Online-Werbung und die Grenzen der Nutzertoleranz

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Online-Werbung wächst, ist dieser Tage allerorten zu lesen. So hurtig, dass von FAZ bis W&V alle ausführlich berichten, wie schnell das Werbesegment wächst. Eine große Verschiebung von Klassik zu Online wird prophezeit und die MicroHoo-Story füllt wie zur Bestätigung dieser Vision gleich Doppelseiten der Wirtschaftsteile.

Was in diesem Trubel untergeht ist die Frage nach dem, der auf die vielen Banner und Flash-Ads und InText-Anzeigen am Ende klicken soll – dem Nutzer. Was bringt ihn dazu, auf Online-Werbung zu klicken? Ein animiertes Banner wohl kaum, ein lustiger Flash-Spot vielleicht, ein zum Suchergebnis passendes Google-Ad schon eher. Es gibt soviel Inventar da draußen, dass es schon schwierig wird den Überblick zu behalten, wie auch Holger Schmidt zu berichten weiß.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist aber ausgerechnet die Webseite des Werber-Wochenblatts Werben & Verkaufen. Die Online-Präsenz wurde kürzlich aufgefrischt, optisch klarer und lesbarer gestaltet. Gut so. Was aber blieb ist ein Relikt der Web 1.1-Zeit, als man – dem Fernsehen gleich – den Lesern mal eben Unterbrecherwerbung präsentierte. Ich glaube der Fachbegriff ist “Overlay”, also eine Anzeige, die sich nach dem Laden der Homepage über den redaktionellen Inhalt legt. Warum eine Nachrichtenseite für die Kommunikationbranche mit eine so antiquierten Brachialmethode sein (Fach!-)Publikum so belästigen muss, ist mir ein Rätsel. Es ist fast egal, wo man hinklickt, welche Rubrik man aufruft. Ein Drüberlegwerbeunterbrecher ist schon da. Und das “schließen”-Knöpfchen ist kaum zu treffen. Da macht der genervte Mac-User mal schnell Apfel-W und w&v ist weg…

Dass es besser geht, zeigt die w&v-Konkurrenz aus Frankfurt. Auf Horizont.net sind die Overlay-Anzeigen allem Anschein nach verschwunden, aber auch erst seit kurzem, als auch diese Seite neu gestaltet wurde. Komisch, wie träge ausgerechnet die Fachblätter sich Nutzergewohnheiten und -abneigungen anpassen.