Wenn Michael Arrington vom TechCrunch schlecht über Apple schreibt, ist das bemerkenswert. Vor allem, weil Arrington inzwischen so etwas wie der Übergatekeeper für Tech-Themen ist. Was er schreibt, wird gelesen und kommentiert und in Blogs weltweit tausendfach referenziert.
Es ist deshalb kein gutes Zeichen für den Medienstar der Techbranche schlechthin, Apple, wenn das Thema mangelhafte Produktqualität einen Post von Arrington beherrscht. Hardwareprobleme mit MacBooks, unausgegorene Software und schlechte Akkulaufzeiten auf iPhones, der katastrophale Start des Online-Dienstes MobileMe, der eigentlich Google, Blackberry, Microsoft und Yahoo gleichzeitig ausstechen sollte, der Kritikpunkte gibt es viele.
All diese Dinge sind bislang aber mit bemerkenswert leisem Grummeln in der Mac-Gemeinde und selbst in den Medien behandelt worden. Die Kommentare klangen eher nach “Mann, Apple, das müsst ihr aber besser hinkriegen. Aber das iPhone ist schon geil!”.
Meine Prognose: Arringtons kritischer Post wird in den nächsten Tagen und Wochen dazu führen, dass Mainstream-Medien sich Apples Produktqualität und Garantiepolitik genauer anschauen werden und die spektakulären Fälle breittreten werden.
Nach dem Apple-Jubel der vergangenen 2 Jahre wird jetzt Apple-Bashing auf den Plan treten. Und womöglich ist das die einzige Sprache, die der eitle Herr Jobs versteht. Vielleicht ist es tatsächlich einer gewissen Hybris geschuldet, dass Apple nicht großzügiger auf verärgerte Kunden eingeht und vielleicht liegt es einfach an erhöhten Produktionsvolumina, dass mehr technische Defekte ans Tageslicht kommen. Das alles war aber erwartbar und darf von einer Premium-Marke mit Jedermannanspruch auch erwartet werden. Herr Jobs hätte es also einfacher haben können.

