Adressenhändler für E-Mail und Direktmarketing beackern ja ein sehr grauzoniges Geschäftsfeld. Sie sammeln Adressdaten von Millionen von Menschen und verkaufen sie weiter – fein segmentiert nach Zielgruppen. Wobei man sich gern fragen darf, woher sie so genau wissen, dass Herr Müller-Lüdenscheid aus Wanne-Eickel €3.800 brutto verdient und mit seinem alten Passat bevorzugt in die Bretagne in den Urlaub fährt.
Jetzt schickt sich der Schweizer Mailadressen-Händler Tecadress AG an, sein Geschäft wahllos auf deutschen Blogs kommentierend anzukurbeln (Eine Google-Suche zeigt, wie wahllos).
Auch bei mir versuchte ein “Markusmeiers” sein Selbstlob loszuwerden. Der Spamfilter hat’s rausgefischt. Jetzt könnte man sagen: “Egal, ist doch Spam und der Filter hat’s erwischt”. Aber das hieße auch, die Geschäftspraktiken eines Unternehmens gutzuheißen, dass stolz namhafte “Referenzen” aus der deutschen Wirtschaft auf seiner Website nennt. Da sind Audi, Grohe, Steigenberger, Nürnberg Messe, TÜV Süd, und die Hamburger PR-Agentur Faktor 3 dabei, nur um einige zu nennen.
Welches Licht wirft die Spamaktion auf die Unternehmen, die bei Tecadress E-Mail-Adressen für Marketingzwecke eingekauft haben?
Nicht dass wir uns falsch verstehen, E-Mail-Marketing hat seine Berechtigung und gut gemacht ist es für so manchen Marketing-Mix unverzichtbar. Aber schlecht gemacht ist es eben auch ganz schnell beim Spam. Und ein Unternehmen, das aktiv und klar identifizierbar so gegen jeglichen Anstand im Netz verstößt überträgt diesen Makel auch ruck zuck auf seine Kunden. Und wenn es nur durch ein gedachtes “Jaja, wer weiß, wen die mit den Adressen von Tecadress zugespamt haben…” ist.
Hätte ich Tecadress-Adressen gekauft, würde ich mein Firmenlogo von der Seite löschen lassen, mir die Nennung als Referenz verbitten und mit den Schweizer Spammern nie mehr Geschäfte machen.
PS: Einen Link zur Website bekommt Tecadress hier natürlich nicht.



Wenigstens wird der Kommentar-Spam betreffend Tecadress und dem Vorgänger onlinepoker.de (beides derselbe Absender) von Akismet erkannt und gefiltert. Auf meinen Blogs, welche noch ohne Akismet laufen, landen diese Kommentare grad im Stundentakt. Mal schauen, wie lange noch bzw. was danach kommt…