29Mai

Fun Freitag: Web & Print in Harmonie (Video)

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In diesen aufgeregten Medienzeiten ist es nicht verkehrt, wenn man sich mal dran erinnert, dass (fast) jedes neu hinzu gekommene Medium heute noch seine Berechtigung hat. (OK, lassen wir Rohrpost und Telegraf mal außen vor.) Zwischen Online und Print findet zwar eine Verdrängung statt, doch dass Zeitung und Buch in absehbarer Zeit gänzlich vor dem Exitus stehen, ist doch eher unwahrscheinlich.

Schließlich findet man in Zeitungen auch Dinge, die man nicht gesucht hat.

Dass dieser Spot aus Finnland kommt, finde ich natürlich besonders charmant. “Ilta Sanomat” heißt übrigens übersetzt “Abend Nachrichten”. Das Blatt ist, wie auch online unschwer zu erkennen, der Yellow Press zuzuordnen.

(via Turi2)

26Mai

Plazes, wer?

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Plazes war mal ein cooles Startup. Ein cooles deutsches Startup. Aus Berlin. Sie schickten sich an, Menschen und Orte miteinander zu verbinden. Ja, sowas nannte man damals schon Location Based Service, und es war ein großes Ding. Plazes war auch früh dran, zu früh vielleicht. Im August 2004 bloggte man darüber, ob Plazes “social software” sei und man stellte sich in eine Reihe mit den damaligen Web-Größen:

“We like to consider Plazes next generation social software. Obviously,
any kind of interaction system involving people is social software.
Lately the term has been coined towards “six-degrees-of-separation”
software like friendster or orkut.”

Ja, von Facebook und Twitter war damals noch keine Rede! Der Laptop war noch das wahrscheinlichste mobile Internetgerät und Smartphones mit Internetzugang kaum existent und erst recht nicht bezahlbar. Folgerichtig gab’s ein kleines Programm für den Rechner – den Plazer – mit dem man den Dienst (und die Freunde) wissen lassen konnte, in welchem Café man gerade seinen Bildschirm aufgeklappt hat. Widgets, die damals noch Plugins hießen, zeigten in den Blogs (!) der Nutzer an, wo sie sich gerade befanden. Alles ziemlich cool und innovativ. Und aus Deutschland. Das brachte sogar prominente Finanziers wie Marc Andreessen und Martin Varsavksy dazu, Starthilfe zu leisten.

Und dann geschah, was mit coolen Startups so geschieht. Sie bastelten weiter an Features, holten sich irgendwann nen neuen Chef, der die Strategie in Frage stellte und ummodelte, sie bastelten weiter, gewannen aber kaum zusätzliche Nutzer, und dann verschliefen sie einen wichtigen Trend. Der hieß iPhone und mobile Applikationen.

Inzwischen war die Welt natürlich nicht stehen geblieben und andernorts sind neue, coole Startups aus dem Boden geschossen. Die hatten auch eine schlaue Idee: Menschen und Orte zusammenbringen. Und zwar auf Smartphones und iPhones. Brightkite gehörte dazu, aka aki (auch aus Berlin), inzwischen natürlich auch Google mit Latitude. Im Januar 2009 listet “Mobile Zeitgeist”-Bloggerin Heike Scholz “60 Location Based Services” auf.

Und was machte Plazes? Sie ließen sich im Juni 2008 von Nokia kaufen. Johnny gratulierte, und dann passierte…nichts. Erst im November hieß es “Plazes goes mobile!” – nur leider interessierte das zu diesem Zeitpunkt kaum einen mehr. Und eine iPhone App war das immernoch nicht – Nokia eben.

Gestern aber, 14 Monate nach der Frage an die Nutzer, ob man eine iPhone App haben wolle, hat Plazes endlich wieder aufgeschlossen und den “Plazer for iPhone und iPod touch” veröffentlicht. Das ließ mich kurz aufhorchen. Ich dachte “Plazes, wer? Ach, die Plazes.” Und löschte meinen Account.

PS: Ich nutze inzwischen Brightkite und freue mich über Kontakte http://brightkite.com/people/tapioliller

plazes-terminate

(via Netzwertig)

25Mai

Ich bitte um eure Unterstützung

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Es ist in den vergangenen Tagen medial wieder stiller geworfen um das Thema Netzsperren und “Zensursula”. Dabei steht am Mittwoch eine öffentliche Anhörung im Bundestag an. Bis dahin muss die Welle weiter wachsen und Netzpolitik ruft zur Aktion +1 in 72 Stunden auf. Wenn jeder bisherigen Zeichner der Online-Petition nur einen zusätzlichen neuen Mitzeichner bis Mittwoch gewinnt, wäre das ein guter Aufhänger für neue Medienaufmerksamkeit.

Aber wie sollen wir das bewerkstelligen? Djure hat in seinem Blog einen ausführlichen Brief an seine Freunde, Bekannte und Familie veröffentlicht, der dazu aufruft sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und schließlich die Petition mit zu unterzeichnen. Dieser Brief trifft die Sache so gut, dass ich ihn übernommen, etwas adaptiert und dann an meine Freunde, Bekannte und Familie geschickt habe. Ich bin zuversichtlich, dass davon einige Neuzeichner zusammenkommen.

Hier ist meine Mail im Wortlaut und er ist natürlich zur Weiterverwendung herzlichst frei.

Liebe Freunde und Bekannte, liebe Familie!

Ich wende mich heute an euch mit einer langen Mail und einem sehr ernsten Anliegen. Das habe ich in dieser Form bislang noch nie gemacht, deshalb bitte ich euch heute besonders um eure Aufmerksamkeit und etwas Zeit für Politik und ein unangenehmes Thema: Kindesmissbrauch und Kinderpornographie – und wie die Bundesregierung derzeit damit umgeht.

Am Ende dieser Mail werde ich auf eine Petition beim Deutschen Bundestag verlinken, die sich gegen ein aktuelles Gesetzesvorhaben der Bundesregierung richtet.

Das Gesetzesvorhaben hat zum Ziel, die Verbreitung von Kinderpornographie in Deutschland einzudämmen. Das Vorhaben wurde von drei(!) Ministerien (von der Leyen (Familie), Zypries (Justiz), zu Guttenberg (Wirtschaft)) erarbeitet und wird von einer breiten Mehrheit des Bundestages getragen (bei einer Großen Koalition ja leider auch keine große Kunst). Ein Gesetz also, an dem eigentlich nichts grundlegend falsch sein kann.

Und dennoch werde ich am Ende dieser Mail darum bitten, Euch mit Euren vollen Namen unter der Petition gegen dieses Gesetzesvorhaben einzusetzen.

Das ist zugegeben fast schon eine Zumutung. Aber ich halte das Anliegen für so wichtig, dass ich niemandem diese Zumutung ersparen möchte. Auch diese E-Mail ist etwas lang, aber ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch die Zeit nehmt, sie zu lesen!

Zur Klarstellung eines vorweg: Die Herstellung, die Verbreitung und auch der Konsum von Kinderpornographie sind ekelhafte Verbrechen. Staat und Gesellschaft sind verpflichtet, dagegen mit allen geeigneten Mitteln des Rechtsstaates vorzugehen.

Leider ist es alles andere als trivial, gegen Kinderpornographie wirksam vorzugehen. Dieses Verbrechen findet überwiegend in einem dem gesunden Menschenverstand kaum zugänglichen Milieu und allzu häufig im unmittelbaren familiären Umfeld statt. Den Austausch von Bildern und Filmen organisiert man über schwer aufzufindende Wege, in der Regel über geschlossene Tauschnetzwerke, die CDs und DVDs per Post verschicken, aber leider teilweise auch über das Internet.

In diese Mechanismen einzudringen und sie zu unterbinden erfordert akribische und teure Polizeiarbeit. Obwohl das seit Jahren bekannt ist, wird vergleichsweise wenig in diese Arbeit investiert. Insbesondere gibt es viel zu wenige Polizisten mit ausreichenden Kenntnissen über das Internet. Wie schwierig diese Arbeit ist, zeigt der Umstand, dass selbst aus spektakulären Großeinsätzen, bei denen “Kinderpornoringe gesprengt” wurden, kaum nennenswerte juristische Konsequenzen – sprich Verurteilungen – herausgekommen sind.

Unterstützt werden könnte die Polizei zudem von einer aufgeklärten und aufmerksamen Bürgerschaft, die sich nicht scheut, das Thema Kinderpornographie offen zu diskutieren und auf Verdachtsfälle hinzuweisen.

Das nun zur Beratung vorliegende Gesetz beruht vor allem auf der Initiative von Ursula von der Leyen. Ich schätze Frau von der Leyen für ihre Initiativen zum Thema Familienpolitik. Beim Thema Kinderpornographie hat sie sich allerdings völlig vergaloppiert.

Warum jetzt gegen ein Gesetz vorgehen?
Das vorgelegte Gesetz – da sind sich alle einig, die sich mit dem Internet auskennen – ist in der Sache weitgehend wirkungslos. Gleichzeitig stellt es einen massiven Eingriff in bewährte Verfassungsprinzipien – bspw. das der Gewaltenteilung und der Informationsfreiheit – dar.

Internetexperten (unten sind einige Links zu sehr kundigen Artikeln!) weisen über alle Parteigrenzen hinweg seit Beginn der Diskussion über die geplanten sogenannten Internetsperren auf die Probleme hin. Die klassischen Medien haben die Kritik lange Zeit ignoriert und seitens der Minister wird immer wieder der schwerwiegende Verdacht geäußert, alle Kritiker nähmen das Leid der Kinder auf die leichte Schulter oder würden gar die Kinderpornographie wissentlich unterstützen. (Dazu mein Blogpost: http://www.opensourcepr.de/2009/05/08/wenn-politiker-nicht-zuhoren/)

Damit wurde ein Klima geschaffen, dass eine offene Diskussion der Netzsperren nicht eben angenehm macht.

Viele Kritiker sind dennoch bei der Stange geblieben und inzwischen wurde ein Hebel gefunden, das Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Beim deutschen Bundestag ist eine Petition anhängig, die innerhalb weniger Tage das erforderliche Quorum von 50.000 namentlichen Unterzeichner erreicht hat. Damit hat es die Kritik in die Tagesschau geschafft und wird zumindest von den Medien langsam ernst genommen. Inzwischen gibt es sogar über 94.000 Mitzeichner.

Auf die verantwortlichen Minister macht das leider bislang keinen Eindruck. Im Gegenteil, sie diskreditieren die Kritiker weiter öffentlich, indem sie ihnen mittelbare Unterstützung beim Missbrauch von Kindern vorwerfen.

Ich halte es daher wie erwähnt für angemessen, Euch die Auseinandersetzung mit dem Thema zuzumuten. Denn statt das Problem an der Wurzel, sprich bei den Urhebern, zu packen zielt der Gesetzentwurf darauf ab, nur die Symptome zu bekämpfen – und das noch nicht mal gut. Das Gesetz würde, träte es unverändert in Kraft, vor allem drei Dinge bewirken:

  1. Die Filterlisten (der dann zu sperrenden Websites) wären wie ein Vorhang, der die eigentliche Tat bedeckt.
  2. Die Filterlisten unterlägen keiner parlamentarischen oder juristischen Kontrolle, weil sie nur durch das BKA verwaltet werden.
  3. Die Unschuldsvermutung würde komplett ausgehebelt, denn das Gesetz lässt zumindest die Möglichkeit offen, dass jemand, der auch nur unabsichtlich auf eine gesperrte Seite gelangt, sich des Versuchs der Beschaffung von Kinderpornographie strafbar macht.

Aus meiner Sicht geht es bei dem Ausgang der Beratungen über das vorgelegte Gesetz um einen Wendepunkt im Umgang mit dem Thema Internet. Wir haben die Wahl: Entweder geht es um den Einstieg in eine mit einer freiheitlichen Grundordnung nicht zu vereinbarende Überwachung des Internets. Oder es setzt sich endlich die Erkenntnis durch, dass wir alle uns in dem “Lebensraum Internet” gleichermaßen engagieren müssen, wie wir es hoffentlich in der realen Welt schon tun.

Wer sich jetzt fragt, warum er mir in dieser Sache mehr Vertrauen entgegen bringen soll als drei Bundesministern und der Mehrheit des deutschen Bundestages, dem möchte eine flapsige Frage mit einem ernstem Kern stellen: “Wen werdet ihr beim nächsten Mal fragen, wenn Euer Internet mal wieder nicht geht? Eher eine Ministerin von der Leyen oder jemanden wie mich?”

Wer sich noch weitergehend informieren möchte, dem kann ich folgende Texte ans Herz legen:

Für Zeitleser gibt es hier einen Leitartikel von Josef Joffe http://www.zeit.de/2009/21/Zeitgeist-21 und für FAZ-Leser einen längeren Text von Oliver Jungen, der die Zusammenhänge ausführlich darlegt: http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EAD036B1E03B84213841CFC2B08E5A989~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Jens Scholz hat sehr nachvollziehbar begründet, warum es sich bei der Netzsperre gegen Kinderpornographie zwar nicht um materielle Zensur geht, warum es aber dennoch um Zensur geht: http://www.jensscholz.com/2009/04/warum-es-um-zensur-geht.htm

Sehr fundierte Argumente finden sich auch bei Hanno Zulla, der hunderte Familien mit IT-Hintergrund hinter einer eigenen Initiative gegen die Netzsperren versammelt hat: http://www.hanno.de/blog/2009/erklarung-von-eltern-aus-it-berufen-zu-internetsperren/

Und wem Lesen zu anstrengend ist, der kann natürlich auch einfach mal Fernsehen (das ganze Thema in 11 Minuten aufbereitet von ZAPP): http://www.50hz.de/einfach-mal-fernsehen-zapp-ueber-zensursula/

Übrigens haben sich auch Opfer von Kindesmissbrauch gegen das Gesetz organisiert. Dazu verweise ich auf den Verein MOGIS von Christian Bahls, der auch im ZAPP-Beitrag zu Wort kommt: http://mogis.wordpress.com/wer-wir-sind/

Und wenn ihr euch jetzt hinreichend informiert fühlt und mein Anliegen unterstützen möchtet, geht es hier zur angekündigten Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Ich freue mich über jeden Unterstützer und über jeden, der die Diskussion über den richtigen – sprich effektiven – Weg zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornographie im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis fortführt. Wer mag, darf diese Mail gerne weiterleiten!

Wenn ihr hierzu noch offene Fragen habt, ruft mich bitte an!

Viele Grüße und Danke für’s Durchhalten bis hier hin!

Euer Tapio

15Mai

Fun Friday: In guter Gesellschaft #IAmAGeek

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Es wurde ja auch mal Zeit, das klarzustellen: Ein “Geek” ist keineswegs jemand, der nie Tageslicht sieht, sich nur von Pizzas und Coke light ernährt und außerdem kommunikationsgestört oder anderweitig soziophob veranlagt ist. Nein, ein Geek ist einfach ein technologieaffiner Mensch wie du und ich, der all diese tolle Technik nutzt, um mehr zu erfahren, mehr zu lernen, mehr zu geben und mit mehr Menschen zu kommunizieren als es ohne die Technik möglich wäre. So wie diese Web-Prominenten hier:

Und euer Gastgeber auf diesem Blog ebenfalls ;-)

(via Johannes)