Apple ist schon nicht zu beneiden, bzw. hat wohl inzwischen sehr viele Neider. Die Firma, auf die vor 11 Jahren nicht ein einziger Börsenanalyst auch nur einen Dollar verwettet hätte, hat den phänomenalsten Wiederaufstieg der jüngeren Branchengeschichte geschafft und ist jetzt da, wo die treuen Fans die Firma immer haben wollten: Ganz oben.
Doch kaum steht man im Rampenlicht und erntet die Früchte der jahrelangen Mühen (in diesem Quartal wird Apple so viele Macs verkaufen wie nie zuvor), kommen schon die Häscher. Die SPON-Redakteure Matthias Kremp und Konrad Lischka, meist eher Apple-freundlich gestimmt, beleuchten die Schattenseite des Ruhms. Ein großer Teil des Artikels geht auf eine Zusammenfassung der iPhone Hin- und Hers drauf, dann noch eine Virenwarnung von Sophos und ein paar Klagen (Apple wurde schon immer gern verklagt, zum Beispiel von Microsoft!) und fertig ist der kritische Bericht. Neue Erkenntnisse bringt er nicht. Aber vielleicht ist der Artikel ja auch nur zum Klicks generieren da. Wenn SPON schon den Apple Hype mitschürt (allein seit Anfang Juli rund 250 Artikel mit dem Stichwort Apple, das ist Traum-Tagesschnitt für PR-Leute!), dann will man wohl auch bei der Demontage dabei sein. Denn nichts bringt mehr Leser, als wenn man einem Helden beim Sturz zusehen kann.
PS: Wer so ungeduldig ist, dass er das iPhone für 500 Euro und überhöhte Tarife unbedingt sofort kaufen musste oder Leopard schon in Version 10.5.0 installiert, muss sich nicht wundern, wenn es Probleme gibt. Das gilt übrigens auch bei Apple schon seit Jahren.

