Die ultimative Twitter-Regel-Liste
Fallbeispiele | Liste, Regeln, Twitter
Aus gegebenem Anlass hier meine ultimative Liste der Twitterregeln:
- Scheiß auf Twitter-Regel-Listen, twittere einfach!

über PR, Marketing, das Internet und wie das alles zusammenpasst. Tapio ist Inhaber der Unternehmensberatung für PR und Online-Kommunikation Oseon.
Zu Oseon »Aus gegebenem Anlass hier meine ultimative Liste der Twitterregeln:

Nachgereicht hier noch das Transkript meiner verschiedenen Liveblog-Aktionen von der CeBIT WebCiety und dem Telekom Trendforum.
3. März 2009, WebCiety: Panel Tourismus 2.0
3. März 2009, WebCiety: Sascha Lobo im Gespräch mit Craig Barrett, Intel
3. März 2009, Telekom Trendforum: Clay Shirky über die Entstehung von Ideen
5. März 2009, Telekom Trendforum: Mark J. Penn über Microtrends
(Aktualisierter Post ohne die Zeitmarken zu jedem Eintrag.)
Die “Daily Show with Jon Stewart” ist schon seit Langem die Vorlage für ein intelligentes, böses und sehr lustiges Polit-Satireshow-Format, das Harald Schmidt eigentlich hätte für Deutschland umsetzen sollen, statt mit Oliver Pocher peinlich-flache Witzchen zum Besten zu geben.
Dass Jon Stewart nicht nur die Halbwahrheiten und Hohlfloskeln der Politik auf begnadete Art und Weise demaskieren kann, sondern auch einem Journalistenkollegen mustergültig den Spiegel vorhalten kann, bewies er in der gestrigen Ausgabe.
Vorab als Duell zweier TV-Giganten inszeniert, lud er den Ex-Hedgefonds-Manager Jim Cramer in die Show ein, der beim Finanzsender CNBC die Show “Mad Money” hat und dort laut und reißerisch Anlagetipps gibt, die in letzter Zeit nicht selten schlechte Tipps waren.
Anlass der sehenswerten Konfrontation: Ein ursprünglich nicht für’s TV bestimmtes Interview mit Jim Cramer, in dem er aus dem Nähkästchen plaudert und erzählt, wie Hedgefonds Börsenkurse manipulieren (konnten). Jon Stewarts Kritikpunkte:
Hier die Videos des Geprächs:
1. Teil (Anmoderation) bei The Daily Show
2. Teil (Das Gespräch), eine Sternstunde von Jon Stewart
Dass mich das Thema Wertschätzung und Anerkennung der Leistungen und Einsatzbereitschaft umtreibt, wissen regelmäßige Leser dieses Blogs spätestens seit meinem Beitrag vom Dezember. Deshalb kann ich euch auch aus vollem Herzen den Gastbeitrag von Mirko Kaminski bei der Marketing Börse empfehlen.
Mirko ist Geschäftsführer bei achtung! kommunikation in Hamburg, einer Kommunikationsagentur, die nicht nur durch große Kundengewinne wie Deutsche Bahn und eBay von sich Reden macht, sondern auch sehr aktiv Brandbuilding als Arbeitgeber in der Werbe- und PR-Branche betreibt.
Der Beitrag zeigt auf, wie wichtig es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist, die Innovationskraft und Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiter zu fördern. Durch “machen lassen”, Vertrauen in die Fähigkeiten des Einzelnen und die Anerkennung des Beitrags jedes Einzelnen zum Erfolg aller:
“Mitarbeiter konsequent mitwirken und gestalten zu lassen und dabei als Führungskraft lediglich Einfluss zu nehmen, zeugt von Wertschätzung. Wenn Mitarbeiter in Gruppen Probleme identifizieren und sukzessive Lösungen erarbeiten, ist dies zeitintensiver. Aber dafür führt das miteinander Arbeiten auch zu einem nachhaltigeren Erfolg, weil Mitarbeiter ob ihrer Freiheit und ob des Zutrauens mehr Verantwortungsgefühl empfinden und noch mehr Engagement zeigen werden.”
Natürlich spricht hier der Chef eines mittelständischen Unternehmens, einer Kommunikationsberatung zumal, aber das was ich von einigen seiner Mitarbeiter weiß, meint er es ernst, auch in der eigenen Firma. Und selbst wenn nur die Hälfte davon in anderen Unternehmen gelebt würde, würden Tausende künftig viel lieber zur Arbeit gehen und sich für den gemeinsamen Erfolg einsetzen.

So richtig wollen sie nicht zueinander passen, die in die Jahre gekommene, inzwischen doch sehr verspießerte CeBIT und die fast verschämt ins hinterste Eck der Halle 6 gepflanzte “WebCiety Area” mit ihren Sechseckständen in sehr dunkler, wechselnd-bunt beleuteter Atmosphäre als Hort der Internet-Hippness.

Die WebCiety verhielt sich zum Rest der CeBIT wie der mysteriöse, schwarz glänzende Quader in Stanley Kubricks “2001 – Odyssee ins Weltall” zum Rest des Mondes. Sie wurde neugierig beäugt von Menschen, die zunächst überfordert schienen von der Andersartigkeit der Fläche mit ihren schwarzen Teppichen und den mit weißen Trennlinien auf dem Boden angedeuteten und nur mit Projektionen gestalteten Kleinständen.
Hatte man sich dann ins Innere des okkulten Areals vorgewagt, sah man sich einem Altar gegenüber, auf dem von zwei Großprojektionen dominiert Themen besprochen wurden, die einem langjährigen CeBIT-(Fach-)Besucher wie Ketzerei vorkommen mussten. Wein im Web 2.0, ein Blogroman-Projekt, die Abenteuer des geheimnisvollen Raumschiffs “Enterprise 2.0″, und die sonderbaren Gewohnheiten der so genannten “Digital Natives”, der fanatischsten Anhänger einer wortreich beschriebenen (R)evolution namens “Web 2.0″.
So anders und neuartig ist die WebCiety, dass selbst die Redaktion des Nerd-Zentralorgans Heise.de nicht umhin kam, das “Kunstwort” zu erklären. Es war zwar auch ganz offiziell “Schwerpunktthema” der Messeveranstalter, blieb aber ein Fremdkörper im (deutlich geschrumpften) Meer der weiß-kalt beleuteten Messestände von Komponentenherstellern und Softwareanbietern. Die gefühlte Medienaufmerksamkeit hingegen war enorm, die Interviews-pro-Quadratmeter-Relation beachtlich – zu einem Gutteil bereitwillig und nicht ohne Stolz absolviert von der selbsterklärten Führungsfrisur der deutschen Webszene Sascha Lobo. Der Co-Organisator und Verantwortliche für’s Konferenzprogramm auf der Bühne, Björn Negelmann von KongressMedia, spannte derweil moderierend die Brücken zwischen den Panelisten und Vortragenden. Eine Arbeitsteilung, die wohl beiden sehr recht war.
“Computermesse” wird die CeBIT im Volks- und Tagesschaumund noch immer genannt, aber das beschreibt sie mehr schlecht als recht. Denn um Computer geht es nur noch am Rande und die Endverbraucher-nahen Aussteller mit ihren Handys, Laptops und Spielekonsolen sind fast alle weg. Geblieben sind reichlich im Ausstellerjargon “Beutelratten” genannte Privatbesucher ohne erkennbares Besuchsziel, die angesichts der sich ausbreitenden Leere und der deutlich karger ausgefallenen Ständen mit verzweifelten Blicken nach dem suchten, was die CeBIT vor 10 Jahren ausmachte: Die coolsten Neuheiten aus dem Reich der Gadgets, der inoffizielle Wettbewerb der heißesten “Booth Babes” und die lautesten Standparties mit Freibier nach Messeschluss. Nichts davon ist übrig geblieben im Rezessionsjahr 2009.
Die WebCiety konnte hier keinen Ausgleich schaffen, wollte sie auch nicht. Denn hier begegneten sich letztlich die avantgardistischen Vertreter einer Szene, die weder mit dem IT-Fachbesucher noch mit dem Tüten tragenden Gadget-Gaffer etwas gemeinsam haben. Wer schonmal auf einem Barcamp war oder einer “Web 2.0 Expo” oder einer “next“, konnte bekannte Gesichter finden, ein kleines Schwätzchen hielten und sich nach einem langen Messetag mit einem “Wir sehn’ uns dann auf der …” wieder verabschiedten. Es hatte was von Klassentreffen.
Inhaltlich blieb wenig hängen. Zu bunt gemischt und zu unterschiedlich in ihrer Qualität waren die Panels (meine Stichprobe ist vom Dienstag und Donnerstag). Die Moderatoren waren meist eher darauf bedacht, jeden Diskutanten zur Geltung kommen zu lassen, als eine kontroverse Diskussion zu fördern. Auch die Aussteller des WebCiety-Bereichs konnten aus meiner Sicht keinen Akzent setzen, der sie von normalen CeBIT-Ausstellern unterschieden hätte – mit einer Ausnahme: Eine Firma hatte einfach ein Telefon auf den Tisch gelegt und die Projektion darüber sagte “Wir haben mehr Aufträge als erwartet – deshalb ist leider keiner persönlich hier. Nutzen Sie doch einfach unsere Hotline zum Geschäftsführer.”
Wenn das ein Zeichen für die Zukunft des Web-Geschäfts ist, können die Besucher der WebCiety beruhigt nach Hause fahren. Die Konferenz selbst ist hingegen leider nicht mehr als der Versuch der Messegesellschaft, ihrer in der Langeweile des Wirtschaftsestablishments vermufften Großveranstaltung ein kleines bisschen Coolness zurückzugeben. Auch wenn Messechef Raue den Bereich im kommenden Jahr ausbauen will, die Themen der WebCiety werden anderswo schon längst in erprobten Formaten mit mehr Ruhe und inhaltlicher Tiefe diskutiert. In den Alltag der Unternehmen gelangen die Erkenntnisse ohnehin auf anderen Wegen, nämlich über die Gespräche und Debatten, die online stattfinden.
Das Web-Business braucht die CeBIT nicht, aber die CeBIT das Web-Business – und wenn es nur für den Anschein der immerwährenden Neuerfindung ihrer selbst ist.

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