Wir kennen das ja mit dem Web. Es gibt immer einen Experten für irgendetwas. Deshalb ist es so schwer, der Web-Öffentlichkeit ein X für ein U vorzumachen. Wer flunkert – oder gar plagiiert – muss damit rechnen entdeckt zu werden. So wie heute die ERGO Versicherung, respektive ihre Werbeagentur Aimaq & Stolle. Die hat sich diesen Spot für die aktuelle Werbekampagne ihres Kunden ausgedacht:
Oder vielleicht doch nicht? Jedenfalls hat sich ein Experte gefunden, dem die Szenen des Ergo-Spots bekannt vorkamen und wurde fündig. Im Kinofilm High Fidelity mit John Cusack in der Hauptrolle. Was aus dem Cross-Cut herauskam seht ihr hier:
Ich habe selbst High Fidelity nicht gesehen – zumindest erinnere ich mich nicht dran – aber DAS kann meines Erachtens kein Zufall sein. Geht hier Aimaq & Stolle womöglich ähnlich peinlich in die Plagiatsfalle wie einige Tage zuvor Jung von Matt mit ihrem Logo-Debakel?
(Danke für den Hinweis via Twitter an @widget68 !)
“Versicherungen. Was ist eigentlich schiefgelaufen zwischen uns?”, fragt ein hübscher Berlin-mittiger Mann im Werbespot der Ergo Versicherung. Die hat ihre jahrzehntealten Traditionsmarken Hamburg-Mannheimer (die mit dem verbindlich-korrekten Herrn Kaiser) und Victoria eingestampft und macht das, was in den letzten Jahren viele Konzerne tun: Re-Branding. Sich einen neuen Markenauftritt verpassen. Jung, frisch, modern, und irgendwie offener kommt das ganze daher. Das Werbeversprechen lautet: “Versichern heißt verstehen.” Wenn das nur so einfach wäre!
Versicherungen. Jeder braucht sie irgendwie, aber kaum jemand versteht wirklich, welche Versicherung er oder sie wirklich braucht. Allein im Bereich Altersvorsorge gibt es zig verschiedene Typen, teils vom Gesetzgeber ausgedacht, teils von den Versicherungen. Welche ist die richtige für mich? Was muss sie leisten? Was darf sie kosten? Was ist, wenn ich durch eine neue Lebenssituation plötzlich eine andere Versicherung brauche? Im Kopf der Verbraucher schwirren vor allem Fragen herum. Fragen, die beantwortet werden wollen. Möglichst verständlich. Insofern klingt das Versprechen der aufgehübschten Ergo Versicherung verlockend. Aber löst sie es auch in ihrer Kommunikation ein? Weiter…
Die IT-Fachpresse war einst vom Erfolg verwöhnt. Zu seligen Dotcom-Zeiten verbuchte man steile Zuwächse beim Anzeigenumfang und die Hefte von Computerwoche, InformationWeek, ComputerZeitung und Co. waren so dick wie heute nur noch gut gebuchte Ausgaben der c’t. Die Zeiten sind vorbei. Heute gab der in Poing bei München ansässige Fachverlag CMP-Weka bekannt, dass seine Technik-Titel InformationWeek und Network Computing zum 31.7.2010 eingestellt werden. 28 Mitarbeiter müssen sich neue Jobs suchen, wie der Verlag heute gegenüber dem Branchendienst Kress bestätigte. Das ist tragisch für die Redakteure, Produktioner, Grafiker und Anzeigenverkäufer, aber es war – wenn man sich die Entwicklung der Fachtitel über die vergangenen Jahre anschaut – auch absehbar. Es war ein langsamer, schleichender Tod; nur hinausgezögert durch Kurzarbeit seit dem Sommer 2009.
Foto unter CC by-nc-sa von
Beide Titel waren bei IT-PR-Leuten stets als “Top-Medien” eingestuft, Titel, in die man seine Kunden auf jeden Fall bringen wollte. Doch das wurde angesichts der immer geringeren Heftumfänge zunehmend schwierig. Die Network Computing versuchte schon seit langem, ihre Umsätze über so genannte “Foren” zu sichern, einen speziell gekennzeichneten Abschnitt im Heft, in den man nur gegen Bezahlung, dann aber regelmäßig kam. Software- und Hardware-Hersteller ohne üppiges Marketingbudget mussten zusehen, wie sie anderweitig ins Heft kamen, oder sich mit knappen Online-Meldungen bescheiden.
Seit September vergangenen Jahres haben wir mit dem PR 2.0 FORUM einmal Deutschland durchquert und kehren am 1.10.2010 wieder an den Startpunkt in Hamburg zurück. Dieses Mal möchten der Veranstalter KongressMedia und ich als Gastgeber/Moderator uns dem Themenschwerpunkt “PR-Konzeption für Social Media” widmen.
Als Keynote-Sprecherin konnte bereits Sandrine Plasseraud von We Are Social gewonnen werden. Wie in München und Düsseldorf wird es auch wieder Erfahrungberichte von PR-Praktikern geben. Der Nachmittag steht erneut im Zeichen der Gruppenarbeit an “echten” Fällen der PR 2.0.
Und wen es in den Fingern juckt, seinen Case zu präsentieren oder das versammelte Fach-Know-how für einen spannenden Workshop-Case anzuzapfen, der melde sich bei mir oder Björn Negelmann von KongressMedia. Wir freuen uns über Vorschläge!
Gute PR-Mitarbeiter wachsen nicht auf den Bäumen. Die Erfahrung habe ich schon bei meinem früheren Arbeitgeber gemacht, wo ich für das Recruiting von Absolventen mitverantwortlich war. Es braucht Geduld und ein Gespür für den “richtigen Typ” Bewerber. Das gilt umso mehr, wenn man wie ich als Agenturgründer den allerersten Mitarbeiter sucht. Schließlich kann man sich im einzigen Büroraum der Firma nicht aus dem Weg gehen. Wir werden uns gegenübersitzen. Da muss neben der fachlichen Qualifikation auch die Chemie stimmen.
Als ich Anfang März die Stelle “Mitarbeiter Nr. 1″ ausschrieb, war die Resonanz in der online vernetzten PR-Szene großartig und ich bedanke mich bei allen Retweetern und persönlichen Tippgebern. Das war großartig! Heute brauche ich wieder eure Hilfe beim Weitersagen.
Denn entgegen einer Abmachung hat der Kandidat, dem ich vor ein paar Wochen ein Angebot gemacht habe, wieder abgesagt. Die Gründe gehören nicht hierher. Das kann passieren, ist ärgerlich, aber nicht zu ändern.
Deine Fragen, meine Antworten
Ich habe mir natürlich in der Zwischenzeit auch meine Gedanken zur Stelle und zu möglichen Bedenken von Bewerbern gemacht. Deshalb möchte ich hier in Ergänzung zur Stellenausschreibung (hier auf oseon.com) einige Fragen beantworten, die vielleicht den Entschluss zur Bewerbung noch behindern:
Oseon ist eine kleine Firma. Gehe ich da nicht ein großes Risiko ein? – Sicher ist Oseon Conversations mit künftig dann erstmal 2 Leuten keine etablierte Agentur mit festen Strukturen und der gefühlten Sicherheit einer mittelgroßen oder großen PR-Firma, die schon ein Team von 5-50 Leuten hat.
Das bedeutet aber nicht, dass mein erster Mitarbeiter jeden Monat Angst haben muss, sein Gehalt nicht ausgezahlt zu bekommen. Wenn ich das nicht könnte, würde ich niemand einstellen. Die Kundenbasis ist sicher (langfristige Verträge) und stetig wachsend. Zu dieser möglichen Sorge gibt es also keinen Grund.
Und: Du wirst so schnell keine Agentur finden, die flachere Hierarchien hat, wo du vom ersten Tag an direkt vom und mit dem Chef lernen kannst und die Früchte deiner Arbeit unmittelbar gesehen und anerkannt werden. Außerdem will ich die Agentur nachhaltig erfolgreich machen; sie ist nicht als “mein Projekt”, sondern als Business mit dem Anspruch auf langfristigen Erfolg angelegt.
Ich weiß nicht so recht, ob Technologie-Kunden das richtige für mich sind. - Im Moment hat Oseon Conversations einige Kunden, die im engeren und weiteren Sinne mit IT und Technologie-Themen zu tun haben. Das ist nicht jedermanns Sache, aber man muss kein Softwareentwickler sein oder schon virtuelle Server gemanagt haben, um für diese Firmen professionell PR zu machen. Wenn du mit Begriffen wie Cloud Computing, Virtualisierung, SEO und eCommerce etwas anfangen kannst, ist das prima. Wenn nicht, bringe ich’s dir bei. So wie ich mir selbst immer wieder neue Themenkreise erschließe. Das macht PR so vielfältig und spannend.
Übrigens soll und wird es bei diesem Themenkreis nicht bleiben. Oseon ist schließlich keine Tech-PR-Bude, sondern offen für alle Branchen. Und ich bin offen für Vorschläge, wer uns brauchen könnte. Vielleicht hast du ja schon eine Idee?
Du suchst Junior-Berater, was ist mit Absolventen? – Die ursprüngliche Ausschreibung lautete auf eine/n berufserfahrene PR-Berater/in. Der Hintergrund ist der, dass ich jemand brauche, der mir schnell operative Dinge abnehmen kann. Damit ich wieder Zeit für das Wachstum der Firma habe. Das kann aber durchaus auch ein/e clevere/r Absolvent/in mit Agenturerfahrung leisten. Wer sich schnell die ersten Sporen verdienen will, ist deshalb genauso willkommen wie jemand, der nach dem Volontariat eine neue Aufgabe sucht. Mir ist nur wichtig, dass du diesen Job wirklich lebst und dich für deine PR-Karriere engagierst. Alles andere wird sich weisen.
Frankfurt? Och nööö, nicht Frankfurt. – Das dachte ich vor Jahren auch als ich für meinen ersten Job hierher kam. Und siehe da, ich bin hängengeblieben und lebe (nicht erst seit gestern) gern in Frankfurt. Frankfurt, habe ich das Gefühl, ist die kleinste Großstadt in Deutschland. Alles da, alles drin, nur ohne die langen Wege von Berlin und Hamburg, ohne den Karneval von Köln und Düsseldorf und ohne den spießigen Schickicharme von München (sorry, München!).
Klar, Frankfurt ist in der Lebenshaltung so teuer wie jede andere Großstadt auch, aber hey, irgendwas ist ja immer. Abgesehen davon: von Frankfurt ist man mit der Bahn in 3,5 bis 4 Stunden überall in Deutschland. Auch bei Mutti und den Freunden im Ruhrgebiet, oder sogar in Paris. Für nen Eindruck von Frankfurt jenseits des Bankenstadt-Klischees empfehle ich übrigens das Blog “Fein Am Main” und den Pflasterstrand.
Also, falls diese Fragen in deinem Kopf herumspuken, und dich von einer Bewerbung abhalten, würde ich mich freuen, wenn du sie nochmal überdenkst. Außerdem bin ich jederzeit auch ganz unverbindlich telefonisch zu erreichen oder rufe zurück. An Ungewissheiten deinerseits soll es jedenfalls nicht scheitern.