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Wir brauchen ein deutsches Kutcher/CNN-Duell mit Oprah-Show!

Natürlich ist das Follower-Duell zwischen CNN und Ashton Kutcher vollkommen belanglos, wenn nicht kindisch und albern, weil es nichts, aber auch gar nichts über die Qualität beider Twitterer aussagt. (Von Oprah Winfrey, die heute abend Kutcher und die Twitter-Chefs zu Gast haben wird, mal ganz zu schweigen.)

Aber trotzdem wage ich die These, dass wir genau so ein Duell auch in Deutschland brauchen. Wir brauchen eine Schlacht der Giganten, ein Stand-off der Twitter-Legenden, ein “High Noon” der Promi-Zwitscherer! Warum? Weil es dann endlich Normalität wäre, weil man dann aufhören könnte Twitter zu erklären.

Twitpic von boroughbaby

Twitpic von boroughbaby

Anthony Ha schreibt bei Venture Beat, dass er einen Rückgang der “Wow! Twitter!”-Geschichten nach dem Auftritt von Kutcher bei Oprah heute abend erwartet. Einfach, weil es mainstreamiger nicht mehr geht: “Dude, Twitter was on Oprah. ‘Nuff said.”

Genau das wäre auch für die deutsche Öffentlichkeit toll. Denn wenn man ehrlich ist, so als gefühlter Seit-Ewigkeiten-Twitter-Nutzer, sind wir es nicht langsam leid, immernoch fast jedem Zweiten Twitter erklären zu müssen? Man suche einfach mal nach “erkläre Twitter” bei Twitter-Search. Da vergeht kaum eine wache Stunde, in der nicht ein Twitterer jemand anderem beibringt, was es mit den 140 Zeichen und Followern und so weiter auf sich hat.

Was wäre das eine Erholung und Entspannung, wenn man hierzulande auch einfach sagen könnte: “Wie? Du kennst Twitter nicht? Das war doch sogar schon bei….”! – Ja, und da wird’s halt schwierig mit dieser kleinen Utopie. Welche TV-Sendung in Deutschland wäre massenerreichend genug, um populär und anschaulich einer ausreichend großen Menge Zuschauer näherzubringen, worum es hier geht?

“Wetten, dass…?” vielleicht? Nein, zu wenig Zeit pro Gast und ein Gastgeber ohne jegliche Affinität zum Thema. Bei Harald Schmidt? Zu elitär und zu spät am abend. Bei Kerner? Zu anbiedernd. Bei Beckmann? Zu betroffenheitsfixiert. Hm, wird schon eng…

Und welcher Prominente könnte vielleicht dem “Westen” oder “Welt kompakt” den Kampf ansagen (Zielmarke, seien wir bescheiden, 10.000 Follower)? Sascha Lobo? Nicht prominent genug. Michael Kessler? Dito. Markus Kavka? Äh, wer? Hier wird’s also noch enger.

Aber gut, vielleicht sind wir trotz gigantischer Zugriffswachstumszahlen auch hierzulande (dazu Meedia) einfach noch nicht soweit. Dennoch würde etwas Entspannung, mehr Gelassenheit in Sachen Twitter in der Tat gut tun, da bin ich ganz bei Sachar, der im “Jetzt ist Twitter tot”-Geschrei – wie dem von US-Tech-Blogger Lance Ulanoff – zurecht eine gewisse Arroganz des “Establishments” durchscheinen sieht.

Schließlich ist das Tolle an Twitter, dass es nicht DAS eine Twitter gibt, sondern genauso viele Twitters wie es Twitterer. Jeder baut sich sein eigenes, keine Timeline ist exakt gleich. 100%ige Individualisierung – ein Traum. Auch ohne Kutchers kesse Kurzbefindlichkeiten, CNNs “brechende Nachrichten” und Oprahs ahnungslose Einlassungen.

Soweit mein Wort zum Samstag. Weitermachen, äh, -twittern!

Gepostet unter Medien, Menschen.

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6 Kommentare

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  1. Luca says

    Wie ich bereits geschrieben habe, hatten wir das gleiche Rennen bereits mit leicht anderen Rahmenbedingungen. Einen Duellanten hast du schon erwähnt, @saschalobo. Er muss für @aplusk herhalten. Und das Ebenbild zu @cnnbrk ist @spiegel_eil. Es geht nicht um die Million sondern lediglich um die Twittercharts.

    Und das Rennen hat Lobo bereits verloren.

    Warum? Weil Lobo sich selbst groß gemacht hat und nicht wie Kutchner von den alten Medien groß gemacht wurde. Kutchner klingt ganz nett und he er spielt in Hollywood Filmen. Welch Traum geht in Erfüllung einmal direkt mit Star in Kontakt zu kommen? Früher nur möglich, wenn irgendwelche klassischen Medien etwas organisiert haben. Dann bekam vielleicht eine kleine Gruppe die Möglichkeit ihn einmal persönlich kennen zu lernen. Der Rest der Fans wurde mit einer gefilterten Reportage abgespeist. Nun ist es für jeden möglich alles mitzubekommen. (Natürlich kann Kutchner selbst noch entscheiden, was er schreibt, aber das macht einen Menschen auch aus.)

    Ich hatte von Anfang an eine geteilte Meinung zu dem Thema und habe sie noch immer. Ich mochte es nicht, dass sich nun jemand aus der alten Medienwelt in die neue stellt und durch seine Bekanntheit von vorher profitiert. Noch dazu wenn alle ihm unreflektiert folgen und jubeln. Eine Aussage von ihm mag ich. Dass es nun möglich ist als Einzelperson mehr Leute zu erreichen, als ein ganzes Medienunternehmen. Dazu brauche ich aber keine Million Follower. Dazu brauche ich nur den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit. Ich brauche nicht einmal einen Blog. Wenn das Thema relevant genug ist wird es in der der Social Media Welt von alleine hochgepusht. Eine Million Follower machen das Ganze nur wesentlich einfacher. Das wiederum bedeutet die Themen brauchen nicht die Relevanz bei der Allgemeinheit sondern nur für Kutchner und die Schäfchen werden ihm folgen und retweeten.

    Dann habe ich sein Video gesehen. Wovon ich mich länger gedrückt habe, weil ich nicht wollte, dass es für mich relevant ist, aber das war es dann doch. Ich sitze also vor meinem Laptop und höre diesem Filmstar zu wie er die Sätze vor der Kamera vermurkst. Einen nach dem anderen. Er verliert den Faden. Er wühlt in irgendwelchen Zetteln herum, weil da etwas steht, was er sich einfach merken hätte können. Alle freuen sich, dass er auch nur ein Mensch ist. Und schon machen sie ihn wieder zum Star. Das Wörtchen auch ist entscheidend. Viele Menschen sehen eben mehr als nur den Menschen in ihn.

    Mich enttäuscht weniger seine Performance (entweder sie werden gebrieft und alles läuft top oder machen es wie die anderen Amateure), sondern mehr die Reaktionen der Leute. Wie sie ihn in den Himmel loben und wie toll das alles ist. Und jetzt hat er das große Medienunternehmen geschlagen und die Macht ist bei uns allen und er sagt das ja auch und überhaupt.

    Dabei hat nur jemand entdeckt, dass er ja über neue Kanäle viel mehr aus seiner Fanbase rausholen kann als über den indirekten Weg über klassische Medien. Dennoch ist es nur eine Folge seiner bisherigen Popularität und die klassischen Medien haben ihn groß gemacht, sonst hätte er keine Million Follower. Womit wir wieder beim Video und seinen Tweets wären.

    Es gäbe noch viel zu viel zu dem Thema zu schreiben und wenn ich endlich wieder Zeit habe, werde ich auch einen Blogpost dazu verfassen. Wenn.

    Zum Ende noch warum es im deutschsprachigem Raum nichts vergleichbares geben wird. Wie im Blogpost festgestellt wurde haben wir keine entsprechende Show und momentan auch keinen entsprechenden Star. Worüber ich nicht ganz unglücklich bin, weil ich von Leuten aus der alten Medienwelt, die sich als Superheroes der neuen darstellen nicht viel halte. Wir kämpfen noch immer dafür, dass Blogs ernst genommen werden. In dem Bereich gibt es langsam Fortschritte, auch wenn die klassische Medienwelt in der Vergangenheit und noch immer vieles dafür tut, dass ein Szenario wie in den Staaten nicht eintritt. Obwohl es dort funktioniert. So halb. Pleite werden sie doch gehen. Die Welt wandelt sich. Hat sie schon immer getan und wird sie immer tun.

  2. Bernd says

    Gewinne man doch mal einen Mann wie Günther Jauch als Twitterer in einer seiner Live-Shows: Die Zuschauer beantworten – auf einem Bildschirm dargestellt, den die Fragenbeantworter nicht sehen können,- die Fragen als Twitterjoker #twitjoke :). Das wäre ein Multiplikator für Twitter-PR und interaktivem Fernsehen, vulgo Mitmach-TV. Wenn das schlau organisiert wird, könnten ARD und ZDF sogar Meinungsführer werden, natürlich nur, was das interaktive Feature anbelangt. Ich stelle mir das witzig vor, wenn tausende twittern, viele davon Unsinn erraten, der Rest vielleicht Joker-like perfekt ist. Vielleicht gäbe es ein Tool, der die Twitterantworten sogar wie ein TED-Modul in Ja-Nein-Weißnicht Balkengrafiken umwandelte. Die Grafik zeigt man dann als Joker, also den twitjoke, dem Quizaspiranten.
    Die Idee lass ich mir jetzt patentieren, wie Vieles schon früher….., nicht patentiert wurde.

  3. Igor Schwarzmann says

    Tapio, warum glaubst du, dass man aufhoeren sollte Twitter zu erklaeren, wenn noch nicht mal jeder Deutsche eine eMail-Adresse hat, geschweige den ein Social Network “der alten Garde” genutzt hat?

    Twitter existiert keine drei Jahre und in Deutschland ist es ca. zwei Jahre alt, jedenfalls in einer nennenswerten Zahl.

    Oder vielleicht ist es immer noch nicht wirklich nenenswert? Wieviele Twitterer haben wir in Deutschland? 100.000? Ich wuerde sagen, dass wir noch ziemlich lange Twitter erklaeren muessen und alles andere wuerde mich ziemlich wundern.

    Und warum beschwerst du dich darueber? Wirst du nicht dafuer bezahlt? ;)

  4. Tapio says

    @Igor: Natürlich werden wir noch lange Twitter erklären, vor allem weil es vielschichtiger ist als E-Mail. Aber wäre es nicht trotzdem praktisch, den “Was ist Twitter?”-Teil überspringen zu können und gleich über die Anwendungsmöglichkeiten zu sprechen? Dafür bekommt man hoffentlich auch mehr Geld als Berater ;-)

    Ich hatte nach Christians Post schon vermutet, dass die Ironie in diesem Post trotz spätabendlicher Absichten zu kurz gekommen ist. Das Ganze hat dennoch den ernsthaften Hintergrund, dass ich das “Ab jetzt kann’s mit Twitter nur noch abwärts gehen”-Genöle nicht nachvollziehen kann.

    Genau wie bei der Internetdurchdringung allgemein fände ich eine möglichst große Twitter und Social Network-Durchdringung nämlich gut.

  5. Igor Schwarzmann says

    Das Genöle um Twitter ist derzeit sehr vielschichtig und vollkommen unbeachtenswert, weil keiner wirklich vorhersehen kann, wie sich der Dienst derzeit entwickelt. Wenn jeden Tag eine neue Nachricht ueber den Dienst einschlaegt und sich mal wieder ein so genannter Experte zum Thema meldet, dann heisst es fuer mich immer: lean back and ignore the show.

    Fakt ist, dass Twitter derzeit mehr Beachtung bekommt als es eigentlich verdient. Ja, es ist ein interessanter Dienst. Ja, sie haben uns Live-Suche vorgestellt und praktisch naeher gebracht aber Fakt ist auch, dass Twitter verdammt wenige Nutzer hat. Sicher, die Nutzer, die derzeit auf Twitter unterwegs sind gehoeren zu den großen Multiplikatoren und ich bin weit davon entfernt zu behaupten, dass man als Unternehmen sich nicht Twitter anschauen sollte. Ich rate aber mal aus der Bubble mal auszutreten und nicht nur Techmeme zu lesen. Unternehmen in Deutschland haben derzeit ganz andere Vorstellungen und Moeglichkeiten um aktiv zu werden. Wir vergessen manchmal, dass die Realitaet auch nicht ueber die Handvoll an Multiplikatoren zu loesen ist, die auf Twitter aktiv sind.

    Man muss das Ganze entspannter angehen und aufhoeren Twitter zu hypen. Wenn der Dienst aus dem direkten “Ich bin ein Star und weise jetzt alle auf Twitter hin”-Hype wieder raus ist, kann man sich ueber eine etwas objektivere Betrachtung von der Plattform, zu der Twitter sich langsam aber stettig wandelt, wieder sprechen.

Continuing the Discussion

  1. Taufrisch hat zu diesem Artikel verlinkt. on 20. April 2009

    Der Kampf um die Follower…

    [...] Erst hieß es Kutcher gegen CNN, nun Kutcher gegen Oprah W. Die Followerzahlen von Oprah und Co sind abartig hoch [...]…