30Nov

Frankfurt Girl Geek Dinner am 8.12.

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Von außen betrachtet scheint Frankfurt ja eher ein Ort der Banken, als ein Hort der Web-Szene zu sein. Im Innern gärt es aber mächtig und es gibt einige Veranstaltungen für Web-affine Menschen, wie den Web Montag (morgen abend wieder!), die Pl0gbar Rhein/Main (am Dienstag wieder!) das eher spontan organisierte TwitMeetFFM für Twitterer aus der Gegend und seit Anfang Oktober auch das Frankfurt Girl Geek Dinner.


Eben jenes geht am Montag, den 8.12. in die zweite Runde.

Wo? kp/21 Café in der Brotfabrik Hausen
Wann? Eintrudeln und Kennenlernen ab 18.30 Uhr, etwas später dann eine kleine Impulspräsentation
Anmeldung: Bitte per E-Mail bis zum 7.12.

Gemeinsam mit Delphine Ménard (@notafish) habe ich die Ehre den TeilnehmerInnen unsere Gedanken zum Thema Selbstständigkeit und Freelancertum als Diskussionsanregung mitzugeben.

Unter dem Arbeitstitel “We do it our way – Thoughts about going freelance” wollen wir unsere Motivationen, persönlichen Ziele, Herangehensweisen und vor allem die vielen verschiedenen Fragen erörtern, die aufkommen, wenn man sich entschließt sich selbstständig zu machen oder mit dem Gedanken spielt.

Wir freuen uns natürlich über rege Teilnahme und Diskussion. Es soll schließlich keine 2-Geek-Show werden. Der wichtigere Teil des Abends ist ohne hin das Dinner und das Kennenlernen neuer Leute. Übrigens: Guy Geeks oder einfach nur interessierte Männer können sich auch anmelden. Allerdings müssen sie ein “Girl” mitbringen. Aber die quotenrelevanten Dinge stehen auch auf der Website zum Event.

Bleibt mir noch ein Dankeschön an Co-Organisatorin Claudia Rauch (@frankfurtine) zu sagen für die Einladung, als Guy Speaker mitzumachen.

30Nov

Themen-Monitoring bei Twitter mit Twilert

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Twilert ist für Twitter, was die Google Alerts für Google News und Groups sind.

Die automatisierten E-Mail-Updates von Google News sind aus dem Arbeitsalltag von PR-Leuten ja schon nicht mehr wegzudenken. Man gibt ein Suchwort ein und abonniert neue Webseiten oder Nachrichten, die das Stichwort enthalten per E-Mail. Gerade bei Themen, die aufkommen können, aber nicht müssen, ist das sehr praktisch und spart viel manuelle Sucharbeit.
Twilert Logo
Mit Twilert kann man jetzt auch Twitter nach vorgegebenen Stichworten durchsuchen lassen und erhält zur gewünschten Tageszeit eine E-Mail mit den passenden Tweets. Das ist besonders hilfreich für Leute, die im laufenden Tagesgeschäft vielleicht keine Zeit haben ständig auf RSS-Feeds mit einer Twitter-Suche zu schauen, oder die unterwegs einen Blackberry nutzen, aber nicht per Browser Feeds lesen möchten.

Twilert erlaubt neben der einfachen Schlagwortsuche auch verknüpfte Wörter, gezielte Suche nach Hashtags (die kleinen Themenmarker bei Twitter mit dem # davor) und sogar die Eingrenzung der Sprache des betreffenden Tweets.

Besonders interessant: Man kann auch gezielt nach Personen suchen (zum Beispiel eine Zusammenfassung aller “Preußen Münster” Tweets von @tknuewer abonnieren, wenn man das möchte) und den Suchumkreis geographisch eingrenzen.

Wie gut diese Funktionen in der Praxis tatsächlich sind, kann ich noch nicht beurteilen. Das Konzept hingegen klingt vielversprechend und kann zumindest für das Monitoring nicht brandheißer Themen und Konversationen in Twitterland sehr nützlich sein. Für das Issues Monitoring im Sinne der Beobachtung potenziell krisenrelevanter Entwicklungen hingegen eignet sich Twilert leider nicht, denn es ist gibt keine Funktion “sende sofort eine E-Mail”. Aber da der Dienst wie so viele erst am Anfang steht, mag das ja auch noch kommen.

(via Drew)

28Nov

Kein Aprilscherz: re:publica’09 vom 1.-3. April 2009 in Berlin

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Die re:publica08 war für mich so etwas wie ein Initiationsritus zur Aufnahme in die Blogosphäre. Ich kannte keinen Menschen dort, habe aber den einen oder anderen kennengelernt und ansonsten drei Tage gestaunt und die Laptop-schwangere Atmosphäre eingeatmet. Es war ansteckend. Es folgte die Next08, die Pl0gbar Rhein/Main, spontane Twitterer-Treffen in Frankfurt, schließlich das BarcampBerlin3 samt Web 2.0 Expo.

Und inzwischen kenne ich deutlich mehr Leute, habe ein besseres Gefühl dafür entwickelt, wie die deutsche und europäische Blogger-, Social Web- und Startup-Szene tickt und bin gefühlt ein gutes Stück geekiger geworden. Ich habe für meinen alten Arbeitgeber einen kleinen Beitrag über die re:publica08 geschrieben, der mit “Das Herz der Blogosphäre” oder so betitelt war. In diesem Jahr habe ich das Herz noch beim Schlagen beobachtet wie ein Chirurg. Nächstes Jahr bin ich schon Teil des Blutkreislaufs.

Also, wir sehn uns auf der re:publica09!

28Nov

Wo beginnt Dein Tag im Internet?

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“Wir wollen die Seite sein, wo die Leute hingehen, um ihren Tag im Internet zu beginnen”, sagte Yahoo-Deutschland-Chef Terry von Bibra der FTD.

Das ist für ein Portal-Unternehmen, das selbst nicht mehr an das Portal-Konzept als Geschäftsmodell glaubt, ein ziemlich hoch gestecktes Ziel. Also probieren wir doch mal den Realitätscheck.

Mein Tag im Internet beginnt mit Twitter. Guten Morgen sagen an die Runde, schauen, wer früh wach ist und vielleicht den ersten Link des Tages lesen. Dann ein Blick auf Spiegel Online und meinen Feed-Reader. Von dort aus verzweigt sich dann der Lesefluss nach Interesse und Themenlage. Kein Portal weit und breit in Sicht. Bei mir hat Yahoo also schlechte Karten.

Und bei dir? Wo beginnt Dein Tag im Internet?

(via Horizont)

24Nov

XING: Halbherzige Kommunikationspolitik ist riskant

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Die Twitter-Vorabmeldung von @off_the_record am vergangenen Donnerstag abend und die Horizont-News vom Freitag morgen wurden von XING noch subtil aber nicht vollständig dementiert. Heute morgen ist es dann offiziell: Lars Hinrichs, Gründer und Vorstandsvorsitzender von XING gibt diesen Posten an Stefan Groß-Selbeck, bislang E-Bay Deutschland-Chef, ab.

Wie es sich gehört, gibt’s dazu einen persönlichen Blogpost von Hinrichs, eine börsenrechtlich wichtige Ad-hoc-Meldung, und eine “normale” Pressemitteilung, die auch über den Ticker ging und von der dpa-Tocher news aktuell eben sogar als Anlass für eine Marketing-E-Mail an die Kunden verbreitet wird. Und natürlich macht die Story schon die Runde bei Netzwertig, verschiedenen Blogs und jetzt auch bei der Mainstreampresse wie FTD, FAZ und Focus Online.

Respektabler Schritt, hibbelige Kommunikation

Der Inhalt der Meldung ist dabei gar nicht so sensationell, wie die Blogosphäre es am Freitag gern haben wollte. XING ist inzwischen dem Startup-Stadium entwachsen und ein börsennotiertes, wachsendes und profitabel arbeitendes Unternehmen. Für diese Leistung gebührt Lars Hinrichs Respekt. Dass der Gründer irgendwann Platz macht für einen Manager, der solch ein Unternehmen auf die nächste Wachstumsstufe heben kann, ist nichts Außergewöhnliches. Im Gegenteil, man muss als Gründer auch erstmal loslassen können, denn es geht in einem so großen Unternehmen nicht mehr um einen selbst, sondern um das Ganze.

Offensichtlich war der Wechsel an der Spitze des Unternehmens gut vorbereitet, schließlich hat man mit E-Bayer Groß-Selbeck einen profilierten Mann geholt. Dazu passt allerdings nicht die hibbelige Kommunikationspolitik vom Freitag.

Es kann in den verschwiegensten Unternehmen vorkommen, dass Personalia vor der Zeit nach außen dringen und dann von gut vernetzten Branchendiensten noch vor der offiziellen Bestätigung verbreitet werden. Das ist journalistisch legitim und jeder Chefredakteur wird seinen Reporter ins Gebet nehmen und fragen “Wie sicher ist das? Ich will das nicht hinterher widerrufen müssen!”, bevor die Meldung eingestellt wird. Damit muss also auch die Kommunikationsabteilung eines Unternehmens wie XING rechnen und sich entsprechend vorbereiten.

Zwar ist XING als börsennotiertes Unternehmen an etwas starrere Regeln gebunden (Vorstandswechsel müssen per ad-hoc-Meldung verbreitet werden), aber man hätte auch Freitag nach Börsenschluss die ganze Geschichte erzählen können. Dann hätten die Journalisten und Aktienanalysten über’s Wochenende ihre Story ausgebreitet und heute wäre die Aktie nicht wie geschehen erstmal ein Stück abgesackt. So wurde nur dementiert, was definitiv nicht stimmte, nämlich das Wort vom “Abschied”. Schließlich bleibt Lars Hinrichs im Aufsichtsrat von XING.

Hinrichs sah sich am Freitag mittag bemüßigt, die “Falschmeldung” der DPA-AFX (die sich auf “Branchenkreise” beruft und Horizont.net nicht beim Namen nennt) zu dementieren, weil er davon genervt war, wie sein Tweet verrät. Genervtheit – über den Kontrollverlust in der Kommunikation womöglich – ist aber der falsche Ratgeber. Über die wahren Gründe der allem Anschein nach jetzt nach Plan durchgezogenen Kommunikationspolitik kann man nur spekulieren. Vielleicht wollte man einfach nicht am Wochenende Interviews geben müssen.

Informationsvakuum ist der Nährboden für Gerüchte und Halbwahrheiten

Fakt ist, dass sich ein Gerücht unabhängig vom Wahrheitsgehalt nicht mehr aufhalten lässt, wenn es einmal publiziert ist. Darauf spekulierte natürlich auch Horizont.net, die damit einen kleinen Coup gelandet haben, der ordentlich Klicks gegeben haben dürfte. Die Blogo- und Twittersphäre fand die ganze Geschichte ohnehin furchtbar aufregend, vor allem, weil man gesammelt bei XING zumindest Mitglied ist und einige Vielgefolgte auch persönlich mit Lars Hinrichs bekannt sind.

Eine solche Geschichte zieht also binnen 12 Stunden selbst über Nacht so viele Schleifen, dass diese Dynamik für ein Unternehmen allein nicht mehr zu kontrollieren ist. Lässt man sich nun wie XING aus Prinzip nur auf das Allernötigste ein (Dementi des “Abschieds”), bleibt ein Vakuum das weiter mit Spekulationen gefüllt wird. Bei soviel Durcheinander wird das Durcheinander selbst zur Story, wie dieser Beitrag von Focus Online zeigt. Bei Meedia wird daraus gleich der “Krimi des Tages“. Das ist dann vollends kontraproduktiv und kann auf einen Aktienkurs genauso negative Wirkung haben wie eine “echte” Falschmeldung.

Sicher, XING ist aus den drei Tagen Verzögerung wohl kein nachhaltiger Schaden entstanden. Doch dieses Fallbeispiel zeigt sehr anschaulich, wie riskant halbherzige Kommunikationspolitik sein kann. XING hatte den Vorteil, dass das Unternehmen wirtschaftlich gut dasteht und Lars Hinrichs eine Erfolgsbilanz aufzuweisen hat. Die Verbreitung von Meldungen, und seien sie auch noch so falsch, ist durch schnellen Online-Journalismus, noch schnellere Blogs und die Lichtgeschwindigkeit von Linkverbreitern wie Twitter so unkontrollierbar geworden, dass sich die Kommunikationspolitik von Unternehmen gerade im Web-Umfeld darauf einstellen muss. Sonst geht bei einer tatsächlichen Sensation oder Krisenmeldung der Aktienkurs tatsächlich in die Knie. Yahoo hat vorgemacht, wie so etwas aussieht.