Lesetipp: Printveteranen, Mediaplaner und der fehlende Horizont
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Das Werbe- und Medienbranchenblatt Horizont erschien diese Woche nicht wie gewohnt am heutigen Donnerstag, weil der Druck gestoppt wurde, um eine Art “Schwarze Liste” vermeintlich dem Untergang geweihter Print-Titel (darunter Tomorrow, Bravo Screenfun und Emotion) wieder aus dem Blatt zu nehmen. Die fragliche Liste entstand wohl durch eine Befragung von Mediaagenturen, wurde von Horizont vorab vermeldet, Online-Branchenbeobachter Peter Turi brachte es als Story. Jetzt erscheint sie doch nicht, weil der Deutsche Fachverlag, in dem die Horizont erscheint, vor den Großverlagen den Schwanz eingekniffen hat.
Christoph Salzig von der Agentur primus inter pares analysiert in seinem Blog, warum damit keinem geholfen ist. Er vermisst in der Berichterstattung der Medienfachblätter über die Medienkrise vor allem einen selbstkritischen Umgang mit der eigenen Relevanz. Horizont habe mit den Mediaplanern die Falschen gefragt und zudem einer Self-fulfilling Prophecy Vorschub geleistet.
“Denn diese Krise kommt mit Ansage. Seit Jahren diskutiert die
Printlandschaft (VDZ, BDZV und wie sie alle heißen) über den Verfall
von Abonnentenzahlen und sinkenden Anzeigenerlösen. Dem Verfall der
Bestandspublikationen setzten die Verlage nicht selten neue (Achtung:)
PRINTprodukte entgegen.”
Christoph gibt in seinem Post den Medienmachern einige lesenswerte Merksätze auf den Weg, die sich gerade aufgrund der Tatsache, dass sie von einem Externen geschrieben wurden, sehr viel nüchterner lesen, als so mancher Mahner aus den Reihen der Journalisten selbst.