vodafone und S&F durchaus ums Zuhören geht und sie dabei sein, ihre Arbeitsweisen zu ändern. Es ist also alles erst ein Anfang, daran sollte man auch mal denken.

Gepostet unter Fallbeispiele, Unternehmen.

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15 Kommentare

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  1. Ulrike Langer says

    Ein guter kommentierter Überblick. Danke für den Service!

  2. Sascha Stoltenow says

    @Tapio: STRG + macht die Kommentare im Vodafone-Blog größer, denn es skaliert wirklich gut

  3. Tapio says

    @Sascha Klar, weiß ich ja und hab ich dann so gemacht. Nur sollte man ein Blogtheme ja nicht primär mit Lupe lesen müssen…

  4. Sascha Stoltenow says

    Ich wollt ja nur mal klugscheißen ;-), aber vielleicht ist das Blog ja PDA optimiert …

Continuing the Discussion

  1. 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » Vodafone war gestern mutig,.. hat zu diesem Artikel verlinkt. on 9. Juli 2009

    [...] hat aber leider so ziemlich alle nur denkbaren Fehler (Danke Tapio!) gemacht. Der Schaden der Aktion für Vodafone dürfte überschaubar [...]

  2. Vodafone goes Social Media » Peter Unruh – News & Inspiration für Kreative hat zu diesem Artikel verlinkt. on 10. Juli 2009

    [...] Open Source PR – Eine (vorläufige) Blogschau zu Vodafone [...]

  3. Vodafone: Public Relations mit Social Media | Telagon Sichelputzer hat zu diesem Artikel verlinkt. on 10. Juli 2009

    [...] antwortete ebenso wie die bekannten Publikationen aus Fachpresse und Branchenmedien. Ein schöner Überblick hierzu findet sich bei Tapio Liller. Konstruktiv kritisch wirkt der Artikel von Mirko Lange, [...]

  4. mthie spaces hat zu diesem Artikel verlinkt. on 10. Juli 2009

    Diese elendige Vodafone-SocialMedia-Diskussion [Update]…

    In den letzten Tagen kann man kein Blog öffnen, ohne dass es um die viel diskutierte Vodafone-Pressekonferenz geht.
    ……

  5. Links zum Schönen Wochenende @ Lautstark | Musik und mehr hat zu diesem Artikel verlinkt. on 10. Juli 2009

    [...] gerade eine harte Erfahrung mit diesen Währungen. Einen Guten Überblick über die Reaktionen gibt openpr, Vodafone selbst hat bereits per Blog recht souverän auf die Reaktionen reagiert, was bereits bei [...]

  6. 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » Die Generation Upload bald im Vareler Rat? hat zu diesem Artikel verlinkt. on 10. Juli 2009

    [...] Hinweis: Die Generation Upload – siehe Überschrift – hat ein roter Mobilfunkriese gerade erst erfunden. [...]

  7. Danke hat zu diesem Artikel verlinkt. on 12. Juli 2009

    [...] über Strukturwandel Mirko Lange/Talkabout Vodafone Blog Artikel in der FAZ Wolfgang Nico Cem Tapio’s Linksammlung Klammer [...]

  8. Open Source PR » Blog Archive » Ham’wer wieder was gelernt (von Vodafone) hat zu diesem Artikel verlinkt. on 13. Juli 2009

    [...] « Eine (vorläufige) Blogschau zu Vodafone [...]

  9. Ich, du, wir - Generation Upload | Virales Allerlei hat zu diesem Artikel verlinkt. on 17. Juli 2009

    [...] Blogschau zum PR-Desaster von Open Source [...]

  10. der presseschauer » Thank you for troubling with Deutsche Bahn die Dritte hat zu diesem Artikel verlinkt. on 30. Juli 2009

    [...] gesagt sein: Die besten Kampagne helfen nichts, wenn das Produkt nicht passt. Und eben das musste Vodafone erst kürzlich und schmerzlich [...]