Mehr Saft! Mit Handelsblatt.com und Twingly (Update)

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“Link-Juice” nämlich. Der Saft aus dem das Social Web besteht und das Blogs ihre tollen Suchmaschinenplatzierungen beschert wird ab morgen auch vom Online-Zweig des Handelsblatts aus dem Hause Holtzbrinck gepresst, oder geerntet, je nach Sichtweise. Wie Thomas Knüwer heute abend vorab bloggte, wird neben jedem Artikel auf Handelsblatt.com ein kleines Kästchen erscheinen, das zeigt, welches Blog sich auf diesen Beitrag bezieht.

Warum das toll ist? Ganz einfach:

Für das Handelsblatt ist es toll, weil a) die Leser sehen, dass es Menschen gibt, die sich weiterführend mit einem Artikel beschäftigt haben und b) weil die automatisch eingesammelten Links den “Link-Juice” für die Website erhöhen und die Artikel künftig bei Google weiter oben landen werden.

Für die Blogger ist das toll, weil sie c) den einen oder anderen zusätzlichen Leser bekommen, der über die Backlinks auf sie aufmerksam wird und d) wiederum ihr Google-Karma wächst.

Außerdem ist die Einführung dieser Technik auf einer der wichtigsten Wirtschaftspublikationen im deutschsprachigen Internet so etwas wie eine Adelung der Blogosphäre durch die sich sonst eher durch Behäbigkeit und Internetskepsis auszeichnende Verlagswelt. Ich wette manchen Blogger wird der Ehrgeiz packen, prominent in den Linkback-Kästchen beim Handelsblatt zu landen.

Möglich wird der Blog-Trackback durch eine Technologie des schwedischen Unternehmens Twingly, die neben einer ziemlich smarten Blog- und Microblogging-Suchmaschine eben die Technik Twingly Blogstream anbietet. Mit ihrer Hilfe können Blogverlinkungen in das redaktionelle Umfeld eingebunden werden, ohne dass gleich jeder Spam-Link oder zweifelhafte Seiten dort landen. Denn Blogstream schaltet eine Moderation dazwischen, wie sie auch bei Blog-Kommentaren üblich ist.

Alles in allem ein hochspannendes Vorhaben und ein gutes Signal für die deutsche Blogosphäre, die es auch schon freudig aufnimmt. Bei der MBC09 in Hamburg hatte ich Twinglys Business Developerin Anja Rauch kennengelernt, die für die Sache Feuer und Flamme ist. Verlage, die jetzt auf’s Handelsblatt neidisch werden, sollten sie gleichmal kontaktieren.

Twingly Kommentarbacklinks bei Handelsblatt.comUPDATE: Heute, Donnerstag 29.1.09, hat Handelsblatt.com die Funktion nun freigeschaltet und bringt dazu einen kurzen Beitrag in eigener Sache. Pikantes Detail am Rande: Der Artikel liest sich wie eine Pressemitteilung, die in dieser Form und Floskelhaftigkeit von Journalisten stets kritisiert und nie und nimmer 1:1 (übrigens samt Tippfehler “Tageseitungen”) publiziert würde. Bei der Meldung aus dem eigenen Haus nahm man es beim Handelsblatt wohl nicht so genau.